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Ein Bild aus besseren Zeiten: Rafael und Sylvie van der Vaart.
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Ein Bild aus besseren Zeiten: Rafael und Sylvie van der Vaart.

Rafael und Sylvie van der Vaart

Die Spielverderber

Rafael und Sylvie van der Vaart galten als Vorzeigepaar. Jetzt trennen sie sich, wie sie vorher ihre Ehe zelebrierten: In aller Öffentlichkeit.

Von Jörg Hunke

Rafael und Sylvie van der Vaart galten als Vorzeigepaar. Jetzt trennen sie sich, wie sie vorher ihre Ehe zelebrierten: In aller Öffentlichkeit.

Wie das mit der wahren Liebe im Fußball sein kann, hat Rafael van der Vaart an einem Samstagnachmittag im April 2008 gezeigt. Damals waren im Spiel des Hamburger SV gegen den MSV Duisburg nur noch zwei Minuten zu spielen, die ersten Zuschauer gingen bereits, als van der Vaart den Ball nach dem Pfiff des Schiedsrichters wütend auf die Tribüne schoss. Unsportliches Verhalten, Gelbe Karte.

Weil es seine fünfte war, wurde er fürs nächste Spiel gesperrt. Warum er so gehandelt hatte, blieb zunächst unklar Sein damaliger Trainer Huub Stevens erklärte das später in einem Buch. Das nächste Auswärtsspiel in Berlin war für den Tag von Sylvies 30. Geburtstag angesetzt. Durch die Sperre konnte ihr Mann zu Hause bleiben und mit ihr feiern. Der Trainer fand das gar nicht romantisch.

Vergleich mit Loki Schmidt

Nun ist es vorbei mit der großen Liebe des glamourösen Paares aus den Niederlanden, das meldeten am Mittwoch jedenfalls die großen Boulevard-Medien. „Ehe-Aus“ ist in der Hamburger Morgenpost zu lesen und Bild titelte „Ehe kaputt“. Nach Recherchen der Zeitungen soll es bei der Silvesterfeier in ihrem Penthouse im Stadtteil Eppendorf zum Streit gekommen sein.

Rafael van der Vaart, so wird eine Zeugin in der Morgenpost zitiert, soll seine Frau zu Boden geschlagen haben.Als große Dummheit bezeichnete er das. Seine Frau verzieh ihm sogleich öffentlich. In den vergangenen Monaten soll es angeblich immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sein, vor Weihnachten erholte sie sich mit ihrem Sohn in Dubai, ihr Mann war nicht dabei. In der Bild-Zeitung sagte Sylvie van der Vaart: „Es war ein schleichender Prozess, wir haben uns im Laufe der Zeit auseinandergelebt.“

Das kommt in Deutschland täglich vor, laut Statistik werden im Jahr 187 000 Ehen geschieden, pro Tag etwa 514. Fußballpaare sind angeblich besonders gefährdet. Die jungen Männer sind oft reich, oft auf Reisen und werden nicht nur im Stadion angehimmelt. Als Rafael van der Vaart Ende August nach Hamburg zurückkehrte, stand die Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz, inzwischen träumen Fans in der Hansestadt vom Europapokal, im Fanshop ist sein Trikot das begehrteste. Und wenn er nach dem Training anfängt, Autogramme zu geben, können seine Kollegen aufhören. Für die interessiert sich dann niemand mehr.

Paartherapeuten wissen auch nicht so genau, wie das mit der Ehe von Prominenten dauerhaft klappen kann. Der Filmemacher Sönke Wortmann empfahl eine Ehetherapie ganz am Anfang, der Musiker Marius Müller-Westernhagen sagte, eine öffentliche Ehe könne nur gelingen, wenn das Paar alles gemeinsam erlebe. Bei den van der Vaarts gingen die Wege irgendwann auseinander. Sylvie genoss ihre Selbstständigkeit. Sie arbeitet als Model, saß in der Jury von „Das Supertalent“ und moderiert „Let’s dance“ bei RTL.

Für ihre Arbeit in der Tanzshow wurde sie sogar mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Als Markus Lanz mit viel Getöse vor einigen Monaten seine erste „Wetten, dass..?“-Show moderierte, saß das Ehepaar van der Vaart natürlich auf dem Prominentensofa. Nach verlorener Wette mussten die beiden mit einem Tandem einen Wohnwagen ziehen – Sylvie lächelte dabei in einem kurzen Kleid. Als später über eine neue Assistentin für Lanz diskutiert wurde, sprach sich die Mehrzahl der Fernsehzuschauer für Sylvie van der Vaart aus.

Ständiger SMS-Kontakt mit dem Boulevard

Die kleine, blonde Frau mit dem holländischen Akzent entspricht offensichtlich dem Schönheitsideal des deutschen Fernsehpublikums. Sie klingt wie Rudi Carrell und ähnelt Linda de Mol – das kommt an. Als sie im Spätsommer in Hamburg eintraf, da jubelten nicht nur die Boulevardmedien. Der Stern schrieb unter der Titelzeile „Hamburgs neue Perle“ über die schöne Frau. Die Süddeutsche Zeitung freute sich, dass die Hansestadt nach dem Tod von Inge Meysel, Heidi Kabel und Loki Schmidt endlich wieder eine First Lady habe. Viel mehr an Komplimenten geht nicht.

Das Paar beherrscht aber auch das Spiel mit der Öffentlichkeit. So richtig bekannt wurden die beiden durch den gemeinsamen Kampf gegen den Brustkrebs vor vier Jahren. Sylvie zog sich nicht ins Private zurück, sondern empfahl in Interviews Vorsorge-Untersuchungen. Rafael stand tapfer zu ihr.

Als sie wieder gesund war, zeigte sie sich auf den Titelbildern, und ihr Mann forderte öffentlich, dass nicht länger über die krebskranke Sylvie geschrieben werde, weil sie doch geheilt sei. Ein Vorzeigepaar, dass offensichtlich auch genau wusste, wann es genug ist mit den Schlagzeilen, auch wenn es mit einflussreichen Boulevard-Journalisten in ständigem SMS-Kontakt steht. Es gibt Paare, die ungeschickter in der Öffentlichkeit auftreten.

Die Trennung wurde jedenfalls so verkündet, dass das Image trotz des handgreiflichen Streits wohl keinen Schaden nehmen wird. Rafael van der Vaart kann jetzt in Dubai über seine Zukunft nachdenken, dort bereitet er sich mit dem HSV auf die Rückrunde vor. Seine Frau wird in dem Penthouse bleiben. Und Trainer Thorsten Fink wird bestimmt hoffen, dass sein Mittelfeldspieler demnächst eine Frau findet, die nicht während der Saison Geburtstag hat.

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