Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

#ZeroCovid

Harter Lockdown für ganz Europa; Initiative fordert radikales Umdenken bei Corona-Strategie

  • vonJoel Schmidt
    schließen

Die Initiative #ZeroCovid kritisiert die bisherige Corona-Strategie. In einer Petition fordert sie einen europaweiten vollständigen Lockdown.

  • In Deutschland sind die Corona-Infektionszahlen und gemeldeten Todesfälle weiterhin hoch.
  • Die Initiative #ZeroCovid fordert einen umfassenden Shutdown für Europa.
  • Über 25.000 Menschen unterstützen eine Onlinepetition für einen Strategiewechsel in der Corona-Krise.

Berlin – Zur effektiven Eindämmung des Pandemiegeschehens fordert eine Initiative aus Wissenschaftler:innen, Aktivist:innen und Angehörigen des Gesundheitspersonals ein radikales Umdenken in der Corona-Krise. In einem am Donnerstag (14.01.2021) über die sozialen Medien veröffentlichten Aufruf spricht sich die Initiative #ZeroCovid für einen europaweiten Shutdown aller nicht lebenswichtiger Bereiche aus.

Die Initiative nimmt dabei insbesondere auch die Wirtschaft in den Blick. Nachdem die bisherige flatten-the-curve-Strategie zu keinem dauerhaften Erfolg bei der Eindämmung der Corona-Pandemie geführt habe, solle künftig das Ziel verfolgt werden, die Neuinfektionen auf null zu senken.

Shutdown für Europa: #ZeroCovid fordert radikale Corona-Strategie

„Fabriken, Büros, Betriebe, Baustellen und Schulen werden geschlossen, die allgemeine Arbeitspflicht ausgesetzt. Zur effektiven Bekämpfung der Corona-Pandemie hat sich die Europäische Union zu einem radikalen Schritt entschieden: Ab dem 1. Februar wird das öffentliche Leben europaweit weitestgehend zum Erliegen gebracht. Eine in allen Mitgliedsstaaten der EU eingeführte Covid-Solidaritätsabgabe auf hohe Vermögen und Unternehmensgewinne soll die finanziellen Folgen des Shutdowns abfedern.“ So oder ähnlich könnte es in der Tagesschau heißen, sollten einige Gedankenanstöße oder Forderungen der Initiative #ZeroCovid in die Entscheidungen der Politik zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie einfließen.

Die Initiative #ZeroCovid fordert ein Umdenken in der Corona-Krise und fordert einen Shutdown für Europa (Symbolbild).

Zu den Erstunterzeichner:innen des #ZeroCovid-Aufrufs gehören über 300 Personen aus Wissenschaft, Gesundheit, Pflege, Bildung, Gewerkschaften, Kultur sowie politische Initiativen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darunter befinden sich unter anderem die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die Journalistin Margarete Stokowski, der Autor und Satiriker Leo Fischer sowie der Gründer der Hilfsorganisation Sea-Watch, Ruben Neugebauer. Nach ihrer Auffassung verlängern die bisherigen Maßnahmen der europäischen Regierung die Corona-Pandemie, statt sie zu beenden. Die bisherige flatten-the-curve-Strategie habe das Leben „dauerhaft eingeschränkt und dennoch Millionen Infektionen und Zehntausende Tote gebracht“, heißt es in dem Aufruf der Initiative.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben sich allein in Deutschland seit Beginn der Pandemie bereits über zwei Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand: 15.01.2021), die Fallzahlen der vergangenen Tage im Überblick:

  • 15. Januar 2021 (Freitag): 22.368 Corona-Neuinfektionen und 1.113 Todesfälle.
  • 14. Januar 2021 (Donnerstag): 25.164 Corona-Neuinfektionen und 1.244 Todesfälle. 13. Januar 2021 (Mittwoch): 19.600 Corona-Neuinfektionen und 1.060 Todesfälle. 12. Januar 2021 (Dienstag): 12.802 Corona-Neuinfektionen und 891 Todesfälle.

Corona in Europa: #ZeroCovid fordert europäischen Shutdown auch für die Wirtschaft

Daher fordert #ZeroCovid eine gemeinsame europäische Strategie für die Bekämpfung der Corona-Pandemie. „Das Ziel darf nicht in 200, 50 oder 25 Neuinfektionen bestehen – es muss Null sein“, lautet die Botschaft. Um diese zu erreichen sind in dem Aufruf der Initiative fünf Ziele benannt: Die Einschränkung der Kontakte auf ein Minimum und die Stilllegung von nicht lebensrelevanten Bereichen der Wirtschaft, finanzielle Absicherung für alle Menschen, den Ausbau des Gesundheits- und Pflegebereichs, die Abschaffung der Patente auf die Corona-Impfstoffe, sowie europaweite Solidaritätsabgaben auf hohe Vermögen, Unternehemensgewinne und Finanztransaktionen.

Bei Ihren Forderungen orientiert sich die Initiative #ZeroCovid an dem internationalen Aufruf zur konsequenten Eindämmung der Corona-Pandemie in Europa, den Wissenschatler:innen unter dem Titel „Contain Covid-19“ im Dezember letzten Jahres in dem Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht hatten. Darin forderten über 300 Forschende aus ganz Europa striktere Maßnahmen wie umfassende Lockdowns und eine europäische Strategie zur Eindämmung des Coronavirus.

Bereits damals betonte die Initiatorin Viola Priesemann, Leiterin einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen, dass einzelne Maßnahmen in bestimmten Bereichen nicht ausreichend seien. Sie plädierte vielmehr dafür, dass Schulschließungen, Einschränkungen im Arbeitsbereich und Privatleben sowie im öffentlichen Verkehr nur gemeinsam zum Erfolg führen könnten.

Initiative #ZeroCovid: Eindämmung der Corona-Pandemie nur mit Shutdown für Europa

Eine am Donnerstag (14.01.2021) gestartete Onlinepetition der Initiative #ZeroCovid zeigt, dass diese mit ihren Forderungen nach einem solidarischen Lockodwn zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Europa nicht ganz alleine stehen. Innerhalb eines Tages unterzeichneten über 25.000 Menschen den Aufruf der Initiative. Für Deutschland sprach sich am Donnerstag (14.01.2021) auch das Robert Koch-Institut für eine Verschärfung des bisherigen Lockdowns aus. RKI-Chef Lothar Wieler kritisierte, dass es noch immer zu viele Ausnahmen gebe. „Diese Maßnahmen, die wir jetzt machen – für mich ist das kein vollständiger Lockdown“, so Wieler.

Die Initiative #ZeroCovid hat mit ihrem Aufruf zwar kein bis ins Detail ausgearbeitetes und auf Herz und Nieren geprüftes Konzept zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Europa vorgelegt. Nach bald einem Jahr, in dem das Coronavirus nun schon grassiert, haben dies allerdings auch die meisten Staaten Europas nicht vermocht. Angesichts der am Freitag (15.01.2021) vom RKI für Deutschland gemeldeten 22.368 Neuinfektionen sowie weiterer 1.113 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung erscheint die Forderung nach einem Strategiewechsel in der Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht abwegig. (Joel Schmidt)

Rubriklistenbild: © germanopoli/imago

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare