Gentechnik

Tabak fast ohne Nikotin

An der TU Dortmund haben Forscher durch einen Eingriff in eine Tabakpflanze die Konzentration von Nikotin drastisch verringert.

Forscher der TU Dortmund haben nahezu nikotinfreien Tabak erzeugt. Durch einen gentechnischen Eingriff bei der Tabakpflanze „Virginia Smoking Tobacco“ sei die Konzentration des Suchtstoffs auf ein Vierhundertstel verringert worden, heißt es in einer Mitteilung der TU.

„Statt 16 Milligramm hat jedes Gramm Tabak jetzt nur noch 0,04 Milligramm Nikotin“, sagte demnach Studienautor Felix Stehle. „Weltweit ist es noch niemandem gelungen, den Nikotinwert so weit herabzusenken.“

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachblatt „Plant Biotechnology Journal“. Die Tabakpflanze liefert nicht nur den Rohstoff für Zigaretten, sondern ist auch ein weit verbreiteter Modellorganimus in der Grundlagenforschung.

Bei der Pflanze sei eine so genannte Genschere eingesetzt worden, hieß es. Bei dem Prozess seien sechs Gene durchgeschnitten worden, die für die Nikotinproduktion wichtig sind. Die Pflanze setze diese Gene zwar wieder zusammen, aber fehlerhaft. Dadurch werde die Nikotinproduktion ausgesetzt.

Der Prozess ist laut Stehle praktisch mit jeder Tabaksorte möglich. Nikotin ist der Suchtstoff in Zigaretten. (dpa)

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