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Strive Masiyiwa ist mit Technologiefirmen reich geworden.

Afrika

Simbabwe: Hilfe für hungrige Ärzte

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Simbabwes Gesundheitssystem liegt am Boden und die Mediziner streiken für höhere Löhne. Aus dem Londoner Exil will ein Milliardär helfen.

Ein Staat, der seine Ärzte nicht mehr bezahlt, hat seine Zukunft verspielt. Mediziner in den staatlichen Krankenhäusern Simbabwes müssen mit Monatsgehältern um 200 US-Dollar auskommen: Davon können sie gerade mal die Bustickets bezahlen, um zum Hospital und wieder nach Hause zu kommen. Hunderte simbabwischer Krankenhausärzte befinden sich deshalb schon im fünften Monat im Streik: Das Gesundheitswesen der Staatsruine liegt vollends im Sterben.

Den Funktionären der regierenden Zanu/PF-Partei scheint der Ausstand der Ärzte egal zu sein: Sie reisen wie ihr verstorbenes Vorbild Robert Mugabe im Krankheitsfall nach Asien oder Südafrika – in banalen Fälle suchen sie Privatärzte auf. Deshalb fiel die Reaktion der Regierung auf den Streik kompromisslos aus: 450 der insgesamt 2000 Krankenhausärzte wurden kurzerhand entlassen. Viel können die Doktoren ohnehin nicht ausrichten: In den Krankenhäusern fehlen selbst die elementarsten Medikamente, Röntgengeräte sind entweder kaputt oder nicht vorhanden. Neun von zehn Patienten würden in „Harare Gen“, dem größten Hospital der Hauptstadt, unbehandelt wieder nach Hause geschickt, sagt der pensionierte Kinderarzt Greg Powell.

Doch nun wurde den Medizinern von unerwarteter Seite aus Hilfe versprochen. Einer der reichsten Simbabwer, der im Londoner „Exil“ lebende Milliardär Strive Masiyiwa, will sämtlichen vom Staat angestellten Medizinern eine monatliche Gehaltsaufbesserung von mindestens 300 US-Dollar zukommen lassen: Seine Stiftung, die „Higher Life Foundation“, werde im nächsten halben Jahr rund sechs Millionen US-Dollar ausbezahlen.

Masiyiwa (59) ist ein eingefleischter Opponent des Zanu-PF-Regimes. Vor 25 Jahren zwang er Mugabe vor Gericht in die Knie, weil dieser ihm keine Mobilfunklizenz ausstellen wollte. Mittlerweile wusste sich der Ingenieur mit Mobilfunk- und Technologiefirmen in zahlreichen Staaten Afrikas ein Vermögen von über einer Milliarde US-Dollar anzuhäufen – und als überzeugter Christ ist ihm sein Reichtum auch eine Verpflichtung.

Zunächst wollten die Ärzte Masiyiwas Stütze gar nicht annehmen: Das sei keine langfristige Lösung, wandten sie ein. Nun haben die hungrigen Heiler jedoch eine Kehrtwende vollzogen – womöglich in der Hoffnung, dass das bankrotte Regime des Mugabe-Nachfolgers Emmerson Mnangagwa in einem halben Jahr vollends zusammengebrochen ist.

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