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Der beschädigte Schulbus an der Fassade eines Hauses.
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Der beschädigte Schulbus an der Fassade eines Hauses.

Baden-Württemberg

Schulbus-Unfall in Eberbach: Zeugen werden befragt

Warum kommt ein Schulbus von der Straße ab und prallt fast ungebremst gegen eine Häuserfassade? Diese Frage wollen Ermittler in Eberbach nahe Heidelberg nach dem Unfall mit mehr als 40 Verletzten lösen.

Nach dem Schulbus-Unfall mit mehr als 40 Verletzten setzt die Polizei in Baden-Württemberg ihre Ermittlungen zur Unglücksursache fort. Heute sollen erste Zeugen befragt werden, wie ein Polizeisprecher ankündigte.

Wegen der Vielzahl an Zeugen werde das auch eine ganze Weile dauern, sagte ein Polizeisprecher. Der Schulbus war am Dienstag in Eberbach nahe Heidelberg von der Straße abgekommen, hatte mehrere Fahrzeuge gerammt und war dann frontal gegen eine Hauswand geprallt.

Busfahrer und sechs Kinder schwer verletzt

Der Busfahrer konnte bislang noch nicht befragt werden. Der 55-Jährige war schwer verletzt worden. Sechs Kinder erlitten ebenfalls schwere Verletzungen. Am Dienstag hatte die Polizei Lebensgefahr bei ihnen nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch gab es zum aktuellen Gesundheitszustand der Verletzten zunächst keine neuen Informationen. Die Kinder in dem Bus waren neun bis 15 Jahre alt.

Die Behörden wollen nun unter anderem wissen, warum der voll besetzte Bus in einer abschüssigen leichten Linkskurve von der regennassen Fahrbahn abkam. Dazu hatten Experten des Verkehrskommissariats Heidelberg am Dienstag Untersuchungen am Unfallort aufgenommen. Fachleute prüfen zudem nach Angaben der Polizei, ob das Gebäude, in das der Bus krachte, einsturzgefährdet ist.

Ein Fachmann forderte am Mittwoch indes mehr Sicherheitsvorkehrungen in Bussen. „Aktuell ist die Buskonstruktion selbst das Problem. Für Stehende gibt es keine Gurte“, sagte Johannes Hübner, Sicherheitsexperte beim Internationalen Bustouristik-Verband, im Radioprogramm SWR Aktuell. Demnach müssen die Sitzplätze in Reisebussen seit 1999 in Deutschland mit Gurten ausgestattet sein. In Linienbussen gilt bis auf die erste Reihe keine Anschnallpflicht.

Das Busunternehmen hatte mitgeteilt, dass das Fahrzeug vor drei Wochen den gesetzlichen Bestimmungen nach überprüft worden sei. Ob es technische Probleme gegeben habe, müsse eine Untersuchung zeigen, sagte ein Sprecher der Firma. Den Fahrer bezeichnete sein Arbeitgeber als erfahren.

Johannes Hübner, Sicherheitsexperte beim Internationalen Bustouristik-Verband fordert nach dem Schulbus-Unfall mehr Sicherheitsvorkehrungen in den Fahrzeugen. „Aktuell ist die Buskonstruktion selbst das Problem. Für Stehende gibt es keine Gurte“, sagte er im Radioprogramm SWR Aktuell. Demnach müssen die Sitzplätze in Reisebussen seit 1999 in Deutschland mit Gurten ausgestattet sein. In Linienbussen gilt bis auf die erste Reihe keine Anschnallpflicht

Die Industrie arbeite bereits an Lösungen, damit Stehen im Bus sicherer werde, sagte Hübner. „Das könnte dann so aussehen, dass man als Fahrgast wie vor einer Art gepolsterter Bügelbretter steht, die senkrecht aufgestellt sind.“ So könnten drei Fahrgäste pro Seite und sechs in einer Reihe Platz finden und sich im Stehen anschnallen. Das habe auch Nachteile: „Der Fahrgastwechsel dauert natürlich länger, es müsste Platz für das Gepäck geschaffen werden, und wie groß die Akzeptanz bei Reisenden auf der Kurstrecke ist, ist auch fraglich.“ Der Experte geht davon aus, dass diese Busse nach Tests und den notwendigen Zulassungen frühestens in fünf Jahren auf den Straßen unterwegs sein werden. (dpa)

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