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Polizist vor dem Kapitol in den USA.
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Eigentlich ist die Polizei für die Sicherheit am Kapitol in den USA zuständig. Bei den Ausschreitungen im Januar wurde die Nationalgarde hinzugerufen. (Archivbild)

„Reine Fiktion“

Sturm aufs Kapitol: US-Armee und Nationalgarde im offenen Streit

  • Vincent Büssow
    VonVincent Büssow
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Der Sturm auf das Kapitol in den USA ist noch immer nicht aufgearbeitet. Unterschiedliche Darstellungen des Militärs sorgen für eine zusätzliche Kontroverse.

Washington D.C. – Die USA kommen nach dem Sturm auf das US-Kapitol im Januar nicht zu Ruhe. In der Hauptstadt herrscht eine Kontroverse darüber, weshalb Einsatzkräfte der Nationalgarde nicht sofort auf die Ausschreitungen reagierten. Laut einem internen Bericht der US-Armee, der das Geschehen vermeintlich rekonstruiert, war die Garde unvorbereitet. Deren ehemalige Führung weist dies jetzt aufs schärfste zurück und behauptet, dass der Bericht „reine Fiktion“ sei.

Da das Pentagon den Einsatz der Nationalgarde am US-Kapitol zunächst genehmigen musste, wird die Schuld für die verzögerte Reaktion oft bei der US-Armee gesucht. Glaubt man allerdings dem internen Bericht des Militärs, welcher der Nachrichtenplattform politico.com vorliegt, liegen die Gründe bei der Nationalgarde selbst sowie bei der Kapitol-Polizei.

Sturm auf das Kapitol in den USA: Ehemaliger Kommandant widerspricht Armee-Bericht

Einer der Gründe für das späte Erscheinen der Nationalgarde sei laut dem Armee-Bericht gewesen, dass die Kapitol-Polizei vor Ort nicht klar formulierte, welche Art der Unterstützung nötig war. Earl Matthews, der zum Zeitpunkt der Ausschreitungen als Anwalt für die Nationalgarde in Washington D.C. tätig war, widerspricht dieser Darstellung. Laut ihm wusste die Polizei exakt, welche Mission die Garde ausführen sollte, wie politico.com schreibt.

Auch der ehemalige Kommandant der Nationalgarde, William Walker, widerspricht der Darstellung des Militärs über die Vorgänge am 6. Januar. Er sagte, dass in dem Bericht mehrere Gespräche mit ihm beschrieben werden, die nie stattgefunden haben. Dabei geht es unter anderem um die Zeit, die Walker benötigt habe, um die Nationalgarde bereitzumachen. In dem Bericht heißt es laut politico.com, dass der Kommandant von 20 Minuten gesprochen hat. Dieser behauptete gegenüber der Nachrichtenplattform allerdings, dass er seine Truppen überhaupt nicht vorbereiten müsste, da sie bereits ausgerüstet und bereit für den Einsatz seien.

USA: Kontroverse um Ausschreitungen am Kapitol spitzt sich zu

Die Liste unterschiedlicher Darstellungen ist lang, wobei sowohl die US-Armee als auch die ehemaligen Verantwortlichen der Nationalgarde möglichst viel Schuld von sich weisen. Für einen anonymen Mitarbeiter im Verteidigungsministerium der USA ist das im Falle eines gewaltsamen Einsatzes normal. Laut politico.com sagte er, dass es schwierig sei, sich ein komplettes Bild zu machen, wenn man nicht dort gewesen ist. Aus Sicht des früheren Staatsanwalts Sol Wisenberg allerdings sollte die Uneinigkeit nicht ohne Konsequenzen bleiben. Er fordert eine Investigation der Kontroverse durch das US-Justizministerium.

Auch an anderer Stelle gibt es Neuigkeiten im Zusammenhang mit dem 6. Januar: Geleakte Chatnachrichten deuten darauf hin, dass Donald Trump in die Planung des Sturms auf das Kapitol involviert war. (vbu)

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