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Grumpy Cat ist die derzeit bekannteste Katze der Welt, ihr mürrischer Gesichtsausdruck begeistert Millionen.

Welt-Katzentag

Die Superkatzen

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„Stets meint die Katze, man wollt mit ihr spielen“, schreibt Erich Kästner in einem Gedicht. Manche wollen einfach nur Mäuse fangen oder ins Rampenlicht. Zum heutigen Welt-Katzentag stellen wir sechs außergewöhnliche Miezen vor.

Sie ist eine Art Pop-Star und derzeit wahrscheinlich die bekannteste Katze der Welt: Grumpy Cat. Seit die Amerikanerin Tabatha Bundesen aus Arizona im September vor zwei Jahren das erste Bild ihrer Katze ins Internet stellte, begeistert deren mürrischer Gesichtsausdruck Millionen. Ihre Bilder und Videos verbreiten sich sekundenschnell im Internet. Die scheinbar schlecht gelaunte Katze heißt eigentlich Tarder Sauce und leidet an einem genetisch bedingtem Kleinwuchs, der Schuld an ihren herunterhängenden Mundwinkeln ist.

Allein von ihrem ersten Foto, ein Porträt, kursieren hunderte Memes, also Kopien, im Netz. Darauf stehen so ironische Sätze wie: „I had fun once, it was awful“ (Ich hatte einmal Spaß, es war fürchterlich) oder „If you’re happy and you know it go to hell“ (Wenn Du gut gelaunt bist, fahr zur Hölle) oder schlicht „No“ (Nein). Mehr als 6 117 000 Facebook-Nutzer sagen zu den Grummel-Sprüchen „Gefällt mir“. Mittlerweile wird Grumpy zu Preisverleihungen eingeladen, tritt bei TV Shows auf, verkauft ihre eigenen Plüschtiere, T-Shirts, Ohrringe und zeigt für einen Katzenfutterhersteller ihr motzigstes Gesicht. Zurzeit ist sie in den USA mit ihrem zweiten Buch „A Grumpy Book“ auf Tour.

Göttliche Pfote

Sie dürfen in keinem Asia-Restaurant fehlen: die Maneki-Nekos, die Winkekatzen. Vor allem in Japan, China und Thailand sind die stoisch die Pfote hebenden Tiere als Figuren oder auf Bildern beliebt. Meistens findet man sie in Eingängen von Läden, in Restaurants, aber auch in Bordellen und Lotterien. Aber auch auf Marktplätzen und in Privatwohnungen.

Dabei kommt es darauf an, welche Pfote das Kätzchen bemüht: Mit der linken Tatze wird Kundschaft herbeigerufen, die rechte verspricht Wohlstand und Glück. Umso höher sie sich reckt, desto besser. Manche Figuren oder Bilder zeigen eine Katze, die beide Pfoten anhebt. Das gilt allerdings vor allem in Japan als verpönt und übertrieben.

Wichtig bei der Wahl der richtigen Katze ist auch die Farbe: rote versprechen Liebe und Heirat, grüne helfen bei Gesundheit und Erziehung, schwarze halten gesund und Böses fern, goldene mehren den Reichtum, rosafarbene helfen bei Liebesangelegenheiten, silberne erfüllen Wünsche, weiße stehen für Reinheit und die Kaliko-Katze in weiß-schwarz-braun ist traditionell die glückbringende.

Ohne Sexskandal

„Er ist ein Workaholic, der fast seine gesamte Zeit auf seinem Posten verbringt. Er ist nicht vorbestraft, hat wenig sozialen Umgang und war nach unserem Kenntnisstand noch nie in Sex- oder Drogenskandale verwickelt.“ So steht es in einem internen Bericht des britischen Cabinet Office. Doch hierbei geht es nicht etwa um den britischen Premierminister. Sondern um Kater Humphrey (1988-2006), der eine steile Karriere hingelegt hat. Vom ehemaligen Streuner stieg er in kürzester Zeit zum Chef-Mäusefänger der Downing Street No. 10 auf, dem Amtssitz des britischen Premiers. Bis zu seiner Ausmusterung 1997 trug er den Titel Chief Mouser to the Cabinet Office und diente somit unter Margaret Thatcher, John Major und Tony Blair.

Und Humphrey hatte gut zu tun. Marode Häuser in der Umgebung und der nahe St. James’s Park sorgten für Mäuse- und Rattennachschub. Alles, was er tat und fraß, wurde protokolliert.

