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Michelle Hunziker bekommt eine eigene TV-Show.

Nach „Wetten, dass..?“

Solo für Michelle Hunziker

Zum ersten Mal moderiert die Italienerin in Deutschland alleine eine Show. Worum es genau geht, verrät Hunziker noch nicht - nur so viel: "Wir überraschen in unserer Sendung Leute, die sich für andere sehr engagieren oder eine persönliche Geschichte haben."

Von Carsten Rave

Wenn jemand die Kunst beherrscht, im langen und tief dekolletierten Abendkleid mit strahlendem Lachen und funkelnden Augen die Showtreppe hinunterzuschreiten, dann ist es Michelle Hunziker. Die 37-Jährige, als Moderatorin und Model gleichermaßen geübt, ist für viele Programmgestalter im Fernsehen immer noch eine gute Option für die Besetzung einer Unterhaltungssendung.

Auch das ZDF entschied sich jetzt für Thomas Gottschalks ehemalige „Wetten, dass..?“-Assistentin Hunziker, um „Die große Überraschungsshow“ an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) über die Bühne zu bringen. Für den blonden Italien-Export ist es die erste abendfüllende Solo-Show.

Was in der Sendung genau passiert, lassen das ZDF und Hunziker offen, sonst wäre es ja auch keine Überraschungsshow. Im Grunde wissen um dieses Geheimnis nur diejenigen, die bei der Aufzeichnung am 15. März dabei waren. „Wir wollen vorher nicht zu viel verraten, sonst sind die Überraschungen ja keine mehr und es wird langweilig“, sagte Hunziker.

„Soviel kann ich aber sagen: Wir überraschen in unserer Sendung Leute, die sich für andere sehr engagieren oder eine persönliche Geschichte haben. Die Sendung wird sehr emotional und hoffentlich auch für die Zuschauer unterhaltsam.“

Überraschung trägt immer noch

Die Überraschung als Kitzeleffekt? Das klingt ein wenig nach den achtziger und neunziger Jahren, als Rudi Carrell mit lausbübischem Charme noch „Lass Dich überraschen“ trällerte oder Kai Pflaume in der Reihe „Nur die Liebe zählt“ völlig verblüffte Menschen von ihren Herzdamen oder -buben mit einem Liebesgeständnis oder Heiratsantrag übertölpeln ließ. „Ich glaube, dass wir gerne sehen, wenn jemand sich freut über etwas, mit dem er nicht gerechnet hat, besonders, wenn derjenige es verdient hat“, gibt Hunziker als Begründung an, dass das Element Überraschung immer noch trägt.

Doch zu befürchten ist das Gegenteil. Gerade Unterhaltungssendungen leiden gegenwärtig im TV darunter, dass sich das vorwiegend junge Publikum lieber im Netz amüsiert als im Pantoffelkino. „Ich glaube, dass eine solche Entwicklung normal ist“, meint die gebürtige Schweizerin, die inzwischen italienische Staatsbürgerin ist. „Bei uns in Italien ist das nicht anders. Die jungen Leute schauen weniger TV, nutzen eher den Computer oder alternative Angebote, um sich anzuschauen, was sie wollen und vor allem, wann sie es wollen!“ Trotzdem werde weiterhin ferngeschaut.

Wie geht es die nächsten Wochen weiter? Zunächst will Eros Ramazzottis Ex-Frau, die bald ihren neuen Partner und Vater ihres zweiten Kindes, Tomaso Trussardi, heiraten will, bei ihrer Überraschungsshow bleiben, die sie wohl noch ein zweites Mal präsentieren wird. „Ich gehe gerne eine Sache nach der anderen an“, sagt sie. „Und natürlich halte ich die Augen offen und bin offen für neue Ideen und Konzepte. Die Satireshow „Striscia la Notizia“ werde es in Italien weitergeben. „Die Sendung mache ich jedes Jahr drei Monate lang täglich und wir sind gerade dabei das Timing festzulegen. Außerdem entwickeln wir für Italien gerade neue Konzepte.“

Mit einer gewissen Sorge blickt Hunziker auf die Entwicklung des ZDF-Flaggschiffs „Wetten, dass..?“, das bei seiner Februar-Ausgabe nicht mal mehr sechs Millionen Zuschauer sehen wollten. Ist diese Entwicklung Moderator Markus Lanz anzulasten? „Natürlich kann man das nicht und es ist ungerecht. Es gibt die Sendung schon so lange, dass es in der Natur der Sache liegt, dass die Quoten rückläufig sind.“ Würde sie einem Lockruf des ZDF folgen, um zu „Wetten, dass..?“ zurückzukehren? „Das bleibt mein Geheimnis.“

(dpa)

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