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Türchen Nummer 12 des FR-Adventskalenders.

Der FR-Adventskalender 12

Spinat ist die neue Vanille

  • Andreas Hartmann
    vonAndreas Hartmann
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24 Lieblingsrezepte aus der FR-Redaktion. Hinter dem zwölften Türchen: ein Spinat-Pudding.

Den Geschmack meiner Kindheit prägte ein Rezept, das meine vor Jahrzehnten verstorbene Großtante Maria uns vorsetzte, wenn wir sie im schwäbischen Städtchen Ravensburg besuchten. Dann gab es stets Spinatpudding, auf besonderen Wunsch des Kindes. Dabei gilt die Hauptzutat nicht gerade als juvenile Lieblingsspeise. Der salzige Pudding, den man gut mit einer Käsesauce isst, sieht aus wie ein Gugelhupf.

Nun war die Tante eine fromme Frau, und die Seniorinnen ihrer Gemeinde hatten Mitte der 80er die Idee, Geld für einen guten Zweck zu sammeln. So entstand das „Ravensburger Kochbuch“ aus selbst gehefteten handschriftlichen Zetteln mit Rezepten, ein wahrer Schatz! Es enthält auch das Spinatpudding-Rezept der Tante, die für das Büchlein Mengenangaben und Zubereitung aufschreiben musste. Die routinierte Köchin machte das sonst natürlich aus dem Handgelenk.

Über einige Umwege landete das Kochbuch in Frankfurt, und vor einigen Wochen wurde auch das Spinatpudding-Rezept entziffert. Großtante Maria hatte immer von einem typisch schwäbischen Rezept gesprochen. Eine nicht repräsentative Umfrage unter Schwäbinnen und Schwaben ergab allerdings: Es ist auch dort (inzwischen?) weitgehend unbekannt.

Vielleicht liegt das am heute exotischen Küchengerät, das nötig ist: Eine Puddingform, fest verschließbar fürs Wasserbad. Zwar hatte ich zum Rezeptbuch auch eine alte Form geerbt, sie war aber ziemlich lädiert. Eine neue zu bekommen, war nicht einfach, mehrere Fachgeschäfte kapitulierten. Ungern habe ich dann eine Form online bestellt.

Tante Marias Spinat-Pudding

vier altbackene Brötchen

eine Zwiebel

ein Bund Petersilie

500 Gramm Spinat

vier Eier

Milch

Butter

Semmelbröseln

Salz

Muskatnuss

Pfeffer

Die vier altbackenen Brötchen in ganz dünne Scheiben schneiden und mit etwas Milch übergießen. Die Zwiebel hacken und mit Butter angebraten, dazu kommt der Bund Petersilie, möglichst fein geschnitten. Ich mache es mir leicht und nehme 500 Gramm Tiefkühlspinat (Oje, das hätte die Tante niemals gemacht, sie nahm natürlich frischen, fein gewiegten).

Den Spinat mit Salz, Muskatnuss, Pfeffer, den Brötchen, vier Eigelb, Zwiebel und Petersilie vermengen, dann vier sehr steif geschlagene Eiweiß vorsichtig unterheben und die Masse in die sehr gut gefettete, mit Semmelbröseln ausgelegte Puddingform geben – auch der Deckel muss gefettet und bebröselt sein! Die Form verschließen und 75 Minuten im Wasserbad leicht sieden lassen. Schließlich den Pudding stürzen – und anschneiden wie einen Kuchen.

Für die Käsesoße (Tante Maria machte immer eine Bechamel-Sauce) lasse ich übrigens Milch aufkochen, rühre Schmelzkäse, ein bisschen Gorgonzola und geriebenen Peccorino zusammen und würze das mit Pfeffer. Nun gibt’s wieder regelmäßig Spinatpudding, und ich denke beim Essen stets an die Tante.

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