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Bloß nicht auf die Pelle rücken: Ein bisschen Freiraum muss sein - gerade in der Sauna.

Sauna

Stilvoll schwitzen

Gutes Benehmen zwischen Holzvertäfelung und Aufguss ? ein kleiner Sauna-Knigge.

Wenn draußen die Kälte klirrt, gibt es für viele nichts Schöneres, als in der Sauna zu schwitzen. Gesund ist das auch noch. Laut Deutschem Wellness Verband gehen 21 Millionen Deutsche ab 14 Jahren zumindest gelegentlich in die Sauna. Wer noch nie oder lange nicht mehr in einer öffentlichen Sauna war, droht allerdings in das eine oder andere Fettnäpfchen zu treten.

Das Wasser vor dem Schweiß: Erst schwitzen, dann den Schweiß abduschen – oder? Von wegen! „Die Saunakabine bitte sauber betreten“, sagt Saunaexperte Wolfgang Bartl aus Österreich. Geduscht wird also vorher – und hinterher! Aber bitte nur mit Wasser: Duftige Pflegeprodukte oder Peelings haben in der Sauna nichts zu suchen.

So wie Gott Sie schuf: Das bedarf kaum einer Erklärung, könnte man meinen. Und trotzdem hier nochmal zum Mitschreiben: Mit kaum etwas macht man sich in der Sauna unbeliebter als mit Badebekleidung auf der Bank. Fast überall in Deutschland gilt ohnehin das Nackt-Gebot. Auch an den Füßen: Badelatschen bleiben draußen. Wer nicht nackt mit fremden Menschen in einem Raum sitzen möchte, kann sich ein Baumwolltuch um Brustkorb oder Hüften schlingen. Zusätzlich brauchen Saunagänger ein langes Handtuch. Alle Bereiche, die der klebrige Körper beim Saunieren berührt, werden vorher damit bedeckt, so dass kein Schweiß aufs Holz tropft. Kleiner Tipp: Zum Körper gehören auch die Füße.

Nicht ohne meinen Bademantel: Zur Sauna hin fährt man ja meistens eh nicht nackt, das ist klar. Aber auch für den Aufenthalt in Therme oder Spa-Bereich sollte man ein Kleidungsstück einpacken, eines aus Frottee nämlich. Wer einen Saunabesuch plant, sollte neben Handtüchern auch einen Bademantel einpacken, rät Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband. Denn während die Saunakabine und die Duschen textilfreie Bereiche sind, gilt das für die Ruheräume ganz und gar nicht. Hier ist man im Bademantel stilsicher unterwegs.

Einfach mal die Klappe halten: In der öffentlichen Sauna herrscht Ruhe. Basta. Wer hier laut den nächsten Geschäftstermin oder die Planung für die anstehende Geburtstagsparty bespricht, erntet garantiert böse Blicke. Apropos Blicke: Die gehen am besten alle in die gleiche Richtung – etwa zur Tür oder zum Ofen –, sagt Torsten Kukuk, Saunameister in der Fontane-Therme in Neuruppin. „Die meisten Menschen empfinden es als sehr unangenehm, wenn sie angestarrt werden.“ Zur Rücksichtnahme gehört auch, dass man niemandem zu nah auf die Pelle rückt. Beim Platznehmen also auf etwas Abstand zum Nebenmann achten. Wer liegt, sollte sich außerdem aufsetzen, wenn die Sauna sich füllt.

Viren müssen draußen bleiben: Vorbeugend ist Sauna eine super Sache, mit einer akuten Erkältung dagegen ganz und gar nicht. Erstens ist es für den Körper eine unnötige zusätzliche Belastung, sagt Hertel. Und zweitens verteilt man die Erreger dabei in der Kabine und steckt andere eventuell an. Und ein lautes „Hatschi“ im Ruhebereich ist auch nicht gut.

Trinken ja – saufen nein: Auch wenn so ein Weizenbier zwischen den Saunagängen verlockend erscheinen mag – Alkohol hat an einem Saunatag nichts verloren. Darin sind sich die Experten einig. Wer angeheitert einen Raum mit 90 Grad Lufttemperatur betritt, riskiert einen Kreislaufkollaps. Flüssigkeitszufuhr ist dagegen gut und wichtig: Die Experten empfehlen Wasser, Fruchtsäfte und Tees. Dazu leichte Kost, auch am Abend. Wer all das beherzigt, schläft nicht nur wie ein Baby – er tut seinem Körper auch richtig was Gutes.

Wissen wie’s geht: Wer zwischen Holzvertäfelung und Aufguss trumpfen will, sollte korrekt saunieren. Sich Zeit nehmen etwa ist eine goldene Regel. Rund drei Stunden empfiehlt Saunameister Torsten Kukuk. In dieser Zeit sind zwei bis drei Gänge gut zu schaffen. Aber man kann’s auch übertreiben! Manch einer meint, er müsse seine Eintrittskarte „absaunieren“. „Das ist nicht Sinn der Sache“, so Saunaexperte Bartl. Mehr als drei Saunagänge verkraftet der Körper in der Regel schlecht. „Als Saunameister sieht man schon mal den einen oder anderen umkippen, weil der Kreislauf versagt“, sagt Kukuk. Und das sieht nackt ganz schön dämlich aus. (Teresa Nauber, dpa)

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