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SS-Siggi
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Siegfried Borchardt war in rechtsextremen Kreisen als „SS-Siggi“ bekannt.

Rechtsextremismus

„Trauerfeier“ für „SS-Siggi“ in Dortmund - Polizei bereitet sich auf Nazi-Aufmarsch vor

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Der Dortmunder Neonazi Siegfried Borchardt ist tot. Seine Trauerfeier könnte Rechtsextreme aus ganz Deutschland anlocken.

Update von Dienstag, 05.10.2021, 15.49 Uhr: Der Tod von Siegfried Borchardt, in rechtsextremen Kreisen als „SS-Siggi“ bekannt, mobilisiert offenbar zahlreiche Neonazis. Wie mehrere Aktivist:innen auf Twitter berichten, ist für Samstag (09.10.2021) eine „Trauerfeier“ in Dortmund geplant. Start der Veranstaltung ist demnach um 14.00 Uhr am Hauptbahnhof. Geplant sei, zum letzten Wohnhaus Borchardts zu marschieren, um dort Kränze und Bilder niederzulegen, heißt es in einer Ankündigung.

Die Dortmunder Polizei bereitet sich aktuell auf den Einsatz vor. Wie eine Sprecherin der FR sagte, sei für Samstag eine Veranstaltung angemeldet worden. Ob es zu einer Gegendemonstration in Dortmund kommt, ist bislang unklar.

„SS-Sigi“ ist tot - Siegfried Borchardt stirbt im Alter von 67 Jahren

Erstmeldung von Montag, 04.10.2021, 9.00 Uhr: Dortmund – Siegfried Borchardt ist tot. Der als „SS-Siggi“ bekannte Neonazi aus Dortmund wurde 67 Jahre alt. Das teilte die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ am Sonntag auf ihrer Internetseite mit. In der Bekanntmachung heißt es, dass Borchardt nach einem kurzen Aufenthalt in einem Krankenhaus verstorben sei.

„SS-Siggi“ im Januar 2020 auf einer Demonstration.

Borchardt erlangte überregionale Bekanntheit durch die Mitgliedschaft in zahlreichen Neonazi-Gruppierungen. Unter anderem gründete er im Jahr 1982 die Gruppe „Borussenfront“. Zudem war Borchardt an der Gründung und der Organisation mehrerer rechtsextremer Gruppen in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Seinen Spitznamen „SS-Siggi“ erhielt Borchardt unter anderem nach einer Haftstrafe in den 80er-Jahren. Er war zuvor wegen Körperverletzung und Vandalismus verurteilt worden. Zudem beteiligte er sich an mehreren Gewaltaktionen, denen Menschen mit Migrationshintergrund zum Opfer fielen.

„SS-Siggi“ ist tot – Bekannter Rechtsextremist aus Dortmund gestorben

„SS-Siggi“ war allerdings nicht nur aktivistisch, sondern auch politisch aktiv: Im Jahr 2014 zog er für die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ in den Stadtrat von Dortmund ein, was für Proteste sorgte. Allerdings kündigte er bereits zwei Monate später seinen Rücktritt an – aus gesundheitlichen Gründen. Nun ist Borchardt verstorben.

Siegfried Borchardt (r.) im Jahr 1999 auf einer rechtsextremen Demonstration in Magdeburg. (Archivfoto)

Es bleibt abzuwarten, wie die Trauerfeier beziehungsweise Beerdigung abläuft. Möglicherweise sieht die rechtsextreme Szene in Deutschland darin einen Anlass zur Mobilisierung. (tu)

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