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Sri Lanka: Demonstranten setzen Privatresidenz von Regierungschef in Brand

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Von: Moritz Serif

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In Sri Lanka eskalieren Proteste gegen die Regierung
In Sri Lanka eskalieren Proteste gegen die Regierung. © Amitha Thennakoonpicture alliance/dpa/AP

Sri Lanka leidet an einer schweren Wirtschaftskrise. Die Corona-Pandemie hat die Tourismus-Branche schwer getroffen. Der Präsident steht vor dem Rücktritt.

Colombo – In Sri Lanka haben hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten die Residenz von Präsident Gotabaya Rajapaksa gestürmt. Nun steht dieser vor dem Rücktritt. Sicherheitskräfte konnten den Staatschef in Sicherheit bringen. Regierungschef Ranil Wickremesinghe könnte bei einem Rücktritt Rujapaskas Posten übernehmen.

Die Wut der Demonstrantinnen und Demonstranten konnte er damit jedoch nicht besänftigen: Am Nachmittag drang eine Menschenmenge auch in Wickremesinghes Privatresidenz ein und setzte diese in Brand. In Sri Lanka gibt es wegen einer schweren Wirtschaftskrise seit Wochen Massenproteste.

Sri Lanka: Demonstranten versammeln sich vor Rajapaksas Amtssitz

Am Samstagvormittag (9. Juli) hatten sich nach Angaben der Polizei hunderttausende Menschen an Rajapaksas Amtssitz versammelt. Auf Fernsehaufnahmen war zu sehen, wie hunderte von ihnen über den Zaun des Präsidentenpalastes kletterten. Soldaten schossen nach Angaben aus Verteidigungskreisen in die Luft, um die Menschenmenge zurückzudrängen, bis Rajapaksa in Sicherheit war.

Im Anschluss schlenderten die Demonstrantinnen und Demonstranten durch den Palast. Auf Live-Videos in Onlinenetzwerken war zu sehen, wie einige im Swimmingpool des Präsidenten planschten und es sich in den Schlafzimmern des Palasts gemütlich machten. Auch in das nahe gelegene Präsidialamt, vor dem bereits seit drei Monaten Menschen kampieren, drangen Menschen ein.

Rajapaksa ist in Sicherheit

Der Staatschef sei außerhalb der Hauptstadt „in Sicherheit“ gebracht worden und werde vom Militär an einem geheimen Ort beschützt. Private Fernsehsender zeigten einen Fahrzeugkonvoi am internationalen Flughafen von Colombo. Ob Rajapaksa das Land verlassen wird, ist noch unklar. Die Demonstrantinnen und Demonstranten machen ihn und die Regierung für die katastrophale Wirtschaftslage des Landes verantwortlich.

Die Behörden hatten am Freitag eine Ausgangssperre verhängt, um die Proteste in den Griff zu bekommen. Auf Druck von Oppositionsparteien, Anwälten und Menschenrechtsaktivisten wurde die Anordnung jedoch inzwischen wieder aufgehoben. Rund 20.000 Soldaten und Polizisten wurden nach Behördenangaben zum Schutz des Präsidenten nach Colombo entsandt.

Sri Lanka: Viele Menschen kamen nach Protesten ins Krankenhaus

In Colombos größtes Krankenhaus wurden drei Menschen mit Schussverletzungen eingeliefert. 36 weitere wurden nach wegen Atembeschwerden nach dem Einsatz von Tränengas behandelt. Wegen der schweren Wirtschaftskrise ist die Regierung nicht mehr in der Lage, die wichtigsten Importe wie Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente zu finanzieren.

Inzwischen hat Sri Lanka den Internationalen Währungsfonds (IWF) und Russland um Hilfe gebeten. Im Mai waren Massenproteste gegen die Regierung erstmals eskaliert. Neun Menschen wurden getötet und hunderte weitere verletzt. Die Regierung von Mahnda Rajapaksa trat daraufhin zurück. Der Bruder des zurückgetretenen Regierungschefs, Präsident Gotabaya Rajapaksa, blieb hingegen im Amt.

Corona-Pandemie hat Sri Lanka schwer getroffen

Ein wesentlicher Auslöser der schwersten Wirtschaftskrise seit der Unabhängigkeit des südasiatischen Landes im Jahr 1948 war der Einbruch des internationalen Tourismus infolge der Corona-Pandemie. Kritikerinnen und KRrwerfen der Regierung Misswirtschaft vor.(mse/afp)

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