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„Inspiration4“-Mission

Weltraumtourismus von SpaceX: „Eine Wahnsinnsreise“ – Beteiligte zurück auf der Erde

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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An Bord gab es Pasta, Süßigkeiten und ein Telefonat mit Tom Cruise: Nun sind die vier Weltraumtourist:innen der SpaceX-Mission „Inspiration4“ wieder auf der Erde gelandet.

Cape Canaveral – Drei Tage im All: Das konnten vier Weltraumtourist:innen des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX erleben. Nun sind sie wieder sicher auf der Erde gelandet. Die „Crew Dragon“-Raumkapsel wasserte am Samstag (18.09.2021) um kurz nach 19.00 Uhr (Ortszeit) im Atlantik vor der Küste Floridas, wie auf einer Live-Videoübertragung des Unternehmens zu sehen war. Ein SpaceX-Schiff nahm die vier US-Passagier:innen in Empfang, die winkend und mit breitem Lächeln aus der Kapsel stiegen.

Im Anschluss wurden sie per Hubschrauber zum Kennedy Space Center geflogen. Von dort war die Crew am Donnerstagmorgen ins All gestartet. Das Außergewöhnliche an der Mission: Die Raumkapsel war ohne professionellen Astronaut:innen an Bord weitgehend automatisch geflogen und drei Tage lang in der Erdumlaufbahn geblieben. In rund 575 Kilometern Höhe hatte sie die Erde mehr als 15 Mal pro Tag umkreist – damit schwebte sie etwas höher als die Internationale Raumstation (ISS). Pro Erdumrundung brauchte das Raumschiff bei rund 30.000 Kilometern pro Stunde rund 90 Minuten.

„Inspiration4“ von SpaceX: „Willkommen im zweiten Weltraumzeitalter“

„Das war eine Wahnsinnsreise für uns alle, aber jetzt geht es erst richtig los“, erklärte der Milliardär Jared Isaacman kurz nach der Wasserung. Später fügte er auf Twitter hinzu: „Wir haben den Weltraum geliebt, aber es ist toll, wieder zu Hause zu sein!“ Neben Isaacman, der den Flug gechartert hatte, waren drei weitere Mitreisende bei einem Wettbewerb für die Mission „Inspiration4“ ausgewählt worden.

Hayley Arceneaux, Jared Isaacman, Sian Proctor und Chris Sembroski posieren, nachdem die Kapsel nach der Wasserung im Atlantik vor der Küste Floridas geborgen wurde.

Die 29-jährige Azthelferin Hayley Arceneaux flog, nachdem sie als Kind eine Krebserkrankung überlebt hatte, als bisher jüngste US-Amerikanerin in der Erdumlaufbahn. Der 42-jährige Chris Sembroski ist ein Veteran der US-Luftwaffe und die 51-jährige Sian Proctor eine Geowissenschaftlerin, die 2009 beinahe als Nasa-Astronautin ausgewählt worden war. „Bester Flug meines Lebens!“, schrieb Proctor auf Twitter.

„Willkommen im zweiten Weltraumzeitalter“, sagte Missionsleiter Todd Ericson auf einer Pressekonferenz nach der Landung. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Mission werde „die Raumfahrt für den Durchschnittsmann und die Durchschnittsfrau viel zugänglicher“.

Netflix dreht Doku über Tourismusflug von SpaceX

„Glückwunsch, Inspiration4!!!“, schrieb SpaceX-Gründer Elon Musk auf Twitter. Während der Reise waren unter anderem die Herzfrequenz, der Sauerstoffgehalt im Blut und die kognitiven Fähigkeiten der vier Reisenden überwacht worden, um die Auswirkungen des Weltalls auf Laien zu untersuchen.

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Ein Ziel der Mission war es, Spenden in Höhe von umgerechnet rund 170 Millionen Euro für das St. Jude‘s Kinderkrankenhaus zu sammeln. Arceneaux war als Kind in der Einrichtung im US-Bundesstaat Tennessee behandelt worden und arbeitet dort mittlerweile als Arzthelferin.

Die SpaceX-Kapsel landete im Atlantik vor der Küste Floridas.

Die Passagier:innen nahmen verschiedene Gegenstände wie eine Ukulele und Hopfen zum Brauen von Weltraumbier mit, die nun versteigert werden sollen. Während des All-Ausflugs, über den auch eine Dokumentation beim Streaming-Dienst Netflix entsteht, vertrieben sich die vier Weltraumreisenden die Zeit in der beengten Kapsel unter anderem mit Gesprächen mit Schauspieler Tom Cruise und Elon Musk. Auch die Glocke, die das Signal zum Handelsstopp an der New Yorker Börse gibt, durften sie virtuell läuten. Essenstechnisch wurde die Besatzung deutlich aufwendiger versorgt als konventionelle und längere Missionen: Neben Kaffee und Tee gab es unter anderem Sandwiches, Nudeln mit Bolognese-Sauce und einen Haufen Süßigkeiten.

Nächste SpaceX-Flüge für Amateuere ins Weltall geplant

SpaceX plant bereits die nächsten Tourismusflüge ins Weltall. Tatsächlich habe „die Zahl der Menschen, die sich über unsere Verkaufs- und Marketingportale an uns wenden, deutlich zugenommen“, sagte Benji Reed, Leiter der bemannten Raumfahrtprogramme bei SpaceX. Der nächste Flug mit drei Geschäftsleuten an Bord ist demnach für Januar 2022 angesetzt.

Im Juli waren bereits der britische Milliardär Richard Branson und Amazon-Gründer Jeff Bezos mit ihren privaten Weltraumunternehmen Virgin Galactic und Blue Orgin ins All geflogen. SpaceX hatte im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa bereits zehn Astronaut:innen zur Weltraumstation ISS gebracht, aber noch keine Weltraumtourist:innen befördert. Die Mission „Inspiration4“ ging deutlich weiter als die Flüge von Virgin Galactic und Blue Orgin, bei denen die Reisenden sich nur einige Minuten im All aufhielten. Wie viel der Raumflug gekostet hat, wollten weder der Milliardär Jared Isaacman noch SpaceX verraten. (tvd mit AFP/dpa)

Rubriklistenbild: © Inspiration4/dpa

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