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Ende Oktober 2020 findet die Zeitumstellung auf die Winterzeit statt - und bald soll die Zeitumstellung ganz abgeschafft werden.
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Ende Oktober 2020 findet die Zeitumstellung auf die Winterzeit statt - und bald soll die Zeitumstellung ganz abgeschafft werden.

Winterzeit und Sommerzeit

Wann wird die Zeitumstellung endlich abgeschafft?

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Gerade wurde wieder an der Uhr gedreht, und alles auf Winterzeit umgestellt. Wir erklären, welcher Gedanke dahinter steckt - und wann die Zeitumstellung abgeschafft wird.

  • In der Nacht vom 24. auf 25. Oktober 2020 fand die Zeitumstellung zur Winterzeit statt.
  • Die Uhren wurden dabei eine Stunde zurückgestellt - von Sommerzeit (MESZ) auf Winterzeit (MEZ).
  • Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft? Das ist der neueste Stand auf EU-Ebene.

Frauen leiden mehr unter der Zeitumstellung als Männer. Das zeigt eine Umfrage aus dem Jahr 2019. Rund zwei Drittel der befragten Frauen können nach der Zeitumstellung entweder abends schlechter einschlafen, nachts schlechter durchschlafen - oder sie haben Probleme beim Aufstehen am Morgen. Bei den Männern ging es 42 Prozent ähnlich.

Am letzten Wochenende im Oktober ist es jedes Jahr so weit: 2020 wurde in der Nacht vom 24. auf 25. Oktober an der Uhr gedreht und die Zeit von Sommerzeit (MESZ) auf Winterzeit (MEZ) umgestellt. Doch was steckt hinter der regelmäßigen Zeitumstellung? Und was ist eigentlich aus der Abschaffung der Zeitumstellung geworden? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Zeitumstellung.

Zeitumstellung: Am letzten Oktober-Wochenende wird auf Winterzeit umgestellt

Draußen wird es schon merklich früher dunkel und auch das Wetter spricht dafür, dass der Sommer 2020 Geschichte ist. Da ist die Zeitumstellung nicht mehr weit. 2020 wurden die Uhren in der Nacht von Samstag, 24. Oktober 2020, auf Sonntag, 25. Oktober 2020, in Deutschland auf Winterzeit umgestellt. Sie wurden von der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) auf die normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ) gestellt.

Wird die Uhr bei der Zeitumstellung im Herbst 2020 vor- oder zurückgestellt?

In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2020 wurden die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Das bedeutet, dass die Nacht eine Stunde länger wird - eine gute Nachricht für Langschläfer oder Partygänger und gleichzeitig eine schlechte Nachricht für alle, die in der Nachtschicht arbeiten und deren Nacht sich durch die Zeitumstellung um eine Stunde verlängert.

Wann wird die Zeitumstellung eigentlich endlich abgeschafft?

Alles begann mit einer Online-Abstimmung der EU-Kommission zur Zeitumstellung. 4,6 Millionen Europäer stimmten ab, die meisten davon kamen aus Deutschland. Die große Mehrheit der Befragten sprach sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus. Doch die Zeitumstellung gibt es auch im Oktober 2020 immer noch. Woran hängt es?

Wäre es nach der EU-Kommission gegangen, wäre die Zeitumstellung bereits seit Oktober 2019 Geschichte. Doch so einfach ist es offenbar nicht. Die einzelnen EU-Staaten können selbst entscheiden, in welcher Zeitzone - MESZ oder MEZ - sie nach der Abschaffung der Zeitumstellung bleiben wollen. Doch das könnte ein Problem werden, denn stimmen sich die Staaten nicht untereinander ab, könnte aus der großen Zeitzone Mitteleuropas ein Flickenteppich werden. Das wäre unter anderem für den Tourismus und die Wirtschaft ein Problem.

