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Spielen gegen die Langeweile.

Gesellschaftsspiele

Spieletipps: Zocken zu zweit

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Osterferien in den eigenen vier Wänden: Damit die Tage nicht zu lang werden – ein paar Spieletipps.

In den eigenen vier Wänden bleiben, ist in Zeiten der Corona-Pandemie das Gebot der Stunde. Nur was soll man dort den ganzen Tag tun? Ein Ventil können Gesellschaftsspiele sein. Gefragt sind dabei vorzugsweise solche, die auch zu zweit mit dem jeweiligen Lebenspartner funktionieren. Denn auch Treffen mit Freunden und Bekannten sollten tabu bleiben. Ein Blick auf die Lieferfähigkeit vieler Titel zeigt, dass derzeit ein Run auf Onlinehändler stattfindet. Im Folgenden wird eine Auswahl unter Kennern beliebter Brettspiele vorgestellt, die zwar nicht brandaktuell, aber bewährt und online noch lieferbar sind.

Minen und Tempel

Bei „Patchwork“ (Verlag Lookout) von Erfolgsautor Uwe Rosenberg sagt schon der Name, worum es geht. Mittels Stoffflicken und Knöpfen aus Pappe puzzelt bei diesem Duell für zwei Spieler ab acht Jahren jeder auf seiner eigenen Ablage eine Patchwork-Decke. Das Thema ist stimmig in Szene gesetzt. Bei kaum einer halben Stunde Spielzeit ist es zudem kurzweilig. Wer am Ende mehr Knöpfe sein Eigen nennt, gewinnt. Das Aufnehmen von Flicken kostet nicht Siegpunkte in Form von Knöpfen, sondern Zeit. Damit ist nicht das Grübeln von Spielern gemeint. Vielmehr ist auf jeden Flicken ein Preisschild in doppelter Währung aufgedruckt – Knöpfe und Zeitfelder. Letztere schreitet man auf einer Zeitspirale voran. Am Zug ist immer der dort hinten liegende Spieler. Das führt dazu, dass mehrmals hintereinander am Zug sein kann, wer Flicken nimmt, die wenig Zeit kosten. Nähen ohne Nadel und Faden - dafür mit Grips und Freude. Kostet gut 20 Euro.

Spannend, ohne zu überfordern und ohne Grübelei: Diesem Ideal kommt „Splendor“ (Space Cowboys) für bis zu vier Spieler ab zehn Jahren von Andre Marc recht nahe. Die Pracht, auf die der Titel anspielt, kommt durch Edelsteine in Form solider Plastikchips ins Spiel. Ohne Glücksfaktor ist es nicht, aber am Ende entscheidet meistens Überlegung. Ein Zug ist denkbar einfach – Edelsteinchips nehmen oder eine Edelsteinmine aus schön illustrierten Karten mit Chips kaufen.

Erworbene Minenkarten verbilligen spätere Käufe und bringen oft Siegpunkte. Die richtige Kombination von Minen zieht zudem Adelige an, die auch Siegpunkte bringen. Das geht so lange, bis ein Spieler 15 Punkte erreicht hat. Spätestens nach der ersten Partie weiß jeder, was man falsch gemacht hat. Dauert in voller Besetzung 45 Minuten. Viel Spiel für wenig Aufwand zu gut 30 Euro.

Eigentlich völlig unabhängig von der Spielerzahl ist „Karuba“ (Haba) vom bekannten Spieleautor Rüdiger Dorn. Das schöne Material des familientauglichen Legespiels reicht für maximal vier Personen ab acht Jahren. Es entführt thematisch in den Dschungel und dortige Tempelstätten. Ziel einer etwa 40-minütigen Partie ist es, mit Plättchen verschiedene Wege durch das eigene Dschungel-Tableau zu legen. Alternativ verwendet man die Plättchen, um die eigenen Forscher über schon gelegte Wege Richtung Tempel zu ziehen.

„Klask“ gegen Fußballentzug

Dabei spielen alle gleichzeitig. Einer der Kontrahenten deckt zufällig ein Wegeplättchen auf, von denen jeder einen identischen Satz hat. Dieses baut dann jeder in sein Wegenetz ein oder zieht einen Forscher. Eine gewisse Bingo-Atmosphäre ist spürbar. Wer ist mit welchem Forscher zuerst am Zieltempel? „Karuba“ ist ein süchtig machendes Tüftelspiel, bei dem man sich in Sackgassen manövrieren kann. Erhältlich ab 25 Euro.

Fußballfans könnten sich wegen derzeit abgesagter Spiele aller Ligen für „Klask“ (Game Factory) von Mikkel Bertelsen begeistern. Es ist eine Art Tischfußball für zwei Personen. Spielerisch vereint es auch Elemente von Billard und Eishockey. Die Tore sind zwei Mulden im 45 auf 35 Zentimeter großen und von einer Bande gesäumten Spielfeld. Duellanten schießen mit je einer Figur, die mit der Hand unter dem erhöhten Spielbrett per Magnet gesteuert wird. Zudem sind auf dem Spielfeld drei kleine Magnete verteilt, denen man besser nicht zu nahe kommt. Kleben zwei davon an der eigenen Magnetfigur, zählt das als Tor für den Gegner. In der Hektik des Geschicklichkeitsspiels passiert aber genau das häufiger. Bei wenigen Minuten Spieldauer bleibt es selten bei einer Partie. Das Material ist hochwertig. Die Regeln erklären sich fast von allein. Motorisch können Achtjährige mithalten. Das Spiel kostet rund 45 Euro, in einer Variante für vier Personen deutlich mehr.

Sehr gefragt und zunehmend ausverkauft ist das kooperative Brettspiel „Pandemie“ (Zman) von Matt Leacock für zwei bis vier Personen ab etwa zwölf Jahren. Der Name ist Programm. Im Wohnzimmer versucht man die Welt vor vier Seuchen zu retten, die parallel zuschlagen. Das klappt nicht immer. Mal gewinnen die Spieler, mal das Spiel. Es ist auch eine Frage des Glücks. Rasch verstehen sollte man aber die Verbreitungsmechanik von Seuchen, die in Form kleiner Holzwürfel auftreten. Das Spielfeld ist eine Weltkarte, in deren Städten Seuchen toben. Mitspieler schlüpfen in die Rolle eines Sanitäters oder einer Forscherin, was Sonderfähigkeiten mit sich bringt. „Pandemie“ ist komplexer als die vorgestellten Spiele und kann bis zu zwei Stunden dauern. Gegenmittel für Seuchen zu finden als gemeinsames Ziel des Spiels, ist aber auch eine spannende und erschreckend aktuelle Aufgabe. Es wird viel diskutiert und tunlichst gemeinsam entschieden. Zu kaufen ab etwa 35 Euro.

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