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Indonesische Soldaten helfen am Flughafen Mutiara Sis Al-Jufri bei der Verteilung von Hilfsgütern.

Nach Tsunami

Auf Sulawesi fehlt es am Nötigsten

Nach dem Tsunami gelangt Hilfe nach Indonesien. Mehr als 1400 Tote sind mittlerweile bestätigt.

Knapp eine Woche nach den Erdbeben und dem Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi mit mehr als 1400 Toten kommt dort allmählich internationale Hilfe an. Erste ausländische Flugzeuge erreichten am Donnerstag das Land. 20 Maschinen aus elf verschiedenen Ländern sollten Hilfsgüter bringen und Überlebende ausfliegen, wie der Chef der indonesischen Luftwaffe, Yuyu Sutisna, am Donnerstag mitteilte. Es hatte sich Frust breitgemacht über die aus Sicht vieler zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe. Es fehlte vielen weiter am Nötigsten.

Mehrfach wurden Geschäfte auf Sulawesi geplündert. Auch von Warnschüssen der Polizei und von Tränengas ließen sich die notleidenden Menschen nicht abhalten. Mindestens 87 Plünderer wurden festgenommen. Die Armee warnte, sie werde auf Menschen schießen, die Hilfsgüter plündern. 

Der Sprecher des nationalen Katastrophenschutzes, Sutopo Nugroho, bezifferte die Zahl der Toten am Donnerstag auf mindestens 1424. Mehr als 2500 Menschen sind schwer verletzt. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer liegt wohl noch deutlich höher. Die Leichen Hunderter Menschen, die vom Schlamm verschluckt wurden, seien noch nicht geborgen worden.

In zwei Vierteln der 350.000 Einwohner zählenden Hafenstadt Palu hatte sich der Boden nach den Erdbeben in einen weichen Brei verwandelt – ein Phänomen, das als Bodenverflüssigung bekannt ist. Die Erde saugte alles auf und wirbelte es durcheinander. Manche Bewohner fanden später das, was von ihren Häusern übrig war, Dutzende Meter vom ursprünglichen Ort entfernt.

Dem Katastrophenschutz zufolge verloren mehr als 70.000 Bewohner von Sulawesis Westküste ihre Unterkunft. Die Vereinten Nationen schätzen, dass fast 200.000 Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Aus aller Welt gab es Zusagen. Die EU-Kommission aktivierte den europäischen Katastrophenschutz, um die Unterstützung zu koordinieren. Am Donnerstag kündigte sie humanitäre Hilfe in Höhe von rund acht Millionen Euro von der EU zusammen mit einigen Mitgliedstaaten an. Die Bundesregierung gibt 1,5 Millionen Euro.

Internationale Organisationen schickten  Helfer. Wegen der zerstörten Infrastruktur kamen diese nur langsam voran. Mitarbeiter der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften entdeckten, dass der 500-Einwohner-Ort Petobo am Rande von Palu komplett ausgelöscht worden ist. „Helfer des Roten Kreuzes bahnen sich einen Weg durch Schutt und beschädigte Straßen, um neue Gegenden zu erreichen und zu versuchen, den Überlebenden zu helfen“, so die Sprecherin Iris van Deinse.  (dpa)

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