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Die Gesundheitsgefahr durch Passivrauchen ist für Kinder und Jugendliche enorm.

Biologin warnt

Auto-Rauchverbot im Beisein von Kindern nötig

NRW plant ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder oder Schwangere mitfahren. Eine Expertin bestätigt die hohe Gesundheitsgefahr für Kinder durch Passivrauchen. 

Die Expertin für Tabakkontrolle am Deutschen Krebsforschungszentrum, Katrin Schaller, rät dringend davon ab, im Beisein von Kindern oder Schwangeren im Auto zu rauchen. „Selbst wenn man das Fenster ein ganzes Stück öffnet, steigt die Tabakrauchbelastung im Auto sehr schnell sehr stark an“, sagte die Heidelberger Biologin. Mitfahrer rauchten in einem geschlossenen Fahrzeug mehr schädlichen Tabakrauch ein als Gäste einer verqualmten Kneipe. 

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will am kommenden Freitag eine Gesetzesinitiative in den Bundesrat einbringen, um das Rauchen im Auto zu verbieten, wenn Minderjährige oder Schwangere mitfahren.

Kinder besonders gefährdet 

Kinder und Jugendliche reagieren Schaller zufolge besonders empfindlich auf die Giftstoffe im Tabakrauch, da sich ihr Körper noch in der Entwicklung befindet. Rauchten Kinder regelmäßig passiv, hätten sie ein höheres Risiko, an Atemwegsbeschwerden wie Asthma zu erkranken. Auch könnten Funktionen der Lunge eingeschränkt werden.

Für Schwangere und ihr ungeborenes Kind sei der Tabakrauch ebenfalls besonders schädlich, fügte Schaller hinzu. „Ungeborene Kinder nehmen die Giftstoffe, die die Mutter inhaliert, über das Blut auf.“ Die Kinder kämen häufig mit einem geringen Geburtsgewicht oder als Frühgeborene zur Welt. Im Extremfall erhöhe sich das Risiko für einen plötzlichen Kindstod.

NRW diskutiert Rauchverbot im Auto 

Den Vorstoß der NRW-Landesregierung für ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder oder Schwangere mitfahren, begrüßte Schaller. „Es ist dringend nötig, Autos mit Kindern rauchfrei zu machen.“ Sie warnte allerdings davor, es bei dieser Regelung zu belassen. „Kinder müssen nicht nur in Autos passiv rauchen.“

Sie forderte die Bundesländer auf, ihre Nichtraucherschutzgesetze zu verschärfen. Mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen, Bayern und dem Saarland gebe es in den Ländern immer noch Ausnahmeregelungen bei Rauchverboten in öffentlich zugänglichen Räumen. Als Beispiel nannte die Expertin für Raucher reservierte Räume in der Gastronomie. "Das zu verbieten, hätte eine noch viel breitere Wirkung", sagte Schaller.

Fast jeder siebte Jugendliche im Alter von elf bis 17 Jahren hält sich der Expertin zufolge zumindest gelegentlich in Räumen auf, in denen geraucht wird. Zehn Prozent der Jugendlichen rauchten täglich passiv. (epd)

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