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Weltraumprogramm von Elon Musk

SpaceX-Satelliten auf Kollisionskurs - China legt Beschwerde bei UNO ein

  • Ares Abasi
    VonAres Abasi
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Satelliten des SpaceX-Programms Starlink von Elon Musk befinden sich auf Kollisionskurs mit der chinesischen Raumstation. Nun reagiert Peking.

Update vom Mittwoch, 29.12.2021, 9.00 Uhr: China hat wegen zweier Vorfälle mit Satelliten der US-Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk bei der UNO Beschwerde gegen die USA eingereicht. „Die USA ignorieren ihre Verpflichtungen aus internationalen Verträgen und stellen eine ernsthafte Bedrohung für das Leben und die Sicherheit der Astronauten dar“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, am Dienstag. Zuvor hatte sein Land eine Beschwerdenote bei der UN-Weltraumbehörde eingereicht.

Nach Angaben Pekings hatte die chinesische Raumstation „Tiangong“ zwei Mal ihren Kurs ändern müssen, weil Satelliten des SpaceX-Programms Starlink sich auf Kollisionskurs mit ihr befanden. Die Vorfälle ereigneten sich demnach im Juli und Oktober. In dem Vermerk heißt es, die Vorfälle stellten „eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Astronauten an Bord der chinesischen Raumstation dar“.

Elon Musk, Konzernchef des US-Elektroautohersteller Tesla, macht sich gerade bei China unbeliebt.

SpaceX: Elon Musk fällt in China in Ungnade

Erstmeldung von Montag, 28.12.2021, 15.00 Uhr: Peking – In China sind die Menschen nicht gut auf Elon Musk zu sprechen. Der US-Milliardär ist in Ungnade gefallen, Boykottaufrufe und Sanktionsforderungen machten quer durch Chinas Internetdienste die Runde. Doch was ist der Grund für den Zorn im Reich der Mitte?

Schuld sind die Starlink-Satelliten von Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX, die sich auf Kollisionskurs mit der chinesischen Raumstation „Tiangong“ befanden, weshalb diese gleich zwei Mal ihren Kurs ändern musste. Nach Angaben Pekings ereigneten sich die Vorfälle demnach im Juli und Oktober. „Die Manöverstrategie war unbekannt und die Fehler in der Umlaufbahn waren schwer einzuschätzen“, teilte Peking zu dem Zwischenfall im Oktober mit. Es seien Maßnahmen ergriffen worden, um „die Sicherheit und das Leben der Astronauten im Orbit zu gewährleisten“.

„Aus Sicherheitsgründen hat die chinesische Raumstation eine präventive Kollisionsvermeidungskontrolle eingeführt“, heißt es in dem Dokument, das auf der Website der Behörde veröffentlicht wurde, so der Nachrichtensender BBC. SpaceX reagierte nicht sofort auf eine Anfrage der BBC nach einem Kommentar. Ein Zusammenstoß mit der Raumstation hätte diese wahrscheinlich „völlig zerstört“ und alle Menschen an Bord getötet, sagte der Astrophysiker Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics der Nachrichtenagentur AFP.

SpaceX: Chinesische Internet-User kritisieren Elon Musk

Laut BBC wurden die Vorfälle, die bei der UN-Raumfahrtbehörde eingereicht wurden, noch nicht von unabhängiger Seite überprüft. In den chinesischen Online-Diensten ist die Empörung über die Vorfälle aber groß gewesen. „Wie ironisch, dass die Chinesen Tesla kaufen und große Geldsummen beisteuern, damit Musk Starlink starten kann, und dann stürzt er [fast] in Chinas Raumstation“, kommentierte ein Nutzer. „Bereiten Sie sich darauf vor, Tesla zu boykottieren“, schrieb ein anderer. Einige Nutzer spekulierten, dass die US-Regierung Sanktionen verhängt hätte, hätte ein chinesisches Unternehmen eine US-Raumstation bedroht. „Warum tun wir nicht einfach, was sie tun würden?“, schrieb einer.

Ein anderer Nutzer bezeichnete die Starlink-Satelliten als „einen Haufen Weltraumschrott“, so BBC. Die Satelliten seien „Waffen der amerikanischen Weltraumkriegsführung“ und „Musk ist eine neue ‚Waffe‘, die von der US-Regierung und dem Militär geschaffen wurde“, so ein anderer User. Ein anderer Nutzer schrieb laut BBC: „Die Risiken von Starlink werden nach und nach aufgedeckt, die ganze Menschheit wird für ihre Geschäfte bezahlen.“

Starlink: China fordert USA auf, verantwortungsvoll zu handeln

China warf den USA auch vor, Astronauten in Gefahr zu bringen, indem sie die Verpflichtungen aus Weltraumverträgen ignorierten. Der Sprecher des Außenministeriums, Zhao Lijian, sagte, China fordere die USA auf, verantwortungsvoll zu handeln, so BBC. Die Raumstation „Tiangong“ („Himmlischer Palast“) wurde im Jahr 2021 ins All geschickt, im Laufe des Jahres 2022 soll sie voll funktionstüchtig sein. China verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm. Das Land hat bereits einen Rover zum Mars sowie Sonden zum Mond geschickt.

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Starlink von SpaceX betreibt mehr als 1700 Satelliten. Ziel des Programms ist, Internet in weiten Teilen der Erde bereitzustellen. „Seit Starlink im Betrieb ist, haben wir einen Anstieg der Zahl der nahen Vorbeiflüge bemerkt“, sagte der Astrophysiker McDowell. Ausweichmanöver in den erdnahen Umlaufbahnen würden allerdings allgemein nicht vermeidbar sein, weil sich dort immer mehr Objekte drängen.

Elon Musk wird in China verehrt

Musk wird in China von vielen bewundert und genießt dort allgemeine Bekanntheit. Tesla verkauft jedes vierte seiner Fahrzeuge auf dem chinesischen Markt. Als eines der wenigen ausländischen Unternehmen betreibt der US-Hersteller ein Werk in Shanghai, das sich gänzlich in seinem Besitz befindet. Zuletzt hatte jedoch auch Teslas Ruf infolge von mehreren Unfällen, Skandalen und Problemen bei der Datenspeicherung gelitten. (aba/AFP)

Rubriklistenbild: © Susan Walsh/AP/dpa

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