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Scarlett Johansson im September 2013 bei den 70. Internationalen Filmfestspielen von Venedig.
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Scarlett Johansson im September 2013 bei den 70. Internationalen Filmfestspielen von Venedig.

Scarlett Johansson

Sprudelndes Fettnäpfchen

Selbst mit einer Werbung für scheinbar harmloses Sprudelwasser kann man sich im Nahen Osten schnell unbeliebt machen. Dies erlebte Hollywood-Schönheit Scarlett Johansson, die damit in die heftige Debatte um einen möglichen Boykott Israels hineingezogen wurde.

Von Sara Lemel, dpa

Hollywood-Schauspielerin Scarlett Johansson (29) ist wegen ihrer Zusammenarbeit mit einer israelischen Sprudelwasser-Firma in die Kritik geraten. Es gab Schelte für ihre Werbung für die Firma SodaStream, weil diese auch eine Fabrik im palästinensischen Westjordanland hat. Daraufhin beendete Johansson ihre langjährige Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Oxfam, die für ihre kritische Haltung gegenüber der israelischen Besatzungspolitik bekannt ist. Internationale Rufe nach einem Boykott Israels wegen seiner Siedlungspolitik werden immer lauter und lösen dort wachsende Sorge aus.

Chefunterhändlerin Zipi Livni hat in den vergangenen Monaten immer wieder gewarnt, Israel habe eine Isolation wie das frühere Apartheit-Regime in Südafrika zu befürchten, sollten die im Juli wiederaufgenommen Verhandlungen mit den Palästinensern scheitern.

Auch der israelische Finanzminister Jair Lapid von der Zukunftspartei warnte am Mittwochabend: «Sollten die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern steckenbleiben oder platzen und dann ein europäischer Boykott verhängt werden, selbst teilweise, wird die israelische Wirtschaft Schaden davontragen und jeder israelische Bürger es in seiner eigenen Tasche spüren.» Lapid erklärte auf einer Konferenz in Tel Aviv: «Wenn es kein Friedensabkommen gibt, steht die israelische Wirtschaft vor einem dramatischen Einbruch.»

Damit widersprach er seinem Koalitionspartner und früheren Verbündeten, dem Wirtschaftsminister Naftali Bennett von der Siedlerpartei. Bennett hatte gewarnt, nicht internationale Boykotts, sondern die Gründung eines Palästinenserstaates würde Israels Wirtschaft «zerstören».

Friedensgespräche als Schutz gegen Boykott

Der Hightech-Millionär Bennett betonte, fast alle Einnahmen seiner früheren Firma seien aus dem Ausland gekommen, er wisse daher durchaus, wie sich ein Boykott auf die Wirtschaft der Hightech-Nation Israel auswirken könnte. Dennoch dürfe sich das Land aus Furcht vor möglichen Sanktionen nicht zu Konzessionen bei den Verhandlungen mit den Palästinensern hinreißen lassen.

«Stellen Sie sich vor, wie die israelische Wirtschaft aussehen würde, wenn täglich eine Rakete in der Schenkar-Straße in Herzlija Pituach (bei Tel Aviv) einschlagen würde», warnte Bennett. «Wie würde die israelische Wirtschaft aussehen, wenn eine Rakete aus Judäa und Samaria (Westjordanland) einmal im Jahr ein Flugzeug auf dem Weg zum Ben-Gurion-Flughafen abschießt?» Gegner einer Friedenseinigung warnen, militante Palästinenser könnten Israel nach Gründung eines Staates auch aus dem Westjordanland mit Raketen angreifen. Dies sehen sie als viel größere Gefahr als einen möglichen Boykott.

Überraschenderweise hat sich Palästinenserpräsident Mahmud Abbas selbst gegen einen internationalen Boykott Israels ausgesprochen. «Nein, wir unterstützen einen Boykott Israels nicht», sagte er im Dezember. «Aber wir fordern alle dazu auf, die Produkte aus den Siedlungen zu boykottieren.»

Livni mahnte, der beste Schutz gegen Boykottmaßnahmen sei ein erfolgreicher Abschluss der Friedensgespräche. Sollte dies scheitern, würden «alle Dämme brechen».

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