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Unwetter-Warnung: Heftige Gewitter drohen – DWD warnt vor Orkanböen

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Von: Nadja Austel, Nail Akkoyun

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An Pfingsten ist mit starken Gewittern zu rechnen, warnen Meteorologen. Am Sonntag (5. Juni) soll das Unwetter seinen Höhepunkt erreichen.

+++ 15.50 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt weiter vor Gewitter (Unwetter) und Starkregen. Wie der DWD mitteilt, kommt es gebietsweise im Süden, vereinzelt auch im Westen zu Gewittern, teils mit Starkregen bis zu 25 l/qm innerhalb kurzer Zeit, lokal auch etwas darüber (Unwetter). Außerdem seien steife bis stürmische Böen sowie kleinerer Hagel möglich.

Ab 16 Uhr kann es dann gebietsweise kräftigere Entwicklungen mit Starkregen um 20 l/qm innerhalb kurzer Zeit geben, örtlich auch mit heftigem Starkregen um 30 l/qm, Hagel bis 2 cm Korngröße und stürmischen Böen oder Sturmböen von bis zu 85 km/h.

Die schwersten Gewitter mit hoher Unwettergefahr gibt es dabei wahrscheinlich vom Bodenseeraum und der Ostalb bis hinüber nach Südostbayern bzw. zum Bayerischen Wald. Neben heftigem Starkregen teils über 40 l/qm in wenigen Stunden vor allem größerer Hagel um 4 cm, lokal bis 7 cm nicht ausgeschlossen und schwere Sturmböen bis hin zu Orkanböen von 95 bis 120 km/h.

Bei den Unwettern am Pfingstsonntag können sich Superzellen und Tornados bilden. (Symbolbild)
Bei den Unwettern am Pfingstsonntag können sich Superzellen und Tornados bilden. (Symbolbild) © Robert Michael/dpa

Unwetter-Warnung für den Süden und Südwesten

Update vom Sonntag, 5. Juni, 10.50 Uhr: Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet, wird sich das angekündigte Unwetter vorerst voraussichtlich auf den Süden und den Südwesten Deutschlands konzentrieren. Derzeit wird vor schweren Gewittern, zum Teil mit Starkregen sowie Hagel, gewarnt. Dabei sei im Südwesten mit Sturmböen von bis zu 85 km/h zu rechnen.

Im Laufe des Nachmittags könnte sich das Gewitter auch weiter Richtung Norden und Osten bewegen, wo sich die Unwetterlage dann nach einer kurzen Abschwächung wieder intensivieren könnte. Eine aktuelle Grafik des DWD zeigt jedoch weder für Hessen noch für Niedersachsen Unwetter-Warnungen auf.

Unwetter-Warnung: Eine „hochexplosive Situation“

Erstmeldung vom Samstag, 4. Juni: Kassel – Die Ruhe vor dem Sturm legt sich am Samstag (4. Juni) über das Wetter in Deutschland. Am Freitag (3. Juni) waren bereits erste einzelne Gewitter über den Süden des Landes hinweg gezogen. Diese waren allerdings noch nicht in „organisierten Systemen“ zusammengeschlossen, so Meteorologe Jan Schenk. Gewitter seien zwar im Erzgebirge und zwischen Nürnberg und Passau auch am Samstag (4. Juni) möglich. Der Unwetter-Schwerpunkt liege aber klar auf dem Sonntag (5. Juni).

„Eine ganze Welle von Tiefausläufern reiht sich hintereinander über Deutschland auf und führt einerseits schwül-warme, teilweise auch heiße Luft aus Süden heran. Gleichzeitig hält im Norden kühlere Luft dagegen“, erläutert Meteorologe Carlo Pfaff. Der Wetterexperte sieht darin eine „hochexplosive Situation“, die sich nach einer Beruhigung am Samstag zum Pfingstsonntag hin erneut verschärfen könnte.

