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Millionen an Steuergeldern verschwendeten die Stadtwerke Münster – so die Kritik des Steuerzahlerbundes im Schwarzbuch 2019.

Bund der Steuerzahler veröffentlicht Bilanz

Stadtwerke Münster in der Kritik: Hohe Steuerverschwendung angeprangert

Verschwendung von Steuergeldern – damit beschäftigt sich der Bund der Steuerzahler in seinem jährlich erscheinenden Schwarzbuch. Darin kritisiert er auch den Umgang der Stadtwerke Münster mit öffentlichen Mitteln.

  • Der Bund der Steuerzahler veröffentlicht "Schwarzbuch" 
  • Zwei Städte aus NRW stehen auf der Liste
  • Die Stadtwerke Münster werden darin wegen Steuerverschwendung angeprangert

Münster – Was waren die sinnlosesten Ausgaben von Steuergeldern im vergangenen Jahr? Mit dieser Frage beschäftigt sich jährlich der Bund der Steuerzahler in seinem "Schwarzbuch". Darin wird besonders hohe Steuerverschwendung angeprangert. In diesem Jahr stehen auch die Stadtwerke Münster in der Kritik, wie msl24.de* berichtet.

Schuld ist laut Schwarzbuch 2019 vor allem die Trennung vom ehemaligen Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann. Seit 2008 war er als kaufmännischer Geschäftsführer in dem Unternehmen in  Münster tätig – 2017 wurde sein Vertrag vorzeitig bis 2023 verlängert. Im vergangenen Jahr kam es dann zu einer überraschenden Kündigung wegen "Spannungen in der Führungsspitze", wie es damals in einer Pressemitteilung hieß.

Schwarzbuch 2019: Millionen-Abfindung aus Steuergeldern bezahlt

Die Abfindung kam die Stadtwerke Münster jedoch teuer zu stehen: 1,2 Millionen Euro bekam Tengelmann nach seinem Rauswurf – das Geld stammte aus Steuergeldern der Münsteraner. Auch der technische Geschäftsführer, mit dem Tengelmann im Clinch lag, wurde entlassen. Wie viel Geld ihm mit auf den Weg gegeben wurde, wollte das Unternehmen jedoch nicht preisgeben, heißt es im Schwarzbuch.

Die Stadtwerke Münster installierten im September vergangenen Jahres einen Interimsgeschäftsführer, der bis zum Herbst 2019 die Fäden in Münster zieht. Doch auch dessen Dienste lässt sich das Unternehmen, das komplett aus öffentlichen Mitteln finanziert wird, einiges kosten. Sein monatliches Gehalt beträgt zwischen 20.000 und 25.000 Euro, heißt es im Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler.

Schwarzbuch 2019 veröffentlicht: Bund der Steuerzahler kritisiert Ausgaben der Stadtwerke Münster

Bei diesen Kosten bleibt es jedoch nicht, lautet die Kritik im Schwarzbuch, in dem auch die Steuerverschwendung des Maut-Fiaskos angeprangert wird, wie msl24.de* berichtet. Für die Suche nach einem neuen Geschäftsführer, der zukünftig die Bereiche Energie und Mobilität managen soll, wurde ein Beratungsunternehmen engagiert. Wie viel die Stadtwerke Münster dafür bezahlen, wird ebenfalls nicht verraten – Geschäftsgeheimnis, heißt es.

"Es stellt sich die Frage, warum der Vertrag des kaufmännischen Geschäftsführers noch 2017 verlängert und keine andere Lösung für den Führungskonflikt gefunden wurde, die für die Steuerzahler preiswerter gewesen wäre", so die deutliche Kritik vom Bund der Steuerzahler in seinem Schwarzbuch 2019. Wie die Westfälischen Nachrichten in der Vergangenheit berichteten, habe es schon weit vor der Vertragsverlängerung bei den Stadtwerken Konflikte zwischen den beiden ehemaligen Chefs aus Münster gegeben.

Auch eine andere Stadt in Westfalen steht in dem Bericht in der Kritik. Der Bund der Steuerzahler prangert im Schwarzbuch den Bau einer teuren Sitzbank in Paderborn an, die jedoch teilweise nicht nutzbar ist: In den Sommermonaten erhitzt sich das verbaute Blech auf über 60 Grad. 

*msl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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