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Kobus van der Merwe ist Chefkoch im „De Wolfgat“. 

Kobus van der Merwe

Der Gourmet vom Wolfsloch

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Kobus van der Merwe ist ausgezeichneter Chefkoch im „De Wolfgat“, einem abgelegenen Restaurant in Südafrika. 

Rund 99,99 Prozent der Südafrikaner wundern sich. Ein kleines Restaurant namens „De Wolfgat“ ist im fernen Paris von der hochkarätigen Jury der World Restaurant Awards zum besten Gasthaus der Welt erklärt worden. Aber wer hat jemals vom „Wolfsloch“ gehört? Wo ist das überhaupt? In Paternoster, verrät der Atlas. Wie die Preisverleiher auf Paternoster, ein Fischerdörfchen gut 140 Kilometer nördlich von Kapstadt, gekommen sind, bleibt rätselhaft. Kaum ein ausländischer Tourist verirrt sich dorthin. In Paternoster ist der Atlantik eiskalt, ein fast ebenso kalter Wind pfeift über das 130 Jahre alte Fischerhäuschen „De Wolfgat“.

Und damit punktet das Wolfsloch schon mal. Denn der neue Preis, international viel beachtet, setzt auf alles, das ein bisschen anders ist. Etwa die Location: Das Wolfsloch liegt direkt am Strand, unter seiner Veranda versteckt sich ein Höhleneingang, dem das nun beste Restaurant der Welt seinen Namen verdankt. Der 38-jährige Chefkoch Kobus van der Merwe hat erst vor acht Jahren professionell zu kochen begonnen, seit zwei Jahren führt er das Lokal mit Personal aus Paternoster, das er selbst angelernt hat. Schon beim ersten Gang des Sieben-Minigänge-Menüs entpuppt sich van der Merwe als Purist. Tag für Tag sammelt er persönlich in der Bucht seine Spezialitäten, Muscheln, Krebse, aber auch am Strand wachsendes Grünzeug wie etwa „Meeresspinat“ oder „Dünensellerie“. Deren zarten Geschmack dürfen – „um Himmels Willen“ – keine Gewürze oder Kräuter überdecken.

Schon überraschend, dass das übersättigte Europa sein Ideal plötzlich in einem Hüttchen an einem afrikanischen Strand entdeckt – auf Tellern, die sparsamer und lokaler nicht gefüllt sein könnten. Ist das der Vorbote eines Trends?

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