+
Selfiestick im Farbenmeer: Das Kölner Vorbild für das Pop-Up-Museum in Michelstadt setzt auf Pink. 

Selfie-Museum

Selbstfindung im Bällebad

Budapest hat eins, Wien auch, Dubai sowieso – und jetzt bekommt selbst das beschauliche Michelstadt im Odenwald ein Instagram-Museum. Zu sehen sind Selfie-taugliche Motive.

Bunt soll es werden, so viel steht schon mal fest. Besucherinnen und Besucher können schaukeln, hüpfen oder über einen Catwalk laufen. Und vor allem: Selfies machen. In Michelstadt im Odenwald öffnet am Samstag das Pop-Up-Museum „Bee Yourself“, das Vorbilder hat in den USA, Dubai, Wien oder Budapest, sich von diesen aber auch absetzen möchte.

„Streng genommen sind wir Deutschlands drittes Instagram-Museum. Wir bezeichnen uns jedoch lieber als Pop-Up-Museum, weil man hier eben nicht nur Selfies für Instagram schießen kann“, heißt es bei den Veranstaltern. Drei Monate lang sollen nun in einer Halle in der Stadt Motive aus dem Odenwald nicht nur Influencerinnen und Influencern und dem Selfie-Trend Rechnung tragen, sondern auch Gewerbe und Kunst der Region verbinden.

Der Leitsatz „Bee yourself“ steht nicht nur für „sei du selbst“, sondern ist auch angelehnt an die Michelstädter Biene, ein Wahrzeichen der Stadt. Auf den 1100 Quadratmetern der Erwin-Hasenzahl-Halle werde es 24 verschiedene Fotomotive geben.

Nach dem Willen der Veranstalter soll es bei den verschiedenen Motiven nicht nur monothematisch um den Selfie-Trend in grellen pink-, mintfarbenen oder quietschgelben Motiven gehen. „Doch, bunt wird es. Wir haben uns nur eben nicht das Farbschema ‚Pastell‘ ausgesucht, sondern haben sehr unterschiedliche Motive“, sagt Mitinitiatorin Jenny Weissgerber.

Bildnis mit Bananen: Im Budapester „Selfie Museum“. 

Der Gewerbeverein als Veranstalter will Besucherinnen und Besuchern näher bringen, was der Odenwald zu bieten hat. Mit dabei sein will auch die gebürtige Michelstädterin Jessica Schwarz. Die Schauspielern betreibt in der Stadt auch ihr Designhotel „Die Träumerei“. Besucherinnen und Besucher des Pop-Up-Museums müssen allerdings auch in die Tasche greifen.

Ein Einzelticket für zwei Stunden kostet 22 Euro, muss online gebucht werden und ist dann nur für das gebuchte Zeitfenster gültig – für alle Interessierten ab 13 Jahren. Wie viele Besucherinnen und Besucher tatsächlich kommen, kann Weissgerber nicht abschätzen. Für den Museumsverband ist ein Museum eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte Einrichtung. Diesen Kriterien entspricht das Pop-Up-Museum nicht.

Nennen darf es sich dennoch so, da der Begriff des Museums nicht geschützt ist. Dem Selfie-Trend in den Sozialen Netzwerken trägt es aber sicher wie auch andere Orte Rechnung. Für ein gelungenes und reichweitenstarkes Selbstporträt müssen Benutzerinnen und Benutzer von Plattformen wie Instagram oder Snapchat nicht unbedingt nach Michelstadt fahren. Schöne Motive gibt’s ja fast überall. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare