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Für den "Doppelschlag" werden Brauhäuser empfohlen.

Köln für Franzosen

Die Stadt der deutschen Latinos

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Erst in den Dom, dann auf Tuchfühlung gehen ? was französische Reiseführer empfehlen.

Am Dom kommt kein Franzose vorbei. Ob er nun im Vorfeld einer Kölnreise Internetportale aufsucht oder sich einen Reiseführer in Papierform gönnt: „La Cathédrale de Cologne“ ist ein Muss. Selbst der kompakte Deutschlandreiseführer „Petit Futé“ (Kleiner Schlaumeier), der die Reize der Bundesrepublik komprimiert auf 146 kleinen Seiten abhandelt und Köln ganze elf Zeilen zugesteht, präsentiert das Gotteshaus in all seiner Pracht. Zwischen den Kapiteln „Kinder des Landes“ (Franziska van Almsick, Franz Beckenbauer, Boris Becker, Hans Magnus Enzensberger, Heino) und „Berlin-Brandenburg“ stößt der Leser überraschend auf ein postkartentaugliches Foto von Hohenzollernbrücke, Kölner Bahnhof und Dom.

Wer es bei Sakralem nicht belassen will, tut nach Ansicht französischer Kölnkenner gut daran, erst einmal den Triangleturm aufzusuchen und sich einen Überblick zu verschaffen. Da ist kaum ein aus dem Nachbarland angereister Tourist, der im Online-Forum Tripadvisor France nicht die Aussichtsterrasse im 28. Stock des Turmes preist, von wo aus man für drei Euro beliebig lange auf die Stadt heruntergucken kann. Dem Panoramablick zum Schnäppchenpreis folgt dann die Qual der Wahl.

Während das Forum den Franzosen nun den Besuch des NS-Dokumentationszentrums (Sehenswürdigkeit Nummer drei) oder des Weihnachtsmarktes (Nummer vier) empfiehlt, ermuntert der sich vor allem an junge Leute wendende Reiseführer „Routard“ zur Begegnung mit Einheimischen.

„Die Kölner sind warmherzig, gastfreundlich, spontan, offen, schnell beim Du – man sagt oft, sie sind die Latinos unter den Deutschen“, versichern die Verfasser. Die Kontaktaufnahme sei umso leichter, als die Kölner beim Essen gern „auf Tuchfühlung gehen“. Und natürlich erfährt der für Gaumengenüsse traditionell empfängliche Franzose auch, wo er den Doppelschlag landen, offenherzige Kölner plus Kölner Küche (Kölsch Kaviar, Bockwurst, Hämmchen) kennenlernen kann. Der „Routard“ empfiehlt gut ein halbes Dutzend Brauereigaststätten, angefangen vom Cölner Hofbräu Früh bis zum Päffgen. Wer das Ganze mit musikalischer Untermalung wünscht, ist nach Ansicht der Autoren im Rosebud, in der Hotelux KGB Bar oder im Six Pack gut aufgehoben.

Wohl davon ausgehend, dass auf einen feucht-fröhlichen Abend Ruhigeres folgen sollte, schließen sich dem gesellschaftlich-kulinarischen Kapitel gut ein halbes Dutzend Museumsempfehlungen an.

Sollte die Kraft nicht einmal mehr zum Museumsbesuch reichen, weist der Trip Adviser France erschöpften Franzosen den Weg zur Erholung pur. Zum Besuch des Neptunbades rät er, das den Gästen aus dem Nachbarland, hält man sich an die Online-Kommentare, fast so gut gefällt wie der Kölner Dom.

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