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Antje Schröder: „Zu Turbostaat passt immer das Meer, es kommt auch in den Songs oft vor. Das Poster entstand zu dem Album Abalonia, in dem es auch um ein Mädchen geht, das man auf dem Poster sieht. Die Düsterheit durch den Totenkopf, der Blick in die Ferne zu der Sternschnuppe – das vereint die Komponenten Dunkelheit und Hoffnung, die sich in der Musik widerspiegeln – und auch die Eindrücke, die die Musik bei mir auslöst.“
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Antje Schröder: „Zu Turbostaat passt immer das Meer, es kommt auch in den Songs oft vor. Das Poster entstand zu dem Album Abalonia, in dem es auch um ein Mädchen geht, das man auf dem Poster sieht. Die Düsterheit durch den Totenkopf, der Blick in die Ferne zu der Sternschnuppe – das vereint die Komponenten Dunkelheit und Hoffnung, die sich in der Musik widerspiegeln – und auch die Eindrücke, die die Musik bei mir auslöst.“

Poster-Artwork

Sound auf Bildern

  • vonAndreas Sieler
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Limitierte Kunstdrucke für Musikfans und auch politische Botschaften: die Grafikerin und Künstlerin Antje Schröder im Gespräch über ihre Werke.

Für Antje Schröder alias Grace Helly ist Musik schon immer eine Leidenschaft. Als Grafikerin fertigt sie seit Jahren zahlreiche Konzertposter als Siebdrucke an, die an Merchandise-Ständen der Bands bei Konzerten angeboten werden: Internationale Größen wie Green Day, R.E.M., Billy Talent, Black Rebel Motorcycle Club und Portugal.The Man zählen ebenso zum Portfolio wie deutschsprachige Musiker - Kettcar, Helge Schneider, Beatsteaks und viele mehr: „Das soll ein wertiges künstlerisches Fan-Item sein in limitierter Auflage. Die werden auch nicht nachproduziert“, sagt sie im Gespräch mit der FR. Die 41-jährige Wahl-Hamburgerin betreibt gemeinsam mit einer Kollegin seit 2018 die Grafikagentur Kommune Art, die sich ihre Räumlichkeiten mit dem von den Musikern Thees Uhlmann, Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff gegründeten Independent-Label Grand Hotel van Cleef teilt.

Frau Schröder, wie würden Sie Ihren Musikgeschmack definieren?

Ich höre eigentlich die Bands, von denen ich auch Poster mache, das sind meine Lieblingsbands. Natürlich nicht alle, da ich es noch nicht geschafft habe, von allen Poster anzufertigen, oder es nicht durfte. Aber grundsätzlich spiegeln sie absolut meinen Musikgeschmack wieder. Der Schwerpunkt ist Rock und Indiemusik.

Damit ist es Ihnen gelungen, Ihre Interessen und Ihre Arbeit zu verbinden.

Absolut. Mir ging es nie darum, irgendwelche Poster zu entwerfen, sondern Poster für die Bands, die ich auch selber gerne höre.

Wie kommt die Auswahl zustande? Über Veranstalter oder direkt über die Bands?

Das ist unterschiedlich. Anfangs musste ich zunächst reinkommen. Da habe ich häufiger angefragt, dabei kommt es auch auf Kontakte an. Da ich schon vorher Grafiken für die Musikbranche gemacht habe, wusste ich, wo ich nachfragen kann. Mein allererstes Poster habe ich für Samiam gestaltet, die kannte ich zufällig, da war der Weg sehr kurz. Öfter habe ich Bands einfach angefragt, das hat dann teilweise geklappt. Bei größeren Bands wie Green Day geht der Weg dann über die Plattenfirma. Und immer häufiger sind nach und nach Leute auf mich zugekommen. Ganz toll fand ich es zum Beispiel, dass die Beatsteaks mich angefragt haben.

Sie machen auch Cover-Artwork ...

Seit 2000 mache ich Grafik für alles Mögliche, was mit der Musikbranche zusammenhängt – für Plattenfirmen, Anzeigen, Flyer, Merchandise. CD-Artwork zählt auch dazu. Grafik ist mein eigentlicher Job. Siebdrucke sind für mich mehr Hobby und nicht das, womit ich meine Miete verdiene. In der Grafikagentur machen wir viel CD-Artwork für sämtliche Genres. Und alles was zur Veröffentlichung eines Albums und einer Tour dazu gehört.

Wenn Sie ein Poster entwerfen – wie entsteht das Design?

Ich lasse mich von der Musik inspirieren. Das sieht man zum Beispiel an meinen Turbostaat-Postern, da ist überall das Meer drauf, was nahe liegt, da die Band aus Flensburg kommt und die Musik diesen nordischen, kühlen Flair hat. Das ist dann etwas, das ich bildlich verarbeite. Bei Conor Oberst ist immer viel Melancholie dabei. Das spiegelt sich dann in den Postern wieder. Deichkind macht viel Spaß, entsprechend sieht das Poster aus. Ich höre die Musik, schaue mir Interviews und Konzerte an und suche so lange, bis ich ein konkrete Idee habe.

Gibt es noch eine Band, für die Sie unbedingt noch etwas entwerfen wollen?

Auf jeden Fall für Jimmy Eat World, das habe ich lange probiert, es hat aber leider noch nicht geklappt. Für The National würde ich auch wirklich gerne mal etwas entwerfen.

In der Coronazeit gab es zwangsläufig weniger Projekte?

Klar, es gibt ja keine Konzerte. Ich hatte zuletzt im Februar vergangenen Jahres Poster für Kettcar und Nada Surf gemacht, die Nada-Surf-US-Tour konnte noch zur Hälfte stattfinden. 2020 habe ich zudem noch einen Siebdruck für ein Heimspiel des FC St. Pauli angefertigt. Weil die Kreativbranche brach lag, haben wir mit Kommune Art überlegt, was wir machen können. Ein Freund von uns hat eine Plakatierungsfirma, zusammen haben wir uns eine Kampagne überlegt und 13 Künstler in Hamburg gefragt, ob sie zum Thema „stay creative, stay safe“ ein Motiv beisteuern wollen. Die haben wir dann in Eigenregie produziert und wild im Schanzenviertel plakatiert. Es gab darüber einige Artikel – in der Morgenpost, im Internet, im NDR. Wir haben versucht, etwas aus der Krise zu machen. An einem Stand auf St. Pauli haben wir dann die Poster verkauft und die Einnahmen an ProAsyl gespendet. Das war quasi eine öffentliche Ausstellung. Ich hoffe, es geht bald wieder los.

Interview: Andreas Sieler

Eine Auswahl der Bilder gibt es online auf: Facebook.com/gracehellyprints und auf instagram.com/gracehelly/

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