Mitglieder der Nationalgarde sind vor einer Einrichtung für Suchttherapie im Einsatz.
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Mitglieder der Nationalgarde sind vor einer Einrichtung für Suchttherapie im Einsatz.

Angriffe

Schüsse in der Suchtklinik

2019 werden in Mexiko fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Zudem gelten mehr als 60 000 Menschen als verschwunden.

Mindestens 24 Menschen sind in einer Einrichtung für Suchttherapie in Mexiko erschossen worden. Weitere sieben Menschen wurden dabei am Mittwoch in einem Vorort der zentralmexikanischen Stadt Irapuato verletzt, wie die örtliche Polizei mitteilte. Die Gegend um Irapuato im Bundesstaat Guanajuato ist eine der gefährlichsten Mexikos. Es hatte dort in den vergangenen Wochen weitere Angriffe auf Einrichtungen für Drogenabhängige gegeben.

In Guanajuato ist unter anderem das Kartell Santa Rosa de Lima aktiv, das vor allem in Benzindiebstahl verwickelt ist. Kartellchef José Antonio Yépez Ortiz alias „El Marro“ veröffentlichte vor rund zehn Tagen ein Video, in dem er mit einer Eskalation der Gewalt droht. Bei Razzien waren seine Mutter und seine Schwester festgenommen worden.

Die Gruppe von Yépez Ortiz kämpft auch mit dem mächtigen Verbrechersyndikat Cártel de Jalisco Nueva Generación um Territorium. Dieses wurde für ein gescheitertes Attentat auf den Polizeichef von Mexiko-Stadt vergangenen Freitag, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, verantwortlich gemacht.

Im vergangenen Jahr wurden in Mexiko fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Zudem gelten mehr als 60 000 Menschen als verschwunden. Das Blutvergießen geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Oft haben die Gangster Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften. Die meisten Verbrechen in dem nordamerikanischen Land werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet. (dpa)

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