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Der Corona-Massenausbruch in Garmisch-Partenkirchen geht wohl auf das Konto einer 26-jährigen Superspreaderin.

Coronavirus

Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen: Superspreaderin droht Ärger

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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Garmisch-Partenkirchen verzeichnet einen starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Eine 26-Jährige soll dafür verantwortlich sein. Doch ist sie das wirklich?

  • In Garmisch-Partenkirchen steigen die Corona-Fallzahlen sehr stark, der bayerische Ort wird zum Virus-Hotspot.
  • Eine 26-jährige mögliche Superspreaderin ist mutmaßlich für den Massenausbruch verantwortlich.
  • Innenminister Herrmann droht der Frau ein „empfindliches Bußgeld“ an.

Update vom Dienstag, 15.09.2020, 06.40 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen haben sich Hunderte Menschen auf das Virus testen lassen. Erste Ergebnisse der rund 1000 Tests, die von Freitag bis Montag genommen wurden, sollen am Dienstagnachmittag vorliegen. Eine 26-jährige US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll trotz Krankheitszeichen und Quarantäneauflage durch Kneipen gezogen sein - und könnte dabei mehrere Menschen angesteckt haben. 
 

Update vom Montag, 14.09.2020, 09:40 Uhr: Der Fall einer mutmaßlich als sogenannte Superspreaderin für zahlreiche Corona-Infektionen in Garmisch-Partenkirchen verantwortlichen Frau zeigt nach Überzeugung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), wie sehr „Leichtsinn und Unvernunft Andere gefährden“. Söder sagte Sonntagabend in einem „Bild“-Talk, er sage „immer wieder, wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen“. Bei der Frau gehe es nun möglicherweise um „ein sehr hohes Bußgeld“ als Strafe.

Corona-Superspreaderin in Garmisch: Söder schaltet sich ein

+++ 16.23 Uhr: Nach dem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. „Sollte sich bestätigen, dass die Frau bewusst trotz eindeutiger Corona-Symptome die Quarantäne ignoriert hat, muss sie mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen“, sagte Herrmann dem „Münchner Merkur“ (Montag).

„Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt.“

Corona-Superspreaderin in Garmisch: Hohes Bußgeld droht

Update vom Sonntag, 13.09.2020, 13.06 Uhr: Nach dem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen ist noch unklar, mit welchen Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin rechnen muss. „Das muss geprüft werden. Dazu kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden“, sagte der Sprecher des zuständigen Landratsamtes, Stephan Scharf, am Sonntag (13.09.2020).

Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine Person, eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die junge Frau soll durch die Kneipen gezogen sein, obwohl sie Corona-Symptome hatte und in Quarantäne bleiben sollte. Nach Behördenangaben wartete sie ihr Corona-Testergebnis aber nicht ab. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden.

Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen: 26-Jährige geht mit mit Symptomen feiern

Erstmeldung vom Samstag, 12.09.2020, 18.33 Uhr: Garmisch-Partenkirchen – Der massive Corona-Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen geht wohl auf eine feierwütige Reiserückkehrerin zurück. Die 26 Jahre alte Frau soll in mehreren Lokalitäten unterwegs gewesen sein, obwohl sie Symptome hatte, wie der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, am Samstag (12.09.2020) sagte. Sie wäre damit eine sogenannte Superspreaderin.

Die 26-Jährige habe rund um das vergangene Wochenende sehr stark am Nachtleben teilgenommen, berichtet der „Münchner Merkur“*. Nach Angaben des Landratsamtes soll sie auf ihrer Kneipentour schon Symptome gehabt und auf die Ergebnisse ihres Corona-Tests gewartet haben.

„Die Dame hat Symptome gehabt, war bei uns bei der Teststation und wurde aufgrund der Symptome aufgefordert, in Quarantäne zu bleiben. Das hat sie aber nicht getan“, sagte Scharf.

Corona in Garmisch: Superspreaderin ist Reiserückkehrerin

Die 26-Jährige sei vor kurzem von einem Urlaub im europäischen Ausland nach Garmisch zurückgekehrt. Ob sie sich auf der Reise mit dem Coronavirus angesteckt hat oder danach in Garmisch-Partenkirchen, das sei aber unklar. „Wo sie sich angesteckt hat, wissen wir nicht“, sagt Scharf. Seine vorherigen Angaben, wonach es sich um eine aus den USA eingereiste, amerikanische Touristin handle, korrigierte Scharf. Es habe ein „Übermittlungsproblem“ innerhalb seiner Behörde gegeben.

In einer Unterkunft auf dem Gelände von US-Streitkräften, in der die Frau arbeitet, wurden nach Angaben Scharfs bislang 23 Menschen positiv auf Corona getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen auf 33 an einem Tag. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das Landratsamt verhängte daraufhin Einschränkungen für die Marktgemeinde. Dort dürfen sich beispielsweise nur noch fünf Menschen in der Öffentlichkeit treffen.

Corona in Garmisch-Partenkirchen: „Wir wollen das Nachtleben, das der Auslöser war, runterfahren“

„Aus medizinischer Sicht ist mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Infektionen im Landkreis zu rechnen“, teilte das Landratsamt mit und verhängte in der rund 26.000 Einwohner zählenden Marktgemeinde am Freitag Corona-Beschränkungen für das öffentliche Leben. „Wir wollen das Nachtleben, das der Auslöser war, runterfahren.“

Alle Gaststätten müssen dort um 22 Uhr schließen. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen – das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt.

Das Coronavirus bestimmt in Deutschland immer noch den Alltag. Täglich liefert das Robert Koch-Institut (RKI) die aktuellen Fallzahlen der Corona-Neuinfektionen. (tvd/dpa) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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