Ein Memorandum aus dem Jahr 1993 belegt ein Nierenleiden des Katers, weshalb er auf Spezialkost gesetzt wurde. Ein Jahr später dann der Skandal: Die britische Presse beschuldigte ihn, vier Rotkehlchenküken aus einem Nest in der Nähe des Fensters zum Arbeitszimmer des damaligen Premiers John Major getötet zu haben. Alles Quatsch, sagte Major. Er sei sich sicher, „dass Humphrey kein Serienmörder ist“. Im November 1997 ging Humphrey in Ruhestand. Seinen Lebensabend verbrachte er bei einem älteren Ehepaar in Südlondon, heißt es.

Physik-Autor

Ob sich die Siamkatze F. D. C. Willard (1968–1982), auch Chester genannt, tatsächlich mit den Gesetzmäßigkeiten der Physik befasst hat, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Sie soll sich zumindest immer sicher gewesen sein, beim Fallen auf den Pfoten zu landen. Ist ein Anfang.

Jedenfalls gilt Chester als einzige Katze, die international zwei Arbeiten zur Tieftemperaturphysik in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht hat. Einmal alleine und einmal als Co-Autor ihres Besitzers Jack H. Hetherington.

Der amerikanische Physiker und Mathematiker von der Michigan State University wollte 1975 seine Forschungsergebnisse aus der Tieftemperaturphysik in den „Physical Review Letters“, einer Fachzeitschrift, veröffentlichen. Ein Kollege bemängelte die Verwendung der ersten Person Plural, Wir, und verwies darauf, dass das Journal solche Beiträge ablehne, wenn nur ein Autor dafür verantwortlich sei. Hertherington hatte aber keine Lust, den langen Text umzuschreiben und erfand einfach einen Co-Autoren: Da kam die Katze recht.

Sein Artikel mit dem Titel „Two-, Three-, and Four-Atom Exchange Effects in bcc He“ von J. H. Hetherington und F. D. C. Willard, wurde von der Zeitschrift angenommen und im November 1975 veröffentlicht. Erst bei einer Physik-Konferenz in Grenoble flog der Schwindel auf, denn der Zweitautor war auch geladen. Außerdem verschickte Hetherington einige der Schriften mit den Pfotenabdrücken der Katze signiert an seien Freunde.

Fünf Jahre später brachte F. D. C. Willard noch einen Aufsatz mit dem Titel „L‘ hélium 3 solide. Un antiferromagnétique nucléaire“ heraus. Seitdem erschien er nur noch in den Fußnoten des Physikers, der ihm für „hilfreiche Diskussionsbeiträge“ dankte.

Unglückskater

Es ist der 27. Mai 1941 als die britische Flotte das Schlachtschiff Bismarck versenkt. Nur knapp 120 von den 2100 Besatzungsmitgliedern an Bord überlebten. Mit ihnen ein schwarz-weißer Kater. In Deutschland ist er als Oscar bekannt, die Briten nennen ihn „Unsinkable Sam“. Der britische Zerstörer HMS Cossack fand keine Besatzungsmitglieder, nur die schwarze Katze auf einem Brett treibend, heißt es aus Erzählungen. Im Oktober dann überlebte Oscar die Torpedierung des U-Boots und des später des Flugzeugträgers, auf den er danach kam. Oscar blieb unverletzt, war aber als Unglücksbringer verschrien.

Prophetisch

Über Muezza gibt es viele Legenden. Die bekannteste erzählt die Geschichte, wie der Prophet Mohammed den Gebetsruf hörte und eines seiner Gewänder anlegen wollte – doch darauf schlief gerade seine Katze. Anstatt das Tier zu wecken, soll er den Ärmel abgetrennt haben. Muezza schlummerte daraufhin einfach weiter. In einer anderen Version der Erzählung habe Muezza auf seinem Arm geschlafen, woraufhin er den Ärmel seines Gewands abgetrennt haben soll, um sie nicht zu stören. So oder so eine rücksichtsvolle Geste.

Laut einem Hadith – der Überlieferung über die Aussprüche, Taten und Handlungen von Mohammed – soll er für die rituelle Waschung Wasser genommen haben, aus dem Muezza getrunken hat. „Sie (die Katzen) haben die saubersten Münder“, soll er gesagt haben.

Eine weitere Legende will erklären, warum fallende Katzen auf den Pfoten landen: Das sei so, weil Mohammed den Rücken einer Katze streichelte, nachdem diese ihn vor einer Schlange beschützt und Gift von ihr abgenommen haben soll.

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