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Spanien im Corona-Chaos: Anstieg der Neuinfektionen nimmt neue Ausmaße an - Große Probleme auf den Kanaren

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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Spanien kämpft mit der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen geht in die Tausende.

  • Coronavirus-Pandemie*: Spanien hat schwer mit der zweiten Welle* zu kämpfen.
  • Die Zahl der täglichen Covid-19-Neuinfektionen geht mittlerweile in die Tausende - trotz Reisewarnung für das Festland und die Balearen mit Mallorca und Ibiza als Corona-Risikogebiete.
  • Die registrierten Corona-Fälle nehmen weiter drastisch zu und liegen täglich im Schnitt mittlerweile bei über 7.000 (siehe Update vom 28. August, 22 Uhr).
  • Nun könnten auch die Kanarischen Inseln schon bald als Risikogebiet eingestuft werden.

+++Dieser Ticker ist beendet: Hier finden Sie aktuelle Nachrichten zum Thema Coroanvirus in Spanien+++

Update vom 28. August, 22 Uhr: Spanien bekommt die sogenannte zweite Welle der Corona-Pandemie offenbar nicht in den Griff. Die Zahl der täglichen Covid-19-Neuinfektionen ist weiter hoch und besorgniserregend.

Laut Daten der Süddeutschen Zeitung wurden in den vergangenen sieben Tagen im Mittel (Stand, 28. August, 21.50 Uhr) 7372 neue Corona-Fälle täglich registriert. Zum Vergleich: Laut heute-Nachrichten des ZDF lag der Schnitt im selben Zeitraum in Deutschland bei 1330 gemeldeten Covid-19-Erkrankungen täglich.

Update vom 28. August, 20.50 Uhr: Während Madrid und Spanien weiter mit der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen haben, gibt es einen echten Corona-Hammer aus Budapest: Ungarn schließt wegen der zweiten Welle seine Grenzen. Auch die eigenen Staatsbürger müssen sich gehörig umstellen.

Corona in Spanien: Anstieg an Covid-19-Neuinfektionen auf den Kanaren

Update vom 28. August, 12 Uhr: Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus, besonders Urlaubsländer haben aktuell mit steigenden Infektionszahlen zu kämpfen. Während Spanien seit dem 14. August vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft ist, durften sich die Kanaren über eine Sonderstellung freuen. Trotz steigender Corona-Zahlen wurden die Kanarischen Inseln nicht als Risikogebiet eingestuft. Doch damit könnte nun Schluss sein.

Die regionalen Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag 338 neue Fälle innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Damit verzeichneten die Kanaren den höchsten Anstieg von Neuinfektionen seit März.

Laut lokaler Medien sollen aktuell rund 1737 Menschen auf den Kanaren positiv auf das Virus getestet worden sein. Das bedeutet rund 82 Fälle pro 100.000 Einwohner. Spanische Medien spekulieren bereits jetzt, ob auch die Kanarischen Inseln in Kürze als Risikogebiet eingestuft werden könnten.

Corona in Spanien: Umfassende Maskenpflicht für Schüler beschlossen

Update vom 27. August, 21.05 Uhr: Die spanischen Behörden haben in Verbindung mit den geplanten Wiederöffnungen der Schulen eine umfassende Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler besprochen. „Das Tragen von Masken wird generell ab dem sechsten Lebensjahr Pflicht sein, auch wenn die Abstandsregeln eingehalten werden“, sagte Bildungsministerin Isabel Celaa am Donnerstag. Die Schulen in Spanien wurden aufgrund der steigenden Infektionszahlen bereits Mitte März geschlossen. Im September sollen nun die Schüler wieder zurückkehren dürfen.

Neben dem Tragen von Schutzmasken müssen die Schüler darauf achten, 1,5 Meter Abstand voneinander zu halten und sich fünfmal täglich die Hände zu waschen, wie Celaa sagte. Zudem müssen die Klassenräume regelmäßig durchlüftet und die Körpertemperatur der Schüler gemessen werden.

Spanien versinkt im Corona-Chaos: Neuinfektionen schießen in die Höhe - extreme Einschnitte für Touristen

Update vom 27. August, 13.45 Uhr: Als zwei der Hauptgründe für die vielen Coronavirus-Neuinfektionen nicht nur auf Mallorca, sondern auch in anderen Regionen Spaniens (siehe Ursprungsmeldung) gelten die Treffen junger Leute und Privat-Partys. Deshalb sollen auf der bei Deutschen beliebten Ferieninsel Mallorca nun nächtliche Strand- und Parkbesuche untersagt werden - weil sich dort immer auch Touristen in großer Zahl und sehr oft ohne die vorgeschriebene Schutzmaske treffen, um zu feiern und Alkohol zu konsumieren.

Die Regionalregierung der Balearen wollte über diese Corona-Maßnahme an diesem Donnerstag weiter beraten. Sie soll den Aussagen zufolge nach Möglichkeit schon am Freitag in Kraft treten. Auf den Balearen sind seit Beginn der Pandemie knapp 7000 Fälle registriert worden- mehr als ein Drittel davon im August. Dies sei „besorgniserregend“, räumte Regionalpräsidentin Francina Armengol ein und sprach von einer „zweiten Welle“ der Corona-Pandemie. Hinsichtlich der Einlieferungen von an Covid-19 erkrankten Patienten sei die Lage auf den Balearen aber „deutlich besser“, betonte sie.

Weitere angekündigten Maßnahmen für Touristen, die trotz geltender Reisewarnung nach Mallorca reisen, sind unter anderem: Rauchen im öffentlichen Raum soll ganz untersagt werden. Bei privaten Treffen werden wieder maximal zehn Personen erlaubt sein, soweit diese nicht demselben Haushalt angehören. Und in Kneipen, Restaurants und Cafés soll die Zahl der erlaubten Gäste wieder reduziert werden - die Details waren noch nicht geklärt.

