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Ein entlassener Mann eröffnet das Feuer in einer Fabrik nahe Chicago.

USA

Sechs Tote bei Schießerei in Chicago

Er war gerade entlassen worden: Ein 45-Jähriger schießt in einer Fabrik in der Nähe von Chicago um sich.

Bei einer Schießerei in einer Fabrik in einem Vorort von Chicago sind am Freitag sechs Menschen ums Leben gekommen. Ein entlassener Mitarbeiter habe in dem Werk für Wasserventile in Aurora das Feuer auf seine Kollegen eröffnet und fünf von ihnen getötet, teilte Polizeichefin Kristen Ziman am Freitagabend (Ortszeit) mit. Bei einem anschließenden Schusswechsel mit der Polizei seien fünf Beamte verletzt und der Angreifer tödlich getroffen worden. Ein sechster Polizist habe sich bei dem Einsatz eine Knieverletzung zugezogen. 

Der 45-jährige Schütze sei nach Ermittlungserkenntnissen kurz vor der Tat gefeuert worden. Er habe 15 Jahre für die Firma gearbeitet. Ob er die Pistole bereits bei sich hatte oder sie nach der Entlassung besorgte, stand zunächst nicht fest, wie Ziman sagte. Es habe rund 90 Minuten gedauert, bis die Einsatzkräfte die Lage in dem weitläufigen Gebäude unter Kontrolle gebracht hätten. Bei den Toten handele es sich um Männer. Bei einer Pressekonferenz am Samstag erklärte Ziman, dass der Schütze bereits sechs Mal von der Polizei festgenommen worden war und mehrere Vorstrafen besessen habe, unter anderem wegen häuslicher Gewalt. 

Täter hatte die Waffe illegal

Der Schütze habe illegal mehrere Waffen besessen, die erforderlichen Genehmigungen dafür waren ihm entzogen worden. „Er hatte Zugang zu einer Waffe, zu der er keinen Zugang hätte haben sollen“, sagte Ziman. Aurora hat rund 200 000 Einwohner und liegt etwa 60 Kilometer westlich der Millionenmetropole Chicago im US-Bundesstaat Illinois - es ist aber eine andere Stadt als die im Bundesstaat Colorado, in dem 2012 bei einer Schießerei in einem Kino zwölf Menschen erschossen und etwa 70 weitere verletzt wurden. 

Laut Gun Violence Archive hat es in den ersten sechs Wochen des Jahres 2019 in den USA bereits 39 Schießereien mit vier oder mehr Opfern gegeben. Dabei wurden 120 Menschen getötet und 63 weitere verletzt. Laut Center for Disease Control and Prevention sind 2018 in den USA fast 40 000 Menschen durch Waffen gestorben, rund 110 Tote täglich. Davon waren rund 60 Prozent Selbstmorde. 

US-Präsident Donald Trump sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. „Amerika steht hinter Ihnen“, twitterte er am Freitagabend (Ortszeit). Den Polizeibehörden in Aurora zollte er Lob für „großartige Arbeit“. Illinois‘ Gouverneur Jay Robert Pritzker zeigte sich bestürzt. „Es gibt keine Worte für die Art des Bösen, das unseren Nachbarn ihre Hoffnungen, ihre Träume und ihre Zukunft stiehlt“, wurde er von der „Chicago Tribune“ zitiert. (dpa)

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