"La Strada"-Produzent Dino De Laurentiis tot

Der italienische Filmproduzent Dino de Laurentiis ist tot. Der Produzent von Leinwandklassikern wie Federico Fellinis ...

Rom/New York/Los Angeles. Der italienische Filmproduzent Dino de Laurentiis ist tot. Der Produzent von Leinwandklassikern wie Federico Fellinis "La Strada - Das Lied der Straße" und David Lynchs "Blue Velvet" starb am Donnerstag im Alter von 91 Jahren in Beverly Hills bei Los Angeles.

Bis zuletzt steckte der gerade mal 1,60 Meter große Italiener mit Leidenschaft und Engagement in Filmprojekten. Kritiker und Fans nannten ihn auch den "großen Herrscher Hollywoods".

"Alle Filme sind meine Kinder", erklärte der unermüdliche Cineast seine Leidenschaft einst bei den Filmfestspielen in Venedig, wo ihm im Herbst 2003 der Goldene Löwe für sein Lebenswerk verliehen wurde. Für seine über hundert Filmproduktionen hatte er 2001 bereits einen Ehren-Oscar erhalten.

Seinen ersten Streifen produzierte der Sohn eines Spaghetti- Fabrikanten aus dem süditalienischen Provinznest Torre Annunziata bei Neapel bereits im zarten Alter von 20. Das neorealistische Melodrama "Bitterer Reis" (1948) verhalf ihm im Nachkriegs-Italien zum cineastischen Durchbruch sowie zum Eheglück. So machte der Film die römische Schauspielerin Silvana Mangano nicht nur über Nacht zum Star, sondern auch wenig später zu De Laurentiis' Frau.

Vier Jahrzehnte hielt die Ehe, die Schauspielerin starb im Dezember 1989. Das Paar hatte vier Kinder. Nur wenige Monate nach Manganos Tod heiratete der damals 70-Jährige seine 35 Jahre jüngere Mitarbeiterin Martha, mit der er weitere zwei Kinder bekam und eine neue Produktionsfirma gründete.

Die größten Erfolge feierte Dino, eigentlich: Agostino, de Laurentiis gemeinsam mit seinem Kollegen Carlo Ponti in Italien mit Federico Fellinis Oscar-gekrönten "La Strada" und "Die Nächte der Cabiria". Auch für das legendäre Monumentalwerk "Krieg und Frieden" (1956) zeichnet er verantwortlich.

In einem eigens für ihn erbauten italienischen Hollywood "Dinocittà" neben den berühmten Cinecittà-Studios bei Rom verfilmt der Erfolgsproduzent mit Regisseur John Huston jahrelang "Die Bibel". Erst Anfang der 1970er Jahre zieht er schließlich ganz nach Hollywood um, weil man in Italien keine Filme mehr machen könne.

"Das Kino hat einen seiner Großen verloren", würdigte der ehemalige Bürgermeister von Rom und begeisterte Cineast, Walter Veltroni, am Donnerstag den kleinen, großen Italiener. Doch musste De Laurentiis nach Kassenschlagern wie "Serpico" und "Ein Mann sieht rot" auch Niederlagen einstecken. Zu den Flops zählt seine Neuauflage des Monsterklassikers "King Kong" mit Jessica Lange als leicht geschürzte Blonde in den Fängen des Riesengorillas. Das Remake des Films von 1933 erhielt 1976 so schlechte Kritiken, dass De Laurentiis Konkurs anmelden musste und Lange drei Jahre lang keine Rollenangebote mehr bekam.

Gemeinsam mit seiner zweiten Frau Martha und Tochter Raffaella als Produktionspartner nahm er zuletzt noch ein Remake seines Science-Fiction-Streifens "Barbarella" (1968) in Angriff. Bis zuletzt arbeitete der Italiener, der vielen "original amerikanischen Filmen seine Handschrift gab: "Dune", wie Blue Velvet" von David Lynch, "Assassins - Die Killer" mit Sylvester Stallone, "Breakdown" mit Kurt Russell oder auch "U-571" und "Hannibal". Arnold Schwarzenegger machte er mit den "Conan"-Filmen zum Star. Außerdem mischte De Laurentiis bei der geplanten Hollywood-Verfilmung des Bestsellerromans "Der Schwarm" von Frank Schätzing mit. 2011 sollte mit den Dreharbeiten begonnen werden. (dpa)

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