Neue Polizeisuche nach Arian – Vermisstenexperte skizziert vier Szenarien
Der Vermisstenfall Arian beschäftigt noch immer viele Menschen. Es ist nach wie vor nicht klar, wie der sechsjährige Junge verschwunden ist.
Bremervörde – Seit über drei Wochen fehlt von dem vermissten Arian jede Spur. Nachdem die Suche nach dem Sechsjährigen vorerst eingestellt wurde, machen sich die Ermittelnden jetzt erneut auf den Weg.
Verschwinden ungeklärt: Arian noch immer vermisst
Am 22. April verschwand Arian aus Bremervörde spurlos. Durch Aufzeichnungen von Überwachungskameras kamen Ermittelnde zu dem Schluss, dass der Sechsjährige das Elternhaus alleine verlassen hatte. Der Grund dafür ist noch immer unklar. Früh kam bei den Ermittelnden die Theorie auf, der autistische Arian könne in den angrenzenden Fluss Oste gefallen sein. Dann wäre es möglich, dass er bereits in die Nordsee getrieben ist und deshalb jede Spur von ihm fehlt.

Experte stellt vier Theorien auf: „Jetzt kann nur noch Kommissar Zufall helfen“
Während die Ermittelnden sich erneut auf Spurensuche begeben und Anwohnerinnen und Anwohner befragen wollen, zeichnet ein Vermisstenexperte vier Szenarien über das Verbleiben von Arian. Publizist Peter Jamin gab gegenüber focus.de an, dass er ein Überleben von Arian mittlerweile für überaus unwahrscheinlich halte: „Jetzt kann nur noch Kommissar Zufall helfen.“ Er könne in seiner ersten Theorie noch durch den angrenzenden Wald irren, wäre dann aber wohl fast verdurstet und verhungert. Die zweite Theorie, dass ihm zu Hause etwas zu gestoßen sein könnte, hält der Experte aufgrund der Überwachungskameras für sehr gering.
Obwohl die Polizei im Fall Arian nicht von einem Verbrechen ausgeht, hält der Experte Peter Jamin ein solches Szenario für denkbar. Bei seiner vierten Theorie geht es um jenes Szenario, das die Polizei ebenfalls seit langem zeichnet: Arian ist in die Oste gefallen und ertrunken. Dafür spricht, dass Arian auf dem Überwachungsvideo in Richtung des Waldes in Elm gelaufen ist, dahinter befindet sich die Oste. In der Nähe des Flusses wurden zudem Fußspuren gefunden.
Ermittelnde geben Arian nicht auf – erneute Suchaktion gestartet
Am Donnerstag soll der Fluss erneut genauer unter die Lupe genommen werden. Zwei Sonarboote sollen über die Oste fahren, Taucher ins Wasser steigen. Bei den Befragungen der Anwohner ruft die Polizei zudem dazu auf, nochmals auf den eigenen Grundstücken nach Arian zu suchen. „Wir wollen die Menschen mit der Aktion ins Boot holen“, sagte ein Polizeisprecher. Experte Jamin gab gegenüber focus.de an, dieses Vorgehen für falsch zu halten: „Die Menschen werden für die gewohnte Umgebung oft blind“, sagte er. (rd/dpa)