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Fall Lindemann: Staatsanwaltschaft hielt Informationen zurück – Erfolg für Rammstein-Sänger in Litauen

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt schon länger als bislang bekannt gegen Till Lindemann. In Litauen kann der Rammstein-Frontmann aufatmen.

Berlin - Am 14. Juni ist offiziell bekannt geworden, dass gegen Till Lindemann ein Verfahren eingeleitet wurde. Mehrere Frauen belasten ihn schwer, werfen ihm Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe vor. Der Rammstein-Sänger weist die Vorwürfe über seine Anwälte zurück.

Ermittlungen gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann wurden schon früher eingeleitet

Doch offenbar liefen die Ermittlungen schon länger als bisher bekannt war. Wie Tagesspiegel jetzt herausfand, bestand ein Anfangsverdacht gegen Lindemann bereits eine Woche früher. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Berlin bestätigte dem Blatt, dass schon am 7. Juni „ein Verfahren wegen Tatvorwürfen aus dem Bereich der Sexualdelikte und der Abgabe von Betäubungsmitteln“ eingeleitet worden sei.

Till Lindemann singt auf einem Rammstein-Konzert in Odense.
Gegen Till Lindemann wird schon länger als bisher bekannt ermittelt. © IMAGO/Gonzales Photo/Sebastian Dammark

Doch warum entschied sich die Staatsanwaltschaft für die Verzögerung und hielt diese Information zurück? Sie begründete es mit der „großen Gefahr einer öffentlichen Vorverurteilung der Betroffenen“. Bevor man eine Mitteilung öffentlich mache, sei ein „Mindestbestand an Belegtatsachen“ nötig. Die Staatsanwaltschaft habe Regeln für eine „zulässige Verdachtsberichterstattung“ einzuhalten, erklärte die Sprecherin Tagesspiegel.

Lindemanns Anwälte beklagten „nachhaltige Vorverurteilung“ des Rammstein-Sängers

Die Aussage legt nahe, dass die Ermittler zwischen dem 7. und 14. Juni weitere Beweise sammelten oder sichteten, welche die Vorwürfe gegen Lindemann erhärten. Womöglich war eines dieser „Belegtatsachen“ ein Video von YouTuberin Kayla Shyx, worin sie schlimme Backstage-Erlebnisse auf einem Rammstein-Konzert schildert.

Womöglich zögerte die Staatsanwaltschaft auch, weil Lindemanns Anwälte Christian Schertz und Simon Bergmann am 8. Juni eine Presseerklärung aufsetzten, worin sie eine „nachhaltige Vorverurteilung“ bemängelten und rechtliche Schritte gegen Medien androhten.

Lindemann muss in Litauen keine Ermittlungen befürchten

Einen Erfolg kann Lindemann jedenfalls bereits in Litauen verzeichnen. In dem baltischen Land hat der Rammstein-Frontmann vorerst keine Ermittlungen zu befürchten. Das Portal LRT berichtet, dass die Bezirksstaatsanwaltschaft Vilnius keinen Straftatbestand sieht. Die Nordirin Shelby Lynn hatte bei Instagram Bilder ihrer Hüfte mit blauen Flecken geteilt und behauptet, die Verletzungen entstanden während einer Backstage-Party der Band in Vilnius.

Es gebe „keine objektiv tatsächlichen Anhaltspunkte“ dafür, dass die Antragstellerin „physischer oder psychischer Gewalt oder sexuellen Zwangshandlungen“ ausgesetzt gewesen sei. Ebenso sei ausgeschlossen, dass das vermeintliche Opfer „zum Konsum von Betäubungsmitteln gezwungen oder beraubt“ worden sei. Gleichzeitig fordern Zehntausende Menschen in einer Online-Petition, die ausverkauften Rammstein-Konzerte in Berlin abzusagen. (mt)

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