In einem öffentlichen Dokument der rumänischen Ratspräsidentschaft hieß es im Juni 2019 deshalb auch: „Ein EU-weit harmonisierter und koordinierter Ansatz ist von entscheidender Bedeutung, um Zeitzonen-Flickenteppiche zu vermeiden und das reibungslose Funktionieren des EU-Binnenmarktes zu gewährleisten.“

Europaparlament will die Zeitumstellung abschaffen - doch das ist nicht so einfach

Das Europaparlament hat sich bereits dafür ausgesprochen, dass die Zeitumstellung ab 2021 abgeschafft wird. Im März 2021 soll die Uhr demnach zum letzten Mal umgestellt werden. Nun müssen die EU-Staaten zustimmen, zuständig dafür sind die Verkehrsminister. Die sind sich noch nicht einig, eine Gesetzesvorlage gibt es ebenfalls noch nicht. Ob das Ende der Zeitumstellung im Jahr 2021 tatsächlich kommt ist bisher unklar.

Was bedeutet die Zeitumstellung im Alltag?

Beim Blick aus dem Fenster merkt man nach der Zeitumstellung, dass es morgens wieder früher hell wird. Gleichzeitig wird es jedoch abends früher dunkel.

Seit wann gibt es in Deutschland Sommerzeit, Winterzeit und die Zeitumstellung?

In Deutschland gab es bereits mehrmals eine Zeitumstellung: Erstmals im deutschen Kaiserreich in den Jahren 1916 bis 1918. Dann wurde die Zeitumstellung wieder abgeschafft, um sie im Kriegsjahr 1940 wieder einzuführen. Von April 1940 bis November 1942 herrschte durchgehend Sommerzeit. Nach dem Kriegsende 1945 wurde die gesetzliche Zeit in Deutschland von den Besatzungsmächten festgelegt. Daraus folgte unter anderem, dass in der sowjetischen Besatzungszone und Berlin die Sommerzeit 1945 zwei Monate länger als im übrigen Deutschland dauerte.

Von 1950 bis 1979 gab es in Deutschland keine Zeitumstellung. Erst 1978 beschloss die Bundesrepublik Deutschland erneut die Einführung der Sommerzeit, in Kraft trat diese Änderung 1980. Seitdem gibt es in Deutschland wieder die halbjährliche Zeitumstellung.

Seit 1996 wird die Zeitumstellung in der EU einheitlich am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober vollzogen. Derzeit gibt es in Mitteleuropa eine große Zeitzone, die von Polen im Osten bis Spanien im Westen reicht. Insgesamt 17 Staaten machen mit.

Am letzten Sonntag im Oktober wird von Sommerzeit auf Winterzeit umgestellt - zumindest vorerst noch.

Welche Überlegungen stecken hinter der Zeitumstellung?

Als die Sommerzeit in Deutschland 1980 wieder eingeführt wurde, hatte das mehrere Gründe:

  • Die westlichen Nachbarn Deutschlands hatten bereits 1977 die Sommerzeit eingeführt und Deutschland wollte sich daran anpassen.
  • Man musste sich mit der DDR auf eine gemeinsame Zeit einigen, um Deutschland und vor allem Berlin nicht auch noch zeitlich zu teilen. BRD und DDR führten die Sommerzeit gleichzeitig ein.

Ein Hintergrund, warum in einigen europäischen Ländern bereis 1977 die Zeitumstellung eingeführt wurde, war energiepolitischer Art: Als Nachwirkung der Ölpreiskrise von 1973 hoffte man, durch das bessere Ausnutzen des Tageslichts Energie zu sparen. Allerdings ist der wirtschaftliche Nutzen nur gering - und die Zeitumstellung hat auch negative Aspekte, etwa gesundheitlicher Art.

Welche gesundheitlichen Aspekte gibt es bei der Zeitumstellung zu beachten?

Etwa jeder Vierte (26 Prozent) kämpft nach der Zeitumstellung mit gesundheitlichen oder psychischen Problemen, zeigt die Umfrage einer Krankenkasse. Unter anderem stört die Zeitumstellung den Schlafrhythmus vieler Menschen. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) spricht sich aus gesundheitlichen Gründen für die konstante Beibehaltung der Normalzeit (Winterzeit, MEZ) aus (pdf). Der Hintergrund: Das Tageslicht sei der „Hauptzeitgeber“ für die innere Uhr des Menschen und für den Wach-Schlaf-Rhythmus. All das wird nach Ansicht der Experten vor allem in der Winterzeit gewährleistet.

Auch andere Forscher warnen vor der „ewigen Sommerzeit“. Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München warnte bereits vor einem Jahr gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme – das heißt, wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger.“ Auch Lehrer sind gegen die Sommerzeit.

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