Unwetter-Warnung: „Gewitter-Wand“ zieht über Deutschland

Bereits am frühen Morgen sei am Sonntag (5. Juni) mit Gewitter-Ausläufern zu rechnen, die im Südwesten aus Frankreich hereinziehen. Schon diese seien gefährlich, warnt Schenk. Es sei mit Starkregen zu rechnen, der teilweise heftig ausfallen werde. Es sei Vorsicht vor gefluteten Kellern, Hagel und Sturmböen geboten.

Das Unwetter werde sich im Laufe des Sonntags bis in den Nord-Osten Deutschlands ausbreiten. Zwei Gewitter-Schwerpunkte werden sich laut Voraussage am Nachmittag herauskristallisieren: Einer liege im Westen, vom Bergischen Land bis hinunter in den Westerwald. Der andere Schwerpunkt ziehe aus der Schweiz und der schwäbischen Alb heraus Richtung Nord-Osten.

Diese würden „zu einer richtigen Gewitter-Wand,“ warnt Meteorologe Schenk. Gewitterzellen würden sich hier miteinander verbinden und sich gegebenenfalls zu Superzellen zusammenschließen. Das Cluster erreiche mit Sicherheit Ulm, Augsburg, Regensburg, Landshut und Passau. Dort könne es „richtig gefährlich“ werden. Der Starkregen wird hier mit bis zu 60 Litern pro Stunde erwartet – vor Überschwemmungen muss deshalb gewarnt werden. In diesen Gebieten steige auch die Tornado-Gefahr. „Hier bitte vorsichtig sein“, betont Schenk.

Unwetter-Warnung: Tornado-Gefahr am Sonntag erhöht

Im Norden, um Paderborn, Hannover und Bielefeld, könne es zwar auch gefährlich werden, allerdings sei hier die Superzellen-Gefahr weitaus niedriger einzustufen. Mit heftigem Starkregen müssen man dennoch auch hier rechnen, so Schenk. Er erinnert an eine ähnliche Situation im Juni 2021, in der heftiger Niederschlag die Stadt Landshut binnen weniger Minuten überflutet hatte. Die Gewitter, mit denen am Sonntag im Süden und im Westen zu rechnen sei, sind laut Schenk „letztendlich lebensgefährlich“.

Meteorologe Pfaff erklärt das Phänomen der Unwetter-Superzellen: „Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Gewitterzelle, in der sich Auf- und Abwinde getrennt voneinander gebildet haben und die dann rotieren kann. Wenn dieses riesige Gewitter sich über mehrere Kilometer ausdehnt und für mindestens 30 Minuten anhält, dann ist eine Superzelle entstanden, an der sich sogar Tornados entwickeln können.“ Auch am Abend des Pfingstsonntags sieht Meteorologe Pfaff noch Gefahrenpotenzial: „In den späten Abendstunden erreichen die teils noch kräftigen Gewitter dann den Streifen von Schleswig-Holstein bis zum Erzgebirge.“

Unwetter-Warnung für Deutschland: Tornado-Gefahr wird noch unterschätzt

Die steigende Gefahr von Tornados in Deutschland, wie sie kürzlich in Paderborn zu sehen war, werde hierzulande noch eher unterschätzt, so Wetterexperte Jörg Kachelmann gegenüber dem Spiegel. „In den USA hätte man um 16.40 Uhr in Paderborn und anderen Orten auf der Zugbahn die Sirenen aktiviert und gleichzeitig in allen Medien Livestreams geschaltet“. Ein ähnliches Warnsystem müsse auch in Deutschland etabliert werden, sonst werde es sehr gefährlich. Begründet sei die Notwendigkeit etwa durch sie hohe Opferzahl in Paderborn, obwohl der dortige Tornado „nicht einmal besonders stark“ gewesen sei. Laut Behördenangaben wurden in Folge des Luftwirbels mehr als 40 Personen verletzt, 13 von ihnen schwer, ein Opfer sogar lebensgefährlich. (na/nak)

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