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Schlittenfahren nahe Bayerisch Eisenstein (Niederbayern) nach dem plötzlichen Wintereinbruch (21.11.2008).
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Schlittenfahren nahe Bayerisch Eisenstein (Niederbayern) nach dem plötzlichen Wintereinbruch (21.11.2008).

Wintereinbruch

Schneefrei an bayerischen Schulen

Der angekündigte Wintereinbruch mit Schnee, Sturm und Glatteis hat Deutschland erreicht. Straßen werden gesperrt, der Bahnhof in Duisburg geräumt. In Mainz fiel sogar der Weihnachtsbaum um.

München/Offenbach. Wegen der erwarteten Schneefälle wurde an vielen bayerischen Schulen ein für Samstag geplanter Unterrichtstag abgesagt. In den Landkreisen Ober- und Unterallgäu, Lindau, Ostallgäu, in den kreisfreien Städten Kempten, Kaufbeuren und Memmingen und im fränkischen Wunsiedel bekommen Lehrer und Schüler schneefrei, wie das bayerische Kultusministerium und die bayerischen Regierungsbezirk Schwaben am Freitag mitteilten.

Der massive Wintereinbruch mit Schnee, Sturm und Glatteis hat am Freitag Deutschland erreicht. Einen Monat vor dem kalendarischen Winteranfang überquerte die Kaltluft aus Skandinavien und den Polarmeeren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit hoher Geschwindigkeit das Land. Meteorologe Andreas Friedrich sagte in Offenbach, das "Spektakulär ist, dass wir Temperaturstürze von fünf bis zehn Grad innerhalb einer Stunde verzeichnen".

Auf der Winninger Brücke der Autobahn Bingen-Bonn (A61) kippte ein zehn Tonnen schwerer Lastwagen um und fiel auf die Außenleitplanke. Der Fahrer blieb nach Angaben eines Polizeisprechers unverletzt. Wenig später stürzte auf der A61 kurz vor der Brücke ein weiterer Lastwagen um. Die Polizei prüfte zunächst, ob die Brücke gesperrt oder die Weiterfahrt zumindest für Lastwagen verboten werden soll.

In den höheren Lagen von Eifel, Hunsrück und Westerwald mussten wegen Windbruchs Straßen gesperrt werden. Darunter war die B22 zwischen Ailertchen und Höhn.

Viele Autofahrer immer noch mit Sommerreifen unterwegs

In Mainz stürzte ein acht Meter hoher Tannenbaum auf dem Marktplatz um und fiel auf einen Marktstand. Der Betreiber des Standes und seine Angestellten kamen mit dem Schrecken davon, wie die Feuerwehr mitteilte. Stabile Schirme fingen den Baum auf. Mitarbeiter der Stadt stellten den Baum wieder auf und sicherten ihn gegen weitere Windböen.

Bereits am Morgen kam es zu starken Schneefällen von Bremen über Hamburg bis nach Braunschweig. Wenig später war der Wetterumschwung in Berlin-Brandenburg, im Harz, in Hessen und Thüringen angekommen.

Auch in Bayern schneite es. Vielerorts sorgten teils heftige Schneeschauer für Behinderungen im Straßenverkehr und zahlreiche Unfälle. Zeitweilig trat gefährliche Glätte auf.

In Duisburg musste laut Polizei am Mittag der Hauptbahnhof wegen herabfallender Dachteile geräumt werden. Im Kreis Mettmann wurden durch den Sturm Hausdächer abgedeckt. Bäume stürzten um und Zäune wurden beschädigt. In Hilden landete ein Dach auf einen Supermarkt, der daraufhin evakuiert werden musste.

Rund um Hamburg und in Schleswig-Holstein blieb der Schnee trotz des noch warmen Bodens vielerorts zeitweise liegen, wie ein Meteorologe sagte. Die matschige Nassschneedecke führte kurzzeitig zu gefährlicher Glätte auf den Straßen. Viele Autofahrer waren trotz des seit Tagen angekündigten Wintereinbruchs noch mit Sommerreifen unterwegs. Kräfte des Winterdienstes waren damit beschäftigt, vor allem Fußgängerüberwege freizumachen. Viele Pendler stiegen auf S- und U-Bahnen sowie Busse um.

Am Vormittag führte der Wintereinbruch im Oberharz zu ersten Unfällen auf schneeglatten Straßen. Laut Polizei fielen in den Morgenstunden bis zu 15 Zentimeter Schnee. Die Hauptstraßen seien bis zum Vormittag geräumt, derzeit befänden sich noch etwa fünf Zentimeter Schneematsch auf den Straßen.

In Oberfranken kam es im morgendlichen Berufsverkehr zu einigen kleineren Unfällen auf glatten Straßen. Es habe zum Glück nur Leichtverletzte gegeben, teilte die Polizei in Bayreuth mit.

In Berlin und Brandenburg waren ebenfalls dicke Schneeflocken zu sehen. Bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt werde es aber in der Hauptstadt keine geschlossene Schneedecke geben, sagte Meteorologe Christoph Gatzen vom privaten Wetterdienst MeteoGroup Deutschland. Im Land Brandenburg könne es bei Temperaturen um null Grad hier und da verschneite Landschaften geben.

Zehn Zentimeter Schnee auf der Wasserkuppe

Auf der Wasserkuppe in der hessischen Rhön fielen in der Nacht mehr als zehn Zentimeter Schnee. Auch in anderen Lagen über 600 bis 700 Metern sei Schnee gefallen, allerdings wegen der milden Temperaturen nicht liegengeblieben, sagte ein DWD-Sprecher. In den übrigen Landesteilen Hessens regnete es zunächst stark.

Auch in Thüringens Höhenlagen fielen am Morgen teilweise mehr als zehn Zentimeter Schnee. An dem etwa 900 Meter hoch gelegenen Ausflugsort Schmücke am Rennsteig sei mit 18 Zentimetern der Höchstwert gemessen worden, sagte Meteorologe Christoph Hartmann vom DWD. Auf dem 916 Meter hohen Inselsberg im Thüringer Wald lag seinen Angaben zufolge eine zehn Zentimeter hohe Schneedecke.

Unterdessen gab der Wetterdienst für den Harz eine Unwetterwarnung heraus. Es sei bis zum Abend mit starkem Schneefall und Schneeverwehungen, in Hochlagen mit Orkanböen zu rechnen. Auch im Thüringer Wald und im Erzgebirge wurde mit Schneeverwehungen gerechnet.

Bis zum Nachmittag sollten die Schneefälle den Süden Deutschlands erreicht haben. Besonders im Schwarzwald, der Schwäbischen Alb, im Bayerischen Wald und in der Alpenregion müsse auch in den nächsten Tagen mit starkem Schneefall und Sturm gerechnet werden, sagte ein Meteorologe. Die Polizei riet, nicht ohne Winterreifen zu fahren. Lkws sollten in höheren Lagen zudem Schneeketten aufziehen.

Die Deutsche Bahn rüstet sich bereits für das schlechte Wetter. Mehr als 300 Mitarbeiter seien bundesweit in erhöhter Alarmbereitschaft, um mögliche Schäden auf dem 34.000 Kilometer langen Gleisnetz rasch beseitigen zu können, teilte der bundeseigene Konzern am Freitag in Berlin mit. Für den Notfall seien Ersatzbusse reserviert worden. Zudem stehen zusätzliche Diesellokomotiven bereit, falls Oberleitungen für den elektrischen Betrieb beschädigt werden sollten. An Bahnhöfen und in den Betriebszentralen sollen wenn nötig zusätzliche Kräfte eingesetzt werden. (ap/ddp/dpa)

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