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Singen gehört für viele zum Weihnachtsfest (Symbolfoto).
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Singen gehört für viele zum Weihnachtsfest (Symbolfoto).

DER FR-ADVENTSKALENDER

Schräg, aber oh so fröhlich!

  • Regine Seipel
    VonRegine Seipel
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Warum es beimn Singen von Weihnachtsliedern nicht um den richtigen Ton geht: Folge 21 unserer FR-Adventsgeschichten

Es ist nun mal so, dass an Weihnachten Dinge passieren, für die es dieses eine ganz besondere Datum braucht. Ohne geschmücktes Tannengrün – in welcher Form auch immer – kommt bis heute meistens keine Bescherung aus und viele Menschen gehen auch nur an Heiligabend in die Kirche. Bei uns verhält es sich mit dem beständigsten Ritual ein bisschen so, wie bei anderen mit der Christmette, die aus diversen Gründen noch nie zu unserem Weihnachtsdrehbuch gehörte. Dafür singen wir seit Jahrzehnten vor dem Weihnachtsbaum, obwohl wir keine besonders musikalische Familie sind und das ganze Jahr über auch nie gemeinsam Hausmusik machen.

Als die Kinder noch zu klein waren, um mitzureden, war ich die treibende Gesangsverfechterin, damals auch, um Omas und Opas zu erfreuen, um eine festliche Atmosphäre zu schaffen – und weil ich Weihnachtslieder einfach schön finde. Dabei blieb es ganz selbstverständlich, solange die Kinder klein genug waren, um gemeinsames Singen aus ganzem Herzen zu lieben, selbst wenn dafür die Geschenke noch warten mussten.

weihnachtsrituale

Für die einen ist es die Gans an Heiligabend, für die anderen muss es „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ im Nachmittagsprogramm sein. Wir alle haben bestimmte Geschichten, Filme oder auch Rituale, die zu Weihnachten gehören – und ohne die unsere Adventszeit nur halb so festlich wäre. In diesem Jahr finden Sie im FR-Adventskalender nicht nur die beliebten persönlichen Geschichten, sondern hin und wieder auch Verlosungen. Viel Glück und auf jeden Fall: Frohes Fest! FR

Dann kamen die schwierigen Jahre der Pubertät und der Altersunterschied der Kinder trug viel zur Rettung unserer Tradition bei. Als die Älteste voll auf Oppositionskurs war, bestanden die Jüngeren, die sich noch Spielzeug wünschten, entschieden auf der gemeinsamen „Stille Nacht“. Und als ihnen der Gesang ein paar Jahre später peinlich wurde, war die große Schwester gerade vom Auslandsjahr zurückgekommen und forderte die familiären Gewohnheiten wieder ein. Die Widerspenstigen quittierten das zwar mit Operngesangsposen und parodierenden Einlagen, aber auch die standen wir durch.

So sangen wir uns durch die Jahre – und haben dabei, das muss ich leider zugeben, in Tonlagen und Textfestigkeit keine großen Fortschritte gemacht. Im Gegenteil: Die Klavierbegleitung, früher vier-, inzwischen meistens nur noch zweihändig, ist holprig geworden, weil die Zeit an den Tagen vorm Fest, an denen die erwachsenen Kinder eintreffen, zum Üben zu knapp ist. Hinzu kommt, dass das Instrument zur Verstimmung neigt, seit die Töchter den Klavierunterricht aufgegeben haben. Das passierte schon lange, bevor sie ausgezogen waren. Nur zu Weihnachten kramen sie genau wie ich verschüttete Kenntnisse wieder aus. Für eine einfache Version der Melodien reichen diese zwar noch, aber ohne Probe schlagen wir schnell mal die falschen Tasten an.

Was aber nicht schlimm ist, denn auch der Gesang gerät ständig in Schieflage. Wir machen es uns schließlich nicht leicht. „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“, mit dem wir unsere Kehlen aufwärmen, gelingt meistens noch einigermaßen harmonisch. Doch spätestens bei „Süßer die Glocken nie klingen“, an der Stelle wo die Engelein sehr hoch singen, klaffen die naturgegebenen Stimmlagen der Beteiligten krass auseinander. Wir sind dann froh, dass niemand zuhört und nehmen unsere Vorstellung auch nie auf Video auf. Früher folgte danach mein Lieblingsweihnachtslied als größte Herausforderung: „O du fröhliche“, schwer zu singen und mit vierhändiger vollklingender Klavierbegleitung.

Ich fand das enorm feierlich und habe es sehr gemocht, inzwischen aber eingesehen, dass Weihnachten kein Fest der Überforderung sein sollte. Die Playlist wurde verkürzt, meistens kommen wir nach den Glocken direkt zur finalen „Stille Nacht“. Voriges Jahr schob sich auf Anregung meiner Tochter überraschend „Christmas Time“ von Bryan Adams dazwischen, sie hatte es sich auf Gitarre beigebracht und es klang richtig gut. Damit sich die Klassiker auch künftig behaupten, sollte ich dieses Jahr wirklich mal rechtzeitig üben.

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