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Links ist eine Sattelitenaufnahme der Erde zu sehen, rechts davon ein Gletscher.
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Der Klimawandel hat Einfluss auf die Erdachse.

Abschmelzen der Gletscher hat Folgen

Die Erde ist in den vergangenen 25 Jahren von ihrer Achse gekippt

  • Zülal Acar
    VonZülal Acar
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Chinesische Forscher haben herausgefunden, dass der menschengemachte Klimawandel Auswirkungen auf die Erdachse hat: Sie kippt. Schuld daran sind unter anderem schmelzende Gletscher.

Peking - Die Gletscher schmelzen. Und das ist ein riesiges, menschengemachtes, Problem. Geht es nach den Forschern, heißt es unisono: Die Entwicklung ist nicht mehr zu stoppen. Was das für unseren Planeten bedeutet, veranschaulicht jetzt eine aktuelle Studie aus China.

Ein Forscherteam um Shanshan Deng von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking hat herausgefunden, dass die Gletscherschmelze zu einer veränderten Erdachse führte, genauer: Sie kippte in eine andere Richtung. Ihre Ergebnisse präsentierten sie im März dieses Jahres in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“.

Demnach führte, vereinfacht gesagt, eine verstärkte Ansammlung an Wasser aus abschmelzenden Gletschern (*FR berichtete) dazu, dass sich die Erdachse verändert*. Unter der Erdachse ist die Rotationsachse der Erde zu verstehen, die als eine Art - durch den Erdmassenmittelpunkt verlaufende - Linie zwischen Nordpol und Südpol verläuft.

Kippbewegung beschleunigt: Gletscherschmelze verändert Erdachse

Die Erdachse bewegt sich innerhalb eines Jahres ohnehin hin und her, nämlich um zehn Zentimeter. Diesen Effekt nennt man echte Polwanderung. Die geografischen Pole wandern. Schwankungen sind also völlig normal. Doch die Wissenschaftler beobachteten ein interessantes Phänomen: Seit Mitte der 1990er Jahre veränderte sich diese Driftbewegung der Erdachse immens.

Sie verschob sich um etwa zehn Grad nach Osten. Das erschien den Forschern ungewöhnlich. „Das schnellere Schmelzen der Eismassen infolge der globalen Erwärmung war die wahrscheinlichste Ursache für die Veränderung der Polardrift in den 1990er-Jahren“, so Deng.

Wie die Erdachse positioniert ist, hängt davon ab, wie sich die Massen der Erde verteilen. Das sind vor allem Gletscher und Eismassen. Die Bewegung der Pole werden jedoch auch durch Winde, Meeresströmungen, Schwankungen im Atmosphärendruck und Veränderungen am Meeresboden beeinflusst.

Gekippte Erdachse: Starke Nutzung von Grundwasser als weitere Ursache

Da die Gletscher und Eismassen jedoch bedingt durch den Klimawandel* zurückgehen, wirkt sich das laut des chinesischen Forscherteams auf die Erdachse aus. In einem Szenario untersuchten sie den Einfluss der schmelzenden Gletscher auf die Rotationsachse. Das Ergebnis: Die Bewegung der Erdachse ist östlich gerichtet.

Sie vermuten jedoch auch, dass Veränderungen bei der Nutzung von terrestrischem Wasser, etwa verstärktes Abpumpen von Grundwasser, ebenfalls einen beachtlichen Einfluss auf die Erdachse hat. Seit 2002 kann das beobachtet werden. Denn in diesem Jahr startete die Satellitenmission GRACE. Die Satelliten vermessen dabei Massenänderungen auf dem Planeten. Durch das schwindende Eis, also die veränderte Massenverteilung, verschieben sich somit die Pole. Und die Erdachse kippt.

Der Klimawandel vernichtete im Zeitraum von 1961 und 2016 9.600 Milliarden Tonnen Eis in den Gletschern*. Die Gletscherschmelze trieb in den vergangenen 30 Jahren gewaltig voran. Pro Jahr schmolzen circa 335 Milliarden Tonnen Eis. *FR ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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