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Die Golden Gate Bridge in San Francisco.
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Die Golden Gate Bridge in San Francisco.

San Francisco

Sicherheitsnetz an der Golden Gate Bridge

  • Damir Fras
    VonDamir Fras
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46 Selbsttötungen im vergangenen Jahr: Die weltberühmte Golden Gate Bridge in San Francisco soll nun für 66 Millionen Dollar eine Anti-Suizid-Barriere erhalten.

Am 20. September 2013 kletterte Kyle Gamboa über das Geländer und sprang in den Tod. Der 18 Jahre alte Teenager war einer von 46 Menschen, die sich allein im vergangenen Jahr auf der Golden Gate Bridge in San Francisco das Leben nahmen.

Das sei ein Rekord, ein sehr trauriger Rekord, hieß es in den Zeitungen der kalifornischen Metropole. Wieder einmal sei damit belegt: Das majestätische Bauwerk wirke wie ein Magnet auf Selbstmörder. 1600 Menschenleben habe die Brücke seit ihrer Eröffnung im Jahr 1937 schon gefordert, weil das Geländer so leicht zu überwinden sei.

Doch damit könnte es – falls alles gut geht – bald vorbei sein. Demnächst könnte ein Sicherheitsnetz an der fast 70 Meter hohen und mehr als 2,5 Kilometer langen Brücke helfen, Selbstmorde zu verhindern. Immer mehr Lokalpolitiker geben ihren Widerstand auf, 66 Millionen US-Dollar freizugeben und damit ein Stahlnetz etwa sechs Meter unterhalb der Brüstung zu befestigen. Schon in wenigen Wochen könnte eine Entscheidung fallen.

Die ersten Ideen für eine Anti-Suizid-Barriere kamen schon Anfang der 70er Jahre auf. Seit etwa neun Jahren nun liegt auch ein Plan vor. Doch am Ende wurde nie etwas daraus. Mal setzten sich jene durch, die sagten, ein Sicherheitsnetz verschandle die Optik des Bauwerks. Mal gewannen jene, die sagten, es sei ja nicht Aufgabe kommunaler Stellen, für viel Geld Selbstmorde zu verhindern. Andere sagten, wer sich unbedingt das Leben nehmen wolle, der werde auch einen Weg finden. Doch inzwischen hat sich die Debatte gedreht. Es geht aber noch um die Frage, wer wie viel Geld beiträgt.

In der Zeitung „San Francisco Chronicle“ hieß es, das Projekt sei so gut wie durch, wenn die Brückenbehörde zwölf Millionen Dollar aus ihren Mauteinnahmen zur Verfügung stelle. Stadtrat Tom Ammiano von den Demokraten in San Francisco sagte: „Wir sind ganz nah dran. Wir müssen das machen – und Leben retten.“ Experten glauben, dass die Kommunalpolitiker deutlich mehr auf wissenschaftliche Studien vertrauten und nicht mehr so stark wie früher auf ihr Bauchgefühl setzten. Menschen etwa, die am Sprung von der Brücke gehindert worden seien, suchten sich nicht sofort eine neue Stelle, um sich das Leben zu nehmen, sagte der Psychiater Mel Blaustein. Diese Vorstellung sei ein Mythos.

Es dürfte auch an Menschen wie Manuel Gamboa liegen, dass der Druck auf die Politik gestiegen ist. Seit dem Selbstmord seines Sohnes Kyle lässt der Mann keine Sitzung der Brückenbehörde aus. Er hat immer ein Foto seines Sohnes dabei und dreht es so, dass es alle sehen können, die über das Netz debattieren.

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