Teddybären, Kerzen und Blumen liegen und stehen vor einem Haus.
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Solingen trauert.

NRW

Solingen richtet Spendenkonto für Beerdigung der toten Kinder ein

Ermittler gehen davon aus, dass die Mutter in Solingen ihre fünf toten Kinder erstickte. Anwohner trauern mit Lichterkette und einer Schweigeminute.

  • In einem Haus in Solingen wurden die Leichen von fünf Kindern gefunden.
  • Nach Angaben der Ermittler soll die Mutter die Kinder in Solingen betäubt und erstickt haben.
  • Die Ermittler gehen „emotionaler Überforderung“ als Motiv aus und haben einen Haftbefehl beantragt.

Update vom Samstag, 05.06.2020, 13.35 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod von fünf Kindern in Solingen will die Stadt am Montag ein Spendenkonto einrichten, mit dem unter anderem die Beerdigung bezahlt werden soll. Über die sozialen Medien hätten sich zahlreiche Spendenwillige gemeldet, sagte am Samstag ein Stadtsprecher. 

Die Nachbarn der Familie wollten am Samstagabend mit einer Lichterkette und einer Schweigeminute Abschied nehmen. Alle Anwohner seien gebeten, um 18.50 Uhr vor die Tür zu treten und eine Lichterkette zu bilden. „Der Tod von fünf Kindern trifft unsere Nachbarn, uns und die Hasseldelle ins Herz“, heißt es in einem Aufruf zur Lichterkette in dem Solinger Stadtteil.  
  

Solingen: Mutter soll ihre Kinder erstickt haben

+++ 17.20 Uhr: Nach dem Fund von fünf toten Kindern im nordrhein-westfälischen Solingen gehen die Ermittler davon aus, dass die 27-jährige Mutter die Kinder betäubte und erstickte. Die Ermittler nehmen zudem an, dass die Frau „die Tat in einem Zustand emotionaler Überforderung begangen hat und da auch das Motiv zu suchen ist“.

Die Ermittler haben für die Mutter Haftbefehl beantragt. Der Vorwurf laute auf Mord in fünf Fällen, sagte Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt in Solingen. Die 27-Jährige sei nach einem mutmaßlichen Suizidversuch weder vernehmungs- noch haftfähig - deshalb könne das zuständige Gericht über den beantragten Haftbefehl noch nicht entscheiden.

Tote Kinder von Solingen: Warten auf das Obduktionsergebnis

+++ 14.00 Uhr: Nach dem Fund von fünf getöteten Kindern in Solingen erwarten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag das Obduktionsergebnis. Ein Polizeisprecher in Wuppertal wollte sich zunächst nicht zu einem Bericht der „Bild“-Zeitung äußern, wonach die Mutter der Kinder diese vergiftet haben könnte. Der Zeitung zufolge wiesen die Leichen der Kinder im Alter von einem bis acht Jahren keine äußeren Verletzungen auf.

In dem Fall führt die Mordkommission die Ermittlungen. Keine Angaben machte die Polizei zunächst auch zum Gesundheitszustand der 27 Jahre alten Mutter. Diese wird nach einem Suizidversuch schwer verletzt im Krankenhaus behandelt. Den aktuellen Ermittlungsstand wollen Staatsanwaltschaft und Polizei am späten Nachmittag mitteilen.

Trauer um die toten Kinder in Solingen

Update vom Freitag, 04.09.2020, 7.15 Uhr: Fünf Kinder sind tot, die Mutter steht unter Verdacht: Nach dem Verbrechen von Solingen rückt die Aufklärung in den Mittelpunkt. Am Freitag wollen die Ermittler Nachbarn befragen und bei einer Pressekonferenz über die Hintergründe des Falls informieren.

Am Donnerstagabend versammelten sich viele Menschen vor dem Mehrfamilienhaus in Solingen. Nachbarn stellten Kerzen auf, sie legten Blumen und Teddybären als Zeichen der Trauer ab. Am Abend gab es eine Schweigeminute vor dem Haus. Gegen Mitternacht wurden die Leichen der Kinder abtransportiert.

Am frühen Freitagmorgen waren kaum noch Menschen vor Ort. Die Polizei baute die Absperrungen um das Haus in Solingen-Hasseldelle zurück. Die Mutter kann derzeit nicht vernommen werden.

Drama in Solingen: Fünf Kinder tot - Kontakt zum Vater hergestellt

+++ 19:17 Uhr: Die Polizei hat nach eigenen Angaben inzwischen Kontakt zum Vater der in Solingen getöteten Kinder. Nähere Details dazu nannte Polizeisprecher Stefan Weiand am Donnerstag (03.09.2020) in Solingen vorerst nicht. Auch zu den Todesumständen der fünf Kinder hält sich die Polizei noch bedeckt. „Was wann genau warum passiert ist, wissen wir noch nicht, nur, dass es eine sehr tragische Situation ist“, sagte Polizeisprecher Stefan Weiand. Auf Gerüchte, wonach die Kinder mit Tabletten getötet worden sein könnten, gingen die Ermittler nicht ein. „Wir wissen nicht, wie sie ums Leben gekommen sind“, sagte ein Sprecher.

