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Superreiche Klimakiller

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Von: Joachim Wille

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Elon Musk (l) und seine Mutter Maye Musk besuchen die 21. jährliche Halloween-Party von Heidi Klum im Sake No Hana im Moxy Lower East Side in New York.
Der Superreiche Elon Musk (l) und seine Mutter Maye Musk besuchen die 21. jährliche Halloween-Party von Heidi Klum im Sake No Hana im Moxy Lower East Side in New York. © dpa

Ein Oxfam-Bericht nimmt sich die CO2-Bilanz der Wohlhabendsten vor.

Die britische Entwicklungshilfeorganisation Oxfam hat immer wieder mit Untersuchungen zur Klimagerechtigkeit von sich reden gemacht. Etwa mit der Erkenntnis, dass für den Anstieg der Treibhausgasemissionen in den letzten 30 Jahre vor allem die reichsten zehn Prozent der Menschheit verantwortlich seien. In einer aktuellen Studie nimmt Oxfam sich nun die CO2-Bilanz der superreichen Milliardär:innen vor.

2021 gab es laut dem US-Magazin „Forbes“ weltweit 2755 Superreiche, die zusammen über 9,44 Billionen US-Dollar verfügten. Ihr Anteil am weltweiten Vermögen betrug demnach 45,8 Prozent. Laut dem Oxfam-Bericht ist jede:r von ihnen im Durchschnitt für so viele Emissionen verantwortlich wie eine Million Menschen der ärmeren 90 Prozent der Weltbevölkerung. Dabei sind jedoch auch die CO2-Folgen der Investitionen eingerechnet, die Superreiche etwa an Aktienmärkten tätigen. Vorgelegt wurde der Report „Carbon Billionaires: The investment emissions of World’s richest people“ am Montag zum Beginn der UN-Klimakonferenz in Scharm El-Scheich.

Experte Manuel Schmitt von Oxfam Deutschland kommentiert: Schon die CO2-Emissionen, die Milliardär:innen durch eigenen Konsum mit Privatjets, Superjachten und Luxusvillen verursachen, betrügen das Tausendfache der durchschnittlichen weltweiten Pro-Kopf-Emissionen. Rechne man die Emissionen hinzu, die durch ihre Investitionen mitverursacht werden, seine ihre Emissionen um ein Vielfaches höher.

Forderungen an die Politik

In dem Report werden die CO2-Bilanzen von 125 Milliardär:innen untersucht. Ergebnis: Ihre kumulierten Emissionen betragen jährlich 393 Millionen Tonnen und damit so viel wie etwa ganz Frankreich. Der Bericht zeigt laut Oxfam aber auch, dass die Superreichen die Emissionsintensität ihrer Investitionen schon allein dadurch auf ein Viertel reduzieren könnten, dass sie ihre Investitionen in Fonds mit strengeren Umwelt- und Sozialstandards verlagern würden.

Schmitt sagte, in der Klimakrise spielten „die extreme soziale Ungleichheit und insbesondere die enorme Verantwortung der Superreichen“ eine große Rolle, dies werde von der Politik aber kaum berücksichtigt. „Das muss sich ändern“, forderte er „Die Superreichen müssen besteuert und Investitionen so reguliert werden, dass sich Geldanlagen, die den Planeten zerstören, nicht mehr lohnen.“ Zudem müssten Regierungen Unternehmen zu mehr Rechenschaftspflicht, Transparenz und zur radikalen Reduzierung ihrer Emissionen verpflichten.

Im Einzelnen fordert Oxfam eine Vermögensteuer für die reichsten Menschen sowie einen Aufschlag auf Vermögen, das in klimaschädliche Industrien investiert wurde, ebenso eine ambitionierte Übergewinnsteuer, insbesondere für Konzerne aus dem fossilen Energiesektor, die von der Energiekrise profitierten. Unternehmen müssten generell ehrgeizige Aktionspläne zum Klimaschutz mit kurz- und mittelfristigen Zielen aufstellen, die mit dem Pariser Abkommen kompatibel sind, und bis 2050 Klimaneutralität erreichen. Sie müssten verpflichtet werden, Strategien zur Umsetzung ihrer Gemeinwohlpflichten vorzulegen, so Oxfam. Ausschüttungen an Aktionär:innen sollten an Voraussetzungen gebunden und beim Überschuss eines Geschäftsjahres gedeckelt werden.

Zu Verhandlungen der UN-Gipfel über stärkere CO2-Ziele der Regierungen hieß es bei Oxfam: Die Verhandelnden müssten die Rolle von Konzernen, Superreichen und ihre Investitionen stärker in den Blick nehmen. Schmitt: „Um die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad Celsius zu halten, wie es das Pariser Abkommen vorsieht, muss der weltweite Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase drastisch sinken. Das erfordert neben engagierter Klimapolitik der Regierungen auch umfassende Veränderungen in der Art und Weise, wie Investoren und Unternehmen ihre Geschäfte führen.“

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