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Twister wurde in den USA bereits 1966 vorgestellt. Das Bild entstand bei einer Präsentation für die Presse.

Adventskalender

Strecken, schwitzen, lachen und ja nicht umfallen!

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FR-Adventskalender, 5.12.: "Twister" ist ein Klassiker, der nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Jugendlichen beliebt ist.

Als ich neulich von der Arbeit nach Hause kam, bot sich mir nach dem Öffnen der Haustür ein unerwarteter Anblick. Mein sechsjähriger Sohn hing, den Po in die Luft gestreckt, ein Bein angewinkelt und nur mit einer Unterhose bekleidet über einer bunten Plastikmatte. Unsere Babysitterin lag – nicht mehr voll, aber doch noch sittsam bekleidet – halb auf seinem Rücken, eine Hand und einen Fuß auf der Matte, der Rest in der Luft. Beide kicherten wie verrückt und waren ziemlich verschwitzt.

„Wir spielen ‚Twister‘. Da wird einem total warm“, war die Antwort auf meinen wohl ziemlich verdutzten Gesichtsausdruck. Mein Sohn hat das Spiel kürzlich von der Babysitterin zum Geburtstag geschenkt bekommen – ich kannte es vorher nicht, obwohl es schon sehr lange auf dem Markt ist.

Seitdem mein Sohn, der eigentlich genau wie ich ein Spielemuffel ist, nun entdeckt hat, dass „Twister“ ziemlich lustig sein kann, möchte er es regelmäßig spielen – und ich versuche mich immer zu drücken. Nicht, weil es nicht wirklich unterhaltsam ist, insbesondere mit bewegungsfreudigen Kindern. Aber es ist körperlich wahnsinnig anstrengend, es führt mir immer schmerzlich vor Augen, dass ich wirklich steif bin und dringend mehr Sport machen müsste. Und wer will daran schon ständig erinnert werden? Ich würde mal sagen: Es ist vor allem ein Spiel für Akrobaten und biegsame Menschen unter 30 Jahren.

Man kann das Spiel zu zweit spielen, aber auch mit bis zu vier Personen – wobei es dann wirklich arg eng wird auf dem Spielfeld. Man braucht ein wenig Platz, um die Plastik-Spielmatte mit den roten, blauen, grünen und gelben Punkten auszubreiten. Dazu gibt es eine Drehscheibe, die man nacheinander betätigt. Da steht dann zum Beispiel: „rechter Fuß auf gelb“, oder „linke Hand auf rot“ oder „rechte Hand in die Luft“. Das muss man dann ausführen, darf dabei aber keinen Punkt wählen, den der Mitspieler schon besetzt. Nach kurzer Zeit ist man ziemlich verknotet ineinander, Körperkontakt darf man also nicht scheuen.

Das Problem ist natürlich, das Gleichgewicht zu halten, wenn Hände und Füße wie auf einer Streckbank über die Spielfläche verteilt sind, der Körper aber in der Luft gehalten werden muss und auch noch ein Mitspieler über oder unter einem hängt. Umfallen heißt verlieren. Es gibt dann auf der Drehscheibe auch noch ein Feld, das dazu aufruft, irgendwelche verrückten Bewegungen mit einem Körperteil zu machen. Das lieben natürlich vor allem die Kinder.

Ich habe gehört, das Spiel soll auch bei Jugendlichen sehr beliebt sein. Nicht nur, wegen des „zufälligen“ Körperkontakts mit dem mitspielenden Schwarm. Sondern auch, weil man das Umfallen natürlich auch „bestrafen“ kann – etwa mit dem Runterkippen eines Schnapses oder des – natürlich offiziell absolut nicht gewollten – Küssens ebendiesen Schwarms.

Ich habe also den Verdacht, dass dieses Spiel mich noch lange zu Hause begleiten wird – in zehn Jahren werde aber ganz sicher nicht mehr ich die bevorzugte Mitspielerin meines Sohnes sein. Bis dahin heißt es: Durchhalten und endlich an meiner Fitness arbeiten. Mein Sohn will das allerdings gar nicht so unbedingt: Er findet es super, dass es ein Spiel gibt, bei dem seine Gewinnchancen gegen mich ziemlich gut stehen.

Der Spielehersteller MB brachte „Twister“ bereits im Jahr 1966 auf den US-amerikanischen Spielemarkt. In Deutschland wird „Twister“ heute von Hasbro herausgegeben. Der Spielehersteller warnt vor der „Verknotungsgefahr“, die bei dem „Verrenkungsspiel“ bestehe. Online ist „Twister“ für rund 15 Euro erhältlich.

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