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Mode

„Slow Fashion“ wird zum Trend

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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Berichte über eingestürzte Nähfabriken, giftige Textilfarben und Billiglöhne in asiatischen Produktionsländern der Textilbranche beunruhigen hiesige Verbraucher. Laut einer Umfrage halten es drei Viertel der Befragten für wichtig, dass die Produkte nachhaltig hergestellt werden.

Kleidung ist in den letzten Jahren immer billiger geworden – und immer mehr zur Einweg-Ware, zur „Fast Fashion“. Ein T-Shirt für zwei Euro, eine Jeans für 9,99 Euro? Keine Seltenheit. Pro Monat kauft jeder Deutsche im Schnitt fünf neue Kleidungsstücke, Jugendliche eher mehr. Allein zwischen 2000 und 2010 hat sich der Konsum von Kleidung fast verdoppelt. Doch die Verbraucher sind offenbar bewusster geworden, welche negativen Folgen mit der Ex- und Hopp-Kleidung verbunden sind. Laut einer aktuellen Umfrage halten es fast drei Viertel der Befragten für wichtig, dass die Produkte nachhaltig hergestellt werden. Und drei von zehn Deutschen haben in den letzten zwölf Monaten auch mindestens ein nachhaltig produziertes Kleidungsstück gekauft.

Die Berichte über eingestürzte Nähfabriken, giftige Textilfarben und Billigstlöhne in den asiatischen Produktionsländern der Textilbranche haben offenbar doch Wirkung. Zumindest die Absichten der hiesigen Verbraucher sind vorbildlich. Nachhaltigkeit bei den Klamotten ist laut der Umfrage für 34 Prozent der Deutschen „sehr wichtig“ und für knapp 39 Prozent „wichtig“, nur knapp sieben Prozent halten sie für „eher unwichtig“ oder „unwichtig“.

Am meisten Wert legen die potenziellen Käufer dabei mit fast 80 Prozent Zustimmung auf den Öko-Aspekt – etwa der Nutzung von Rohstoffen wie Bio-Baumwolle. Aber auch faire Arbeitsbedingungen und ein angemessener Preis bekamen hohe Werte. Befragt wurden für den „Slow Fashion Monitor“ des Hamburger Marktforschungsinstituts Dr. Grieger & Cie. repräsentativ 1019 Verbraucher.

Eine Studie der Fachzeitschrift Textilwirtschaft hatte vor zwei Jahren ergeben, dass inzwischen 43 Prozent der Deutschen bereit sind, mehr Geld für nachhaltige Mode auszugeben. Das ändert jedoch nichts daran, dass es sich hierbei noch um eine Marktnische handelt. Die meisten Modeshops und Labels, die durchgängig nachhaltige Blusen, Kleider und Hosen anbieten, sind laut der aktuellen Umfrage bestenfalls einigen Prozent der Käufer bekannt. Die Anbieter mit der relativ höchsten Bekanntheit sind Waschbär, Grüne Erde und Hessnatur; sie kommen unter den Ökomode-Kennern jeweils auf über 20 Prozent. Die Studie zeigt indes, dass auch eine relativ hohe Bekanntheit eines „grünen“ Anbieters nicht automatisch zu höherem Absatz führt und Käufe auch nicht zwingend in guten Käuferbewertungen resultieren.

Kleidung wird am häufigsten bei Ketten wie H & M und C & A sowie Discountern wie Aldi und Lidl gekauft. Auch diese „Fast Fashion“-Anbieter haben inzwischen Produkte mit Nachhaltigkeitslabel im Sortiment. Von den großen Ketten trauen die Kunden am ehesten C & A zu, nachhaltige Kleidung herzustellen, 31 Prozent Befragten stimmten hier zu. Auch der Sportartikel-Hersteller Adidas kommt hier relativ gut weg. Am unteren Ende in diesem Ranking findet sich hier die Billigkette Primark mit nur 3,7 Prozent.

Laut der Studie halten die Verbraucher die Bekanntheit der jeweiligen Modemarke beim Kleiderkauf für eher unwichtig, nur rund 22 Prozent sagten hier „sehr wichtig“ oder „wichtig“. Großen Wert legen sie aber auf die Qualität (91 Prozent), allerdings spielt der Preise eine fast ebenso große Rolle (88 Prozent). Gut zwei Drittel der Befragten hielten auch die Unkompliziertheit von Wäsche und Pflege der Kleidungsstücke für sehr wichtig oder wichtig.

Das Interesse, sich nach den aktuellen Modetrends zu richten, ist unter den deutschen Verbrauchern allerdings weiterhin hoch. Sechs von zehn Befragten schätzen sich als modeinteressiert ein, und knapp die Hälfte meint, sich gut bei aktuellen Modetrends auszukennen. Das spricht eher nicht dafür, dass sich der Trend zur Fast Fashion wieder umdreht.

Die Kaufbereitschaft für nachhaltige Mode kann laut der Umfrage durch verlässliche Nachhaltigkeitssiegel gesteigert werden. Sechs von zehn Befragten sind Gütesiegel beim Kauf von Kleidung wichtig, und die Befragten wollen sichergehen, dass die gekauften Produkte „zu 100 Prozent nachhaltig“ sind. Bisher existiert allerdings eine verwirrende Vielfalt von Labels, am bekanntesten ist bei den Verbrauchern der „Blaue Engel“, der auch für Textilien vergeben wird.

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