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Experte fordert Nato-Mitgliedschaft für den Kosovo

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Von: Moritz Serif

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1999 gab es Krieg auf dem Balkan
1999 gab es Krieg auf dem Balkan (Archivbild). © Peter Mueller/dpa/picture alliance

Die EU biete kein Sicherheitssystem für ihre Mitglieder. Daher spricht sich ein Experte für eine Nato-Mitgliedschaft für den Kosovo aus. 

Pristina - Der Konflikt zwischen Kosovo und Serbien hat sich in den vergangenen Tagen verschärft. Wie geht es weiter? Balkan-Experte Konrad Clewing fordert im Interview mit der Deutschen Welle, dass der Kosovo in die Nato aufgenommen werden solle. „Man sollte bestrebt sein, eine wirklich profunde und stabile Lösung für die äußeren Sicherheitsbedürfnisse Kosovos zu finden. Und das sehe ich nur in der Perspektive einer Nato-Mitgliedschaft“, so Clewing.

Das sei hilfreicher, als das Land in die EU aufzunehmen. „Anders als die Nato bietet die EU kein Sicherheitssystem für ihre Mitglieder. Der von der EU koordinierte Dialog zwischen Serbien und Kosovo ist meiner Ansicht nach nicht die geeignete Maßnahme, um den Streit zwischen beiden Ländern dauerhaft beizulegen. Denn hier geht es um eine sicherheitspolitische Frage: Darf Serbien die staatliche Existenz von Kosovo negieren und bekämpfen?“, sagt und fragt der Experte.

Konflikt mit Serbien: Kosovo will schon lange in die Nato

Laut IPG Journal möchte das Land bereits seit dem Jahr 2014 der Nato beitreten. „Kosovo strebt langfristig eine Mitgliedschaft im Bündnis der Nato-Staaten an“, schreibt die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Damit ein Staat aufgenommen wird, muss er folgende Voraussetzungen erfüllen:

Ob das Land in das Militärbündnis kommt, ist noch offen. Am Montag war es im Norden des Kosovo zu Protesten gegen eine umstrittene Grenzregelung gekommen. Hunderte Kosovo-Serben hatten Barrikaden errichtet. Unbekannte haben Schüsse auf die Polizei abgegeben.

Serbien erkennt Kosovo nicht als unabhängig

Der US-Botschafter im Kosovo, Jeffrey Hovenier, bat die Regierung in Pristina um einen Aufschub der Umsetzung um 30 Tage. Dieser Bitte kam die Regierung am Abend schließlich nach. In der ungeklärten Grenzfrage liegt die Ursache des Streits: Das Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig von Serbien erklärt, die Regierung in Belgrad hält das Kosovo aber weiter für eine abtrünnige Provinz. (mse)

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