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Neue Corona-Variante B.1.640.2 aus Kamerun in Frankreich entdeckt

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Von: Mark Stoffers

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Während Omikron Deutschland beschäftigt, klopft bereits das nächste Corona-Gespenst an die Tür. Eine neue Corona-Mutante aus Kamerun ist in Frankreich aufgetaucht.

Marseille – Erst Delta, jetzt Omikron – bahnt sich bereits die nächste Corona-Mutante in Europa ihren Weg? Jedenfalls scheint es diese Botschaft aus Frankreich zu geben. Dort ist nach Medienberichten eine neue Corona-Variante nachgewiesen worden, die bisher noch nicht in Europa bekannt beziehungsweise aufgetreten war. Die Klassifizierung der neuen Corona-Mutante lautet B.1.640.2 und hat bisher noch keinen „klangvollen“ Namen wie die anderen Corona-Varianten.

Neue Corona-Mutante in Frankreich: „Atypische Mutationen-Kombination“ – Person aus Südfrankreich mit B.1.640.2 nach Aufenthalt in Kamerun zurückgekehrt

Laut den Experten des IHU Mediterranee Infection in Marseille wisse man bisher noch nicht viel über B.1.640.2. Offenbar soll übereinstimmenden Medienberichten, unter anderem berichteten t-online.de, merkur.de und der tagesspiegel.de, eine Person aus Südfrankreich nach einem Aufenthalt in Kamerun mit der neuen Corona-Variante B.1.640.2 zurückgekehrt sein und demnach zwölf weitere Personen angesteckt haben. Nach Angaben von des Experten des IHU wiesen die Tests eine „atypische Mutationen-Kombination“ auf.

Nach den Daten US-amerikanischen Johns-Hopkins-Instituts in Baltimore beläuft sich die Impfquote in Kamerun derzeit auf etwa 2,4 Prozent. Länder mit einem hohen Anteil an Ungeimpften oder zumindest von immunsupprimierten Menschen zeigen ermöglichen häufig das Aufkommen von neuen Mutationen des Corona-Virus.

Neue Corona-Mutante B.1.640.2 in Frankreich entdeckt: Mehr Mutationen am Spike-Protein als Omikron – neue Studie noch nicht aussagekräftig

Während in Deutschland nach Aussage des Virologen Christian Drosten „Omikron die Regeln macht“*, hat sich eine neue Corona-Studie bereits Ende Dezember 2021 mit der Corona-Mutante B.1.640.2 befasst. In der derzeit noch nicht von unabhängigen Gutachtern geprüften Preprint-Studie ist laut der Forscher die Rede von 46 Mutationen am Spike-Protein. Dieser Umstand bedeutet, dass die neue Corona-Variante damit neun Mutationen mehr aufweist als Omikron, bei der 37 gezählt wurden und laut verschiedener Corona-Studien selbst Geimpfte mit Booster-Impfung nicht dauerhaft schützen* könnte.

Menschen tragen Schutzmasken und gehen am Trocadero in der Nähe des Eiffelturms spazieren. Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen wird die Maskenpflicht in Paris ausgeweitet.
Scheinbar wurde in Frankreich eine neue Corona-Mutante, die derzeit nur die Bezeichnung B.1.640.2 trägt. © Gao Jing/dpa

Allerdings sind die Daten aufgrund der geringen Zahl an nachgewiesenen Fällen und somit dem kleinen Kreis, in dem sich die Studie über die Corona-Variante B.1.640.2* bewegt, noch keineswegs aussagekräftig.

Corona-Variante B.1.640.2: Mutationen wie N501Y und E484K in der neuen Mutante nachgewiesen worden

Der Studie nach sollen sich in der neuen Corona-Variante B.1.640.2 auch die bereits bekannten Mutationen N501Y und E484K wiederfinden. N501Y ist zuvor beispielsweise bereits in der Alpha-Variante nachgewiesen worden. Eines der besonderen Merkmale von N501Y besteht darin, dass es sich stärker an menschliche Zellen bindet und so leichter im Körper ausbreiten kann.

