Corona-Leugner

Gegenwind für Verschwörungskoch: Hackerangriffe auf Hildmann

  • vonMirko Schmid
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Attila Hildmann hat es nicht leicht. Seit Wochen ist der kochende Veganer Ziel einer Kampagne des Hacker-Kollektivs Anonymous Germany.

  • Das Hacker-Kollektiv Anonymous Deutschland fährt seit Juni gezielt Angriffe auf Attila Hildmanns IT.
  • In einem „Bekennervideo“ nehmen die Hacker Corona-Leugner Hildmann mit klaren Worten auseinander
  • Nicht nur mit Anonymous hat es sich der ehemalige Fernsehkoch verscherzt.

Frankfurt - Attila Hildmann hat derzeit nicht viel zu lachen. Seit Monaten sieht er sich nicht nur der großen „Corona-Verschwörung“, sondern zusätzlich einer besonderen Beobachtung ausgesetzt. Das Hacker-Kollektiv Anonymous Deutschland hat dem nach ganz rechts außen gerückten Apokalyptiker bereits im Juni auf Twitter eine klare Kampfansage zukommen lassen.

In dem mit „Hallo Attila Hildmann. Hallo Deutschland!“ beginnenden und etwas länger als zweiminütigen Video wählen die Hacker klare Worte. Das Hacker-Kollektiv sei demnach zwar nicht die Antifa, aber dennoch antifaschistisch. Im Gegensatz zu Hildmann hätten sie aus dem menschenverachtenden Faschismus der Nazi-Zeit gelernt, so das nach eigener Darstellung lose Kollektiv ohne Anführer.

Atilla Hildmann spricht zu seiner Anhängerschaft

Anonymous Deutschland über Hildmann: Faschistoides Auftreten, ekelhafte Rhetorik

Nach der kurzen Einleitung gehen die Hacker in die Vollen: „Attila, seit geraumer Zeit beobachten wir dein faschistoides Auftreten, deine krude Weltanschauung und deine ekelhafte Rhetorik“, leiten die Hacker die darauffolgende Ansage ein. Wer mit Waffen posiere und zum Umsturz der Demokratie aufrufe, sei niemand, der etwas bewegen wolle oder für sein Vaterland kämpfe, sondern sei eine Gefahr für die Bundesrepublik.

Hildmann, der seine „vermeintlichen“ Anhängerinnen und Anhänger seit Monaten mit Lügen, Hetze und Falschnachrichten „füttere“ und dabei eifrig seine eigenen Produkte bewerbe, um „noch mehr Geld aus leichtgläubigen Menschen heraus zu pressen“, sei „Gift für Deutschland“. Deswegen stehe Hildmann nun einer „anonymen Masse mit individuellen Fähigkeiten“ gegenüber, welche „gnadenlos“ gegen ihn eingesetzt würden: "Du hast Anonymous den Krieg erklärt und musst mit dem Echo leben".

„Wir sind das Monster unter deinem Bett“: Keine Diskussion mit Hildmann erwünscht

Dabei stellt das Hacker-Kollektiv klar, dass es nicht mit Hildmann über dessen krude Weltansichten diskutieren möchte. Anonymous brauche keine Gegenargumente gegenüber Hildmanns Lügen, heißt es gegen Ende des Videos. Diese seien schon mehrfach widerlegt und blieben stets echte Beweise schuldig.

Das Video schließt mit den Worten: „Wir ziehen uns nicht zurück. Wir bleiben. Wir sind das Monster unter deinem Bett. Das Klopfen an deinem Fenster. Die Fratze in der Dunkelheit. Wir vergeben nicht. Wir vergessen nicht. Erwarte uns.“

Hildmann hilflos: Angriffe der Hacker setzen rechtsextremen Fernsehkoch zu

Und Anonymous belässt es nicht bei Worten. Schon vor der Veröffentlichung der Kampfansage Ende Juni hatte Anonymous sich in Hildmanns Backend ausgetobt. Mit den Worten „All your base are belong to us, Hildi“ veröffentlichte das Kollektiv eine Auflistung eines Webspace-Verzeichnisses Hildmanns und ließ eine Auflistung der Sicherheitslücken folgen: Die Seite sei nicht SSL gesichert, habe keine Abwehrmechaniken um Befehle an Server zu blockieren, die kompletten Ordner der Mail-Software seien öffentlich, zusätzlich nutze Hildmann schwache Passwörter und einen aktiven Root User.

Ärger mit „Querdenken“: Attila Hildmann hat nicht mehr viele Freunde

Und als ob der Beschuss aus Reihen des Hacker-Kollektivs und eine Verhaftung am Rande einer Demonstration nicht bereits genug wären, hat es sich Hildmann jetzt auch noch mit den „Querdenkern" verscherzt. Wie der links-liberale Blog "Volksverpetzer" jetzt ausführlich berichtete, streiten die Verschwörungsideologen jetzt untereinander. Besonders im Mittelpunkt von Hildmanns Wut steht dabei Querdenker-Gründer Ballweg.

Hildmann möchte seiner Anhängerschaft demnach einreden, dass Ballweg ein „Illuminati“/„Freimaurer“ sei und es sich bei dessen Bewegung „Querdenken“-Bewegung um eine sogenannte „False Flag“ handele. Ballweg selbst nimmt den Fehdehandschuh natürlich gerne auf und ließ Hildmann im Telegram-Kanal von „Querdenken" wissen, dass seine Demos wohl nicht so gut besucht seien, da er es mit seinem aggressiven Ton einfach nicht auf eine große Teilnehmerzahl bringe. Eine Spitze, die dem passionierten Apokalyptiker Hildmann, der für den heutigen bundesweiten Warntag den Weltuntergang prophezeit hatte, gar nicht schmecken dürfte. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer

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