Neuinfektionen schießen in die Höhe, die Wirtschaft wankt: Spanien versinkt im Corona-Chaos - „Tödlicher Schlag“

Erstmeldung vom 25. August 2020: München/Madrid/Barcelona - Chef-Epidemiologe. In der Coronavirus-Pandemie* hat jedes Land seinen ganz eigenen Experten, auf den alle schauen. Da ist Christian Drosten von der Charité in Berlin. Der deutsche Mediziner handelt aber nicht (direkt) im Staatsauftrag, sondern als Wissenschaftler.

Anders Tegnell aus Schweden ist dagegen per Amt Staats-Epidemiologe. Auch Spanien hat seinen Virologen, der die Richtung vorgibt. Sein Name: Fernando Simón. Seine Prognose: düster! „Es läuft nicht gut", sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörden an diesem Dienstag (25. August) und erzählte, dass die Corona-Pandemie in einigen Teilen des Landes schon wieder außer Kontrolle geraten sei. Anders formuliert: Die zweite Welle trifft Spanien mit voller Wucht!

Coronavirus-Pandemie in Spanien: Covid-19-Lage verschärft sich weiter

Und das mitten in der Hochsaison des Tourismus. Einer so wichtigen Einnahmequelle für die Iberer. Dass es nicht gut laufe, hatte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle schon am Freitag (21. August) erzählt - und gewarnt: „Niemand soll sich etwas vormachen.“ Am Wochenende hat sich die Covid-19-Lage nochmal drastisch verschärft.

Heißt: Laut Thüringer Allgemeine wurden einzig zwischen dem 18. und 25. August rund 40.500 Neuinfektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert. Laut Erhebungen der Johns Hopkins Universität kamen alleine übers Wochenende mehr als 19.000 neu gemeldete Corona-Fälle hinzu, mittlerweile ist die Rede von bis zu 6.000 neu registrierten Covid-19-Infektionen täglich.

Zum Vergleich: Spanien hat damit fünf- bis sechsmal mehr Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden als Deutschland. Zumindest, was die offizielle registrierten Zahlen angeht.

Coronavirus in Spanien: Schwere Folgen für die Wirtschaft durch die Corona-Pandemie

Mit Blick auf die Wirtschaft ist Deutschland ein ebenfalls nicht unerhebliches Stichwort. Nachdem das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) die Balearen zuletzt zum Corona-Risikogebiet erklärt und das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für Mallorca, Ibiza und Menorca ausgesprochen hatte, richtete Francina Amengol, Ministerpräsidentin der Balearen, einen regelrechten Hilferuf in Richtung Bundesrepublik.

„Wir waren die Ersten, die das Nachtleben einschränkten. Wir haben Saufgelage im Freien verboten. Und wir haben die Einrichtungen an den Straßen geschlossen, in denen in Gruppen übermäßig Alkohol konsumiert wurde, um Verhaltensweisen zu vermeiden, die die Gesundheit aller gefährden“, sagte Armengol der Bild und meinte, es sei „auch unfair gegenüber all den deutschen Bürgern, die jedes Jahr nach Mallorca kommen, unserer Insel jeden Sommer treu sind, unsere Region lieben und die Balearen und Mallorca als ihre Heimat empfinden“.

Corona-Pandemie in Spanien: Mallorca kämpf trotz Reisewarnung um deutsche Touristen

Die Zeitung Diario de Mallorca hatte die Reisewarnung aus Deutschland drastisch als einen „tödlichen Schlag“ bezeichnet. Laut Deutscher Presse-Agentur macht der Tourismus mindestens 35 Prozent der Wirtschaftsleistung der Balearen aus, angrenzende Branchen wie das Baugewerbe noch nicht berücksichtigt.

Schon jetzt werden verheerende wirtschaftliche Folgen erwartet, aber nicht nur für die Inseln im Mittelmeer. So ist der Tourismus zum Beispiel auch für die Millionenmetropole Barcelona und das umliegende Katalonien mit der Costa Brava ein wichtiger Wirtschaftszweig. Laut Statista machten zwischen August 2019 und August 2020 etwa 6,97 Millionen Deutsche Urlaub in Spanien.

Coronavirus-Pandemie in Spanien: Tausende Corona-Neuinfektionen und hohe 7-Tage-Inzidenz

Reiseveranstalter wie TUI hatten Pauschalreisen nach Spanien wegen der Corona-Lage für den Sommer 2020 aber teilweise oder sogar ganz abgesagt.

Zu groß waren die Bedenken, nachdem schon vor Wochen rund um die Hauptstadt Madrid eine 7-Tage-Indzidenz* von 81 gemessen worden war. Und nachdem der gleiche Wert, der die Ansteckungsrate in einer Region auf 100.000 Einwohner misst, in Aragonien rund um Saragossa sogar auf 254 gestiegen war.

Noch ein Vergleich: In Bayern wird die Situation ab einem Wert von 35 als kritisch bewertet, ab dem Wert 50 greifen erste Corona-Beschränkungen. Spanien ist davon in vielen Teilen des Landes weit entfernt - im negativen Sinne. Und die Folgen des Covid-19-Desasters lassen sich aktuell nur abschätzen. Auch für Chef-Epidemiologe Simón. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Quarantäne statt Test für Rückkehrer aus Risikogebieten* - dieser Plan von Gesundheitsminister Jens Spahn könnte den Steuerzahler teuer zu stehen kommen.

Rubriklistenbild: © Ricardo Rubio/dpa

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