Derweil gehört E484K zu den sogenannten Escape-Mutationen. E484K ist direkt im Spike-Protein angesiedelt. Ein Umstand, der möglicherweise direkte Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen haben könnte. Demnach liegt es im Bereich des Möglichen, dass die neue Corona-Variante B.1.640.2 ansteckender als das Ursprungsvirus SARS-CoV-2 sein könnte. Allerdings ist das bisher nur eine Vermutung, da die Forschung bezüglich der Corona-Mutante und deren Infektiösität noch in den Kinderschuhen steckt. Ebenfalls liegen bisher keine Daten zur Verbreitung oder Gefährlichkeit der Corona-Mutation liegen derzeit noch keine Daten vor.

Corona-Variante aus Kamerun: Deutscher Mediziner gibt Einschätzung zur Corona-Mutante B.1.640.2

Ähnlich äußerte sich auch der deutsche Mediziner Christoph Specht mit seiner Einschätzung zur neuen Corona-Variante aus Kamerun im Gespräch mit „RTL“. Man könne zum jetzigen Zeitpunkt noch überhaupt nichts zur neuen Variante sagen, sagte der Allgemeinmediziner gegenüber „RTL“ zur Corona-Mutante B.1.640.2. „Mutationen stehen an der Tagesordnung. Es ist mehr oder weniger jetzt dem Zufall geschuldet, dass von dieser Mutation berichtet wurde, denn es entstehen andauernd viele weitere Mutationen, von denen man gar nichts mitbekommt.“

Zwar seien die nachgewiesenen Mutationen in Teilen dafür bekannt, die Immunantwort negativ zu beeinflussen. Doch der Mediziner Specht unterstrich bei „RTL“: „Wie sich B.1.640.2 in Bezug auf das Infektionsgeschehen, die Verbreitung und die Impfungen verhält, das ist alles noch völlig unklar.“

Specht ließ sich darüber hinaus zu einer ersten vorsichtigen Prognose hinreißen, die hoffen lässt. Er vermute, dass die neue Variante so gut wie gar keine Bedeutung haben werde und „schnell wieder verschwinden“ könnte. Dennoch ist dies nur eine Prognose, da abschließende Einschätzung der Corona-Variante B.1.640.2 ist dieser kurzen Zeitspanne und aufgrund der fehlenden Datenlage naturgemäß nicht zu erwarten. Dafür müssen die Ergebnisse aus weiteren Untersuchungen abgewartet werden.

Neue Corona-Variante in Frankreich: Neben Omikron ein weiterer Punkt auf der Agenda des kommenden Corona-Gipfels?

Die Entdeckung einer neuen Corona-Variante ist keineswegs eine Seltenheit und gleichzeitig nicht direkt besorgniserregend. In den meisten Fällen setzt sich die Mutante gar nicht erst durch. Dennoch lässt die Meldung gerade im Hinblick auf die Entdeckung im Nachbarland Frankreich und den anstehenden Corona-Gipfel am Freitag, 7. Januar 2022, aufhorchen.

Große Aufmerksamkeit wird die Nachricht in der Politik rund um Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der vorab bereits mögliche neue Corona-Regeln* in Aussicht stellte, finden dürfen. Der SPD-Politiker Lauterbach hatte sich jüngst klar und deutlich zu einer vor einer Durchseuchung von Omikron in der Gesellschaft* geäußert.

Corona-Variante B.1.640.2 aus Kamerun: Gesundheitsminister Karl Lauterbach äußert sich exklusiv zur neuen Corona-Mutante in Frankreich

Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach gab seine Einschätzung zur neuen Corona-Variante B.1.640.2 aus Kamerun. Exklusiv gegenüber „merkur.de“ äußerte sich der SPD-Politiker Lauterbach* zunächst zurückhaltend. „Wir wissen noch zu wenig, um etwas Brauchbares sagen zu können. Aber ich bin bereits mit Spezialisten im Austausch.“

Dennoch wird deutlich, dass der Bundesgesundheitsminister die Nachricht über die neuentdeckte Corona-Variante in Frankreich ernst nimmt. Welche Auswirkungen die Corona-Mutation auf B.1.640.2 und ob die nächste Corona-Variante neue Maßnahmen auf den Plan ruft, bevor die Omikron-Variante überhaupt eingedämmt worden ist, lässt sich derzeit aber noch nicht absehen. * kreiszeitung.de, 24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

++ Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde am 4. Januar 2022 aktualisiert ++

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