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Das Pflanzenwachstum leidet unter Dürren und Hitzewellen.
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Das Pflanzenwachstum leidet unter Dürren und Hitzewellen.

Klimawandel

Studie: Klimapuffer wird schwächer

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Das Pflanzenwachstum leidet unter Dürren und Hitzewellen.

Pflanzen sind genauso wie die Ozeane ein wichtiger Puffer im Klimasystem. Sie nehmen durch Photosynthese bis zu 30 Prozent der von Menschen verursachten jährlichen CO2-Emissionen auf. Und die erhöhten CO-Konzentrationen in der Luft verstärken diese Wirkung sogar, weil sie das Wachstum der Pflanzen zusätzlich antreibt und das „C“ – der Kohlenstoff – in der Biomasse gespeichert wird. Die CO2-Aufnahme der Vegetation hat sich aufgrund des Klimawandels messbar erhöht.

Drastischer Rückgang 2003

Die Pflanzen bremsen also bisher den Klimawandel. Allerdings: Diese wichtige Funktion der Vegetation ist gefährdet, und zwar durch vermehrte Extremwetterereignisse. Vor allem Hitzewellen und Dürren spielen dabei eine Rolle, weil sie das Wachstum einbrechen lassen. Eine neue internationale Studie zeigt nun, dass insbesondere in den nördlichen Breitengraden Phasen stockenden Pflanzenwachstums rund zehn Prozent häufiger vorkommen vor als noch in den 1980er Jahren. Ökosysteme würden zunehmend anfälliger für Dürren und Hitze, fand das Forschungsteam heraus. Das habe negative Auswirkungen für die CO2-Aufnahme durch Pflanzen sowie auf die Landwirtschaft. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlicht.

Als besonders drastisches Beispiel führt das Team unter der Leitung von David Gampe vom Institut für Geographie der Universität Augsburg die Dürre- und Hitzewelle an, die Europa im Jahr 2003 erlebte. Damals hat sich das Pflanzenwachstum um 30 Prozent vermindert, wodurch die „Kohlenstoffsenke“ von vier Jahren in dieser Region zunichte gemacht wurde. Aber auch die Tropenwälder haben bereits einen Teil ihrer Pufferwirkung eingebüßt.

Das Team analysierte die so genannte Bruttoprimärproduktion (BPP), die angibt, wie groß der Eintrag von Kohlenstoff in ein Ökosystem durch Photosynthese ist. Sprich: Wie stark Pflanzen wachsen, indem sie CO2 aufnehmen. Es identifizierte die 1000 größten negativen BPP-Ausschläge im Zeitraum von 1982 bis 2016 und ordnete sie Klima-Extremereignissen zu. Ergebnis: Vor allem die nördlichen mittleren Breiten, unter anderem Europa und Zentral-Nordamerika, weisen eine signifikante Zunahme der negativen BPP-Extreme (um 10,6 Prozent) auf. Zudem haben sich die Monate mit außergewöhnlich verringertem Pflanzenwachstum durch BPP-Extreme von Juni/Juli hin zu Juli/August verschoben. In den tropischen Regionen ist es vor allem das Amazonasgebiet betroffen.

Die Untersuchung zeigte, dass die Phasen mit verringertem Pflanzenwachstum zu rund 70 Prozent direkt auf Dürren und Hitzewellen zurückgingen. Der Rest könnte durch indirekte Folgen wie Feuer, Schädlingsbefall oder Wind verursacht worden sein, wie Gampe und Kollegen schreiben. Es zeigte sich zudem, dass die Zunahme von Wetterextremen und der negativen BPP-Phasen quasi im Gleichschritt stattfand. Vor allem Grasflächen und Ackerland waren betroffen, Waldflächen weniger.

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