USA

Schüsse auf Volksfest in Kalifornien

Es soll ein schöner Abend bei gutem Essen werden. Doch dann fallen Schüsse: Auf einem Volksfest in Kalifornien bricht Panik aus, Menschen rennen um ihr Leben. Mehrere Menschen sterben. Was hinter der Bluttat steckt, ist noch unklar..

Ein bewaffneter Mann hat auf einem Volksfest südlich der US-Metropole San Francisco ein Blutbad angerichtet. Wie die Polizei mitteilte, feuerte er am Sonntagabend (Ortszeit) in der Stadt Gilroy wahllos in die Menge und tötete drei Besucher eines kulinarischen Festivals, ehe er selbst von Beamten erschossen wurde. Mindestens 15 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Unter den Toten sei auch ein sechsjähriger Junge, berichteten örtliche Medien. US-Präsident Donald Trump nannte die Attacke entsetzlich und sprach den Opfern und deren Familien sein Mitgefühl aus.

Aktuelles: Amoklauf in Fresno - Im US-Bundesstaat Kalifornien kommt es zu tödlichen Schüssen auf einer Gartenparty.

Gilroys Polizeichef Scot Smithee sagte: „Es ist ein Alptraum von dem man hofft, ihn nie in der Wirklichkeit erleben zu müssen.“ Der Mann sei mit einer Art Gewehr bewaffnet gewesen und habe um sich geschossen. Nach nur einer Minute sei er von Beamten gestellt und getötet worden. Ein Motiv für die Tat sei bislang nicht zu erkennen.

Der Schütze habe mit einem Werkzeug ein Loch in einen Zaun geschnitten, um so die Sicherheitsvorkehrungen am Einlass – inklusive Metalldetektoren – des gut besuchten „Gilroy Garlic Festival“ (Gilroys Knoblauch-Festival) zu umgehen.

Erste Notrufe gingen um 17.41 Ortszeit ein, wie der Polizeichef berichtete. Auf der Bühne gab die Band TinMan gerade eine Zugabe. „Ich sah einen Mann mit einem grünen Oberteil und einem grauen Tuch um den Hals, er schien ein Sturmgewehr bei sich zu haben“, erzählte eines der Bandmitglieder dem Sender ABC. Der Schütze habe in Richtung der Menschen geschossen, die gerade zu Abend aßen. Ein konkretes Ziel habe er anscheinend nicht gehabt: „Es sah so aus, als feuerte er einfach in die größte Menschengruppe, die er finden konnte.“ Die Band habe unter der Bühne Schutz gesucht.

Polizeichef Smithee sprach von einer chaotischen Situation. In der Panik seien Familien getrennt worden. Nach Hinweisen von Augenzeugen fahndete die Polizei am Montag nach einem möglichen zweiten Tatverdächtigen – ob auch dieser geschossen oder dem Schützen geholfen habe, war zunächst unklar.

„Es war ziemlich schockierend, ich habe Glück, am Leben zu sein“, sagte ein Hutverkäufer der Zeitung „San Francisco Chronicle“. Er habe etwa 25 Meter entfernt von dem Schützen gestanden, ergänzte der 72-Jährige. Der Angreifer sei darauf vorbereitet gewesen, zu schießen, „denn er trug eine Schutzweste“. Andere Augenzeugen berichteten, der Mann habe eine Art Tarnkleidung getragen. Ein Besucher sagte dem regionalen Sender NBC Bay Area, eine Kugel habe seinen Kopf knapp verfehlt, und als er sich umdrehte, habe er zahlreiche Menschen rennen sehen. Wackelige Bilder auf NBC zeigten Menschen, die auf einer Wiese vor etwas wegliefen. Andere Aufnahmen zeigen Polizeiwagen mit Blaulicht. In sozialen Medien kursierten zahlreiche Videos, in denen Schüsse zu hören sind.

Das dreitägige „Knoblauchfest“ sei seit Jahrzehnten wie eine Familienfeier, sagte dessen Direktor Brian Bowe. „Es ist so traurig und so furchtbar erschütternd“, sagte er in die TV-Kameras. Nach Angaben der Veranstalter lockt das Fest mit seinen Koch- und Musikveranstaltungen seit 1979 jährlich Tausende Menschen nach Gilroy. Die rund 50 000 Einwohner zählende Stadt ist für den Knoblauchanbau bekannt. „Dies ist einfach nur furchtbar. Kalifornien hält zu Gilroy“, twitterte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom.

Trump sagte, während Familien bei dem Festival miteinander Zeit verbracht hätten, habe ein „böser Mörder“ das Feuer eröffnet und drei unschuldige Menschen getötet, darunter ein kleines Kind. Man trauere mit den Angehörigen der Opfer und bete für jene, die derzeit noch im Krankenhaus behandelt würden. Die Regierung stelle sich Gewalt entschlossen entgegen, so Trump weiter. Gemeinden und Bürger arbeiteten zusammen, um Gewalt zu verhindern und alle Amerikaner zu beschützen.

In den USA kommt es immer wieder zu tödlichen Taten mit Schusswaffen. 2017 waren daran knapp 40 000 Menschen in den Vereinigten Staaten gestorben. Im Oktober 2017 hatte ein Mann bei einem Musikfestival in Las Vegas ein besonders folgenschweres Massaker angerichtet: Dutzende Menschen wurden getötet, als er von einem Hotel aus auf die Menschenmenge schoss. (dpa)

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