Die Polizei hatte am Donnerstagnachmittag (03.09.2020) auf den Hinweis der in Mönchengladbach lebenden Großmutter fünf Kinderleichen in einer Privatwohnung in einem Mehrfamilienhaus in Solingen gefunden. Die Mutter der Kinder im Alter von einem bis acht Jahren habe zu dem Zeitpunkt am Hauptbahnhof Düsseldorf einen Selbstmordversuch* unternommen, indem sie vor eine S-Bahn sprang. Sie wurde schwer verletzt aus dem Gleisbett gerettet und ist der Polizei zufolge noch nicht vernehmungsfähig.

Die 27 Jahre alte Mutter soll den ältesten Sohn (11) mit an den Düsseldorfer Hauptbahnhof genommen haben. Danach fuhr der Junge offenbar mit einem anderen Zug Richtung Mönchengladbach zur Großmutter.

Eine 27-jährige Mutter soll in Solingen fünf Kinder umgebracht haben.

Drama in Solingen: „Im Bergischen noch nie zuvor so etwas vorgekommen“

Der tragische Fund der fünf toten Kinder in Solingen hat in Nordrhein-Westfalen Bestürzung ausgelöst. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) war nach einem Besuch am Tatort sichtlich schockiert. „Heute ist ein Tag, an dem wir in Solingen sehr traurig sind, weil eine Tat geschehen ist, die uns tief ins Herz getroffen hat“, sagte Kurzbach gegenüber Journalisten vor Ort. Der für Solingen zuständige Präsident der Polizei Wuppertal, Markus Röhrl, sagte vor Ort: „Das ist eine erschütternde Dimension.“ Seines Wissens sei „bei uns im Bergischen noch nie zuvor je so etwas vorgekommen“.

Auch Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich erschüttert: „Das Familiendrama von Solingen erfüllt mich mit großer Trauer und im Moment bin ich mit meinen Gedanken und mit meinem Gebet bei fünf kleinen Kindern, die so furchtbar früh aus dem Leben gerissen wurden.“

Solingen: Fünf Kinder im Alter zwischen 1 und 8 Jahren ums Leben gekommen

+++ 16.22 Uhr: Im Fall der fünf toten Kinder in Solingen ist jetzt das Alter der Kinder bekannt: Der Polizei Wuppertal zufolge handelt es sich um drei Mädchen im Alter von eineinhalb, zwei und drei Jahren sowie um zwei sechs und acht Jahre alte Jungen. Ein elfjähriger Sohn der Frau habe überlebt und sei bei Familienangehörigen untergebracht worden.

Nach dpa-Informationen hatte die Großmutter der Kinder die Polizei um kurz vor 14 Uhr darüber informiert, dass ihre 27-jährige Tochter die Kinder getötet habe. Daraufhin fanden Beamten die fünf Leichen in der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.

Drama in Solingen: Mutter soll fünf ihrer Kinder umgebracht haben

Update vom Donnerstag, 03.09.2020, 15.39 Uhr: Erste Anhaltspunkte im Fall um die in Solingen gefundenen toten fünf Kinder: Eine 27-jährige Mutter soll ihre Kinder umgebracht haben. Die Mutter habe sich danach im Hauptbahnhof Düsseldorf auf die Gleise begeben, aber verletzt überlebt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Die zuständige Polizei in Wuppertal bestätigte das am Donnerstag zunächst nicht. Zuvor hatte „Bild.de“ berichtet.

Krankenwagen stehen vor einem Haus. In Solingen sind in einem Haus mehrere tote Kinder gefunden worden.

Solingen: Fünf tote Kinder in Haus gefunden

Erstmeldung vom Donnerstag, 03.09.2020, 14.51 Uhr: In Solingen sind fünf tote Kinder gefunden worden. Das bestätigte die Polizei in Wuppertal am Donnerstag der dpa. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Ermittlerkreise gingen von einem Verbrechen aus.

Der Tatort liegt im Solinger Stadtteil Hasseldelle. Die Leichen wurden in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus entdeckt. Vor dem Haus waren am Nachmittag zahlreiche Polizei- und Rettungswagen zu sehen.

Laut Polizei laufen die Ermittlungen. Über das Alter der Opfer machte die Polizei zunächst keine Angaben. Auch über die Eltern gab es keine Informationen. Solingen liegt im Bergischen Land, rund 35 Kilometer von Düsseldorf entfernt.

Der Artikel wird aktualisiert, sobald mehr Informationen vorliegen. (FR)

*Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bei Depressionen und anderen psychischen Notfall-Situationen gibt es außerdem unter www.deutsche-depressionshilfe.de. Hilfe bietet auch der Krisendienst Frankfurt unter 069-611375. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.bsf-frankfurt.de.

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