So setzt sich die Welt zusammen, runtergerechnet auf hundert Menschen: 57 Asiaten, 21 Europäer, 14 Amerikaner und acht Afrikaner.
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So setzt sich die Welt zusammen, runtergerechnet auf hundert Menschen: 57 Asiaten, 21 Europäer, 14 Amerikaner und acht Afrikaner.

Gedankenspiel über den Weltzustand

Ein 100 Seelen zählendes Dorf

  • Arno Widmann
    vonArno Widmann
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Die ganze Welt, betrachtet, als handele es sich um einen kleinen Ort mit gerade mal hundert Einwohnern. Ein anregendes Gedankenspiel aus dem Internet, das allerhand sichtbar macht.

Seit mehr als einem Jahrzehnt findet sich im Internet eine kleine Meditation über den Weltzustand. Sie ist erhellend und ergreifend. Ich weiß nicht, von wem sie stammt. Es scheint sich um eine Übersetzung zu handeln. Eher nicht aus dem Englischen, vermute ich. Vielleicht kenne ich nicht nur nicht den Autor des Textes. Vielleicht hat dieser Text gar keinen Autor. Oder besser: Er hat nicht einen, sondern viele, sehr viele Autoren. Inhaltlich ist es ein ganz moderner Text. Auch die Idee, sich Klarheit durch eine Verschiebung der Dimension zu machen, ist nicht uralt. Aber es gibt einen Predigerton, eine Art unser besseres Ich anzusprechen, die hat Jahrtausendelange Tradition.

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Wenn man die Weltbevölkerung auf ein 100 Seelen zählendes Dorf reduzieren könnte und dabei die Proportionen aller auf der Erde lebenden Völker beibehalten würde, wäre dieses Dorf folgendermaßen zusammengesetzt:

57 Asiaten

21 Europäer

14 Amerikaner (Nord-, Zentral- und Südamerikaner)

8 Afrikaner

Es gäbe: 52 Frauen und 48 Männer

30 Weiße und 70 nicht Weiße

30 Christen und 70 nicht Christen

89 Heterosexuelle und 11 Homosexuelle

Sechs Personen besäßen 59 Prozent des gesamten Reichtums, und alle sechs kämen aus den USA, 80 lebten in maroden Häusern, 70 wären Analphabeten, 50 würden an Unterernährung leiden, einer wäre dabei, zu sterben, einer wäre dabei, geboren zu werden. Einer besäße einen Computer, einer (ja, nur einer) hätte einen Universitätsabschluss.

Wenn man die Welt auf diese Weise betrachtet, wird das Bedürfnis nach Akzeptanz und Verständnis offensichtlich.

Du solltest auch folgendes bedenken :

Wenn Du heute morgen aufgestanden bist und eher gesund als krank warst, hast Du ein besseres Los gezogen als die Millionen Menschen, die die nächste Woche nicht mehr erleben werden.

Wenn Du noch nie in der Gefahr einer Schlacht, in der Einsamkeit der Gefangenschaft, im Todeskampf der Folterung oder im Schraubstock des Hungers warst, geht es Dir besser als 500 Millionen Menschen.

Wenn Du zur Kirche gehen kannst, ohne Angst haben zu müssen, bedroht, gefoltert oder getötet zu werden, hast Du mehr Glück als drei Milliarden Menschen.

Wenn Du Essen im Kühlschrank, Kleider am Leib, ein Dach über dem Kopf und einen Platz zum Schlafen hast, bist du reicher als 75 Prozent der Menschen dieser Erde.

Wenn Du Geld auf der Bank, in Deinem Portemonnaie und im Sparschwein hast, gehörst Du zu den privilegiertesten 8 Prozent dieser Welt.

Wenn Deine Eltern noch leben und immer noch verheiratet sind, bist Du schon wahrlich eine Rarität.

Wenn Du diese Nachricht erhältst, bist Du direkt zweifach gesegnet: Zum einen, weil jemand an Dich gedacht hat, und zum anderen weil Du nicht zu den zwei Milliarden Menschen gehörst, die nicht lesen können.

Arbeite, als bräuchtest Du kein Geld.

Liebe, als habe Dir nie jemand etwas zuleide getan.

Tanze, als ob niemand Dich beobachte.

Singe, als ob niemand Dir zuhöre.

Lebe, als sei das Paradies auf Erden.

Schicke dieses Nachricht an Deine Freunde. Wenn Du sie nicht weiterschickst, wird gar nichts passieren. Wenn Du sie weiter schickst, wird jemand beim Lesen lächeln.

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Manche reagieren begeistert auf diesen Text.

Andere stößt er ab. Schon 2001 schrieb ein Ratber: „Gelesen, Gelacht, Gelöscht“. Bombwurzel wandte am 14. April 2001, 11:13 Uhr ein: „Wenn wir bloß noch 100 Leute wären und alle in einem Dorf leben würden, gäbe es keine Asiaten, Europäer, Amis und Afrikaner – wir kämen dann alle von einem Kontinent:

– 52 Frauen und 48 Männer – wäre okay.

– Wir hätten spätestens nach zwei Generationen eine gemischte Hautfarbe, die über weitere Generationen sich den jeweiligen Lebensbedingungen anpasste.

– Es gäbe keine verschiedenen Religionen, wenn überhaupt, da sie fürs Überleben irrelevant sind.

– Die 11 Homos müssten im Dienste der Arterhaltung wohl wenigstens bisexuell werden.

– Alle 100 hätten den gesamten Reichtum (anders wäre diese kleine Gemeinschaft nicht lebensfähig), außerdem sollte man Reichtum nicht am Besitz von Geld festmachen – es gibt andere Reichtümer – die kann uns keiner nehmen.

– Keiner würde in maroden Häusern leben.

– Keiner (oder alle ;)) würde an Unterernährung leiden

– Niemand hätte einen Computer, der funktioniert.

– Auch einen Uni-Abschluss hätte keiner – auf welche Uni hätte er gehen sollen?“

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Man sieht: Wenn man die Dimension verschiebt, stimmt plötzlich nichts mehr. Zuerst dachte man, man werde schlauer dadurch. Jetzt begreifen wir, dass wir durch die mikroskopische Verkleinerung gerade das Entscheidende nicht wahrnehmen. Unsere Probleme sind Probleme unserer Größe. Wären wir kleiner, wir hätten sie nicht. Wir hätten andere.

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