Bundesgartenschau

Von der Stadtausstellung zum Wohnviertel

Bei der Bundesgartenschau in Heilbronn geht es nicht nur um Blumen, sondern auch darum, wie wir künftig leben wollen.

Farbenprächtig strahlen zum Beispiel Tulpen auf einem früheren Industriegelände mitten in Heilbronn. Dabei sollen 2019 bei der Bundesgartenschau (Buga) Pflanzen nicht der einzige Blickfang sein – die Organisatoren in Heilbronn wagen Neues. Die Vorbereitungen für die Eröffnung am Mittwoch (17.4.), zu der sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angekündigt hat, laufen auf Hochtouren.

Erstmals in der 68-jährigen Geschichte leben während der Buga auch Menschen auf dem Ausstellungsgelände. 22 Wohngebäude und eine Jugendherberge stehen dort – 400 Bewohner sind bereits eingezogen, ein Café und ein Kindergarten haben geöffnet.

„Ein reales Labor“, so nennt das Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas. Denn die Buga widme sich diesmal Zukunftsthemen wie dem autonomen Fahren, der Digitalisierung und Stadtentwicklung. Für die Besucher gibt es in manchen Häusern Musterwohnungen zum Erkunden – Stadtausstellung heißt das Konzept.

Flächenverbrauch ist beim Blick in die Zukunft der Städte ein drängendes Thema. Die Buga setzt auf verdichtete Bauweise, also viele Wohnungen auf wenig Raum. Das werde auch kritisch hinterfragt, räumt Faas ein. Aber es sei nun mal ressourcenschonend, es bleibe mehr Platz für Grünflächen oder Seen. Der Geschäftsführer betont: „Es geht darum, langfristig zu denken und langfristig zu verändern.“

Endet die Buga am 6. Oktober, soll aus der Stadtausstellung ein Wohnquartier werden – mit 3500 Wohn- und 1000 Arbeitsplätzen.

Trotz aller Zukunftsvisionen, die Pflanze steht nach Angaben der Macher weiterhin im Mittelpunkt. Eine Million Blumenzwiebeln und Hunderttausende Frühjahrsblüher wurden auf dem Gelände inmitten von Heilbronn gesteckt und gepflanzt.

Mit 13 000 Besuchern pro Tag rechnen die Organisatoren, 30 000 könnten es zu Spitzenzeiten werden. Durch Eintrittsgelder müssten der Kalkulation zufolge rund 40 Millionen Euro in die Kassen kommen. Die Kosten für die Buga liegen demnach bei etwa 194 Millionen Euro – die Stadt Heilbronn übernimmt davon rund 94 Millionen Euro, das Land Baden-Württemberg rund 60 Millionen Euro.

Dafür wurde unter anderem das Areal direkt hinter dem Heilbronner Hauptbahnhof – früher Hafen- und Industriegebiet, zuletzt Brachfläche – komplett umgekrempelt. Die Ecke war als schmuddelig verrufen und das Aufräumen gestaltete sich aufwendig.

Gut 300 Tonnen Schrott wurden aus dem Boden geholt, 13 Tonnen Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg. Nun stehen dort das größte Holzhochhaus Deutschlands sowie ein Pavillon aus Glas- und Kohlestofffasern. (Von Linda Vogt, dpa)

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