Wirkt erfrischend, ist aber kontraproduktiv.
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Wirkt erfrischend, ist aber kontraproduktiv.

Hitze

Sommer, Sonne, Pfefferminztee

Eine erfrischende Dusche und ein eiskaltes Getränk? Super, oder? Hitzemythen halten sich hartnäckig – ein Faktencheck.

Bei Temperaturen über 30 Grad tragen die meisten Menschen nur noch knappe Kleidung, ins Freibad geht’s in Bikini oder Badehose. Da steigt bei manchem die Libido. Aber hängt das mit dem Wetter zusammen? Und stimmt es, dass es mittags am heißesten ist? Zeit für einen Faktencheck.

Behauptung: Warmes Wetter steigert die Lust auf Sex.

Bewertung: Stimmt.

Fakten: Hitze wirkt sich tatsächlich auf das Sexleben aus. „Mit den Temperaturen steigt auch unsere Libido“, sagt Frauenärztin Sheila de Liz. Sonnenlicht und Wärme sind laut der Expertin wichtig für unser Lustempfinden, denn so produziere der Körper mehr Vitamin D. Das erhöhe die Stimmung und sorge für Entspannung. Weniger Kleidung und mehr nackte Haut sind laut de Liz zusätzliche optische Reize, die die Hormone in Wallung bringen.

Behauptung: Hitze schadet Laptop und Smartphone.

Bewertung: Richtig.

Fakten: Etwas im Park auf dem Laptop schreiben oder mit dem Handy Videos drehen? Ja, aber im Schatten! Denn Elektronik sollte kühl gehalten werden, rät Alexander Spier vom Magazin für Computertechnik „c’t“. Hitze und Sonne können mitunter zu Beeinträchtigungen führen: Die Geräte arbeiten dann langsamer, es kommt zu Darstellungsstörungen auf dem Display, oder die Lebensdauer wird verkürzt.

Behauptung: Warmes Wetter sorgt für Hitzepickel.

Bewertung: Stimmt.

Fakten: Ein paar ruhige Momente in der Sonne, schon können sich kleine Bläschen am Körper bilden – sogenannte Hitzepickel. „Sie entstehen wegen verstopfter Schweißdrüsen, hervorgerufen durch einen Hitzestau“, sagt Dermatologin Uta Schlossberger. Schuld ist meist enge, undurchlässige Kleidung. Aber auch an stark schwitzenden Stellen treten sie oft auf. Sobald der Körper abkühlt, verschwinden sie laut der Ärztin meist wieder.

Behauptung: Mittags ist es am heißesten.

Bewertung: Falsch.

Fakten: „Feierabendhitze“ wäre treffender. „Die Temperatur ist an einem Hochsommertag erst zwischen 16 und 17 Uhr am höchsten“, sagt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. Der Wärmegrad erreicht den Höhepunkt also nicht zeitgleich mit dem Höchststand der Sonne, sondern verzögert. Dann, wenn der Boden maximal erwärmt ist und Straßen und Dächer Hitze abgeben.

Behauptung: Eine kalte Dusche hilft gegen Schwitzen.

Bewertung: Besser nicht.

Fakten: Es ist verlockend, den überhitzten Körper eiskalt abzubrausen – letztendlich ist es jedoch kontraproduktiv. Durch das kalte Wasser gehe die Körpertemperatur zwar erst einmal runter. Anschließend schwitze man aber durchaus mehr. „Weil der Körper die Temperatur wieder hochschraubt“, erklärt Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Vor allem nach einer intensiven Trainingseinheit sei eine kalte Abkühlung Stress für den Körper. Er rät, es ruhig mit der Temperatur angehen zu lassen und mit handwarmem Wasser zu duschen. Das kann man dann Schritt für Schritt kälter drehen.

Behauptung: Ein eiskaltes Getränk ist die beste Erfrischung.

Bewertung: Falsch.

Fakten: Ähnlich wie bei der frischen Dusche verhält es sich bei Wasser, Limo und Co. „Kalte und eiskalte Getränke belasten den Körper deutlich mehr als wohltemperierte oder warme, denn er muss viel Energie aufbringen, um die Temperatur zu regulieren“, erklärt Jan-Christoph Lewejohann von der Asklepios Klinik Wandsbek. Kühle Drinks können zudem zu Magenproblemen und Unwohlsein führen. Deshalb ruhig zum warmen Pfefferminztee greifen. Auch der kann erfrischen.

Behauptung: Beduinen schützen sich mit dunkler Kleidung gegen Hitze.

Bewertung: Stimmt, wobei eher der Schnitt entscheidend ist.

Fakten: Die Wüstenbewohner Nordafrikas und im Nahen Osten tragen oft dunkle Gewänder, obwohl diese Sonnenlicht aufsaugt – warum? Israelische Forscher haben sich 1980 damit beschäftigt. Ergebnis: Die Farbe der Gewänder machte kaum einen Unterschied, wohl aber der Schnitt. Denn die Beduinen tragen ihre Roben locker um den Körper – so kann Luft hindurchströmen, die die Wärme abtransportiert und die Haut kühlt. (Jordan Raza, dpa)

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