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Schnee, so weit das Auge reicht in Oberdrauburg im Kärntner Drautal.
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Schnee, so weit das Auge reicht in Oberdrauburg im Kärntner Drautal.

Winter-Wetter in den Alpen

Schneechaos im Süden von Österreich

In weiten Teilen Österreichs war von Winter bis jetzt keine Spur - zum Leidwesen von Wintersportlern und Tourismusbetrieben. Im Süden des Landes sorgen hingegen einmal mehr in diesem Winter heftige Niederschläge für Chaos.

Von Daniel Kortschak

In weiten Teilen Österreichs war von Winter bis jetzt keine Spur - zum Leidwesen von Wintersportlern und Tourismusbetrieben. Im Süden des Landes sorgen hingegen einmal mehr in diesem Winter heftige Niederschläge für Chaos.

Während in Teilen Österreichs noch bis vor Kurzem akuter Schneemangel Urlaubern und Tourismusbetrieben tiefe Sorgenfalten ins Gesicht trieb, herrscht im Süden Österreichs schon seit Beginn dieses Winters kein Mangel an der weißen Pracht. Im Gegenteil, massive Schneefälle sorgen dort erneut für erhebliche Verkehrsbehinderungen und Stromausfälle.

Zwei Menschen sind dem Extremwinter in Südösterreich am Freitag zum Opfer gefallen, Hunderte Bahnreisende sitzen fest, Schüler haben schneefrei und viele Menschen kommen nicht oder zur spät zur Arbeit. Probleme durch den starken Schneefall gibt es auch in Südtirol und der norditalienischen Region Friaul-Julisch-Venetien. Auch dort sind Verkehrswege unterbrochen und Stromleitungen gekappt. In der gesamten Region südlich des Alpenhauptkammes herrscht wegen der großen Neuschneemengen und der gleichzeitig steigenden Temperaturen extrem hohe Lawinengefahr.

Zwei Menschen bei Räumarbeiten getötet

Sie wollten bei der Bewältigung der Schneemassen in der österreichischen Region Osttirol helfen und mussten dafür mit dem Leben bezahlen: Ein 38 Jahre alter Mann wollte am Freitag in Thun nahe der Bezirkshauptstadt Lienz eine Verklausung in einem Bach lösen und stürzte dabei in die reißenden Fluten. Obwohl die Rettungskräfte bereits wenige Minuten später am Unglücksort waren, konnten sie den Mann nur noch tot bergen. Ob er ertrunken ist oder im eiskalten Wasser einen tödlichen Herzinfarkt erlitten hat, muss noch geklärt werden.

In Innervillgraten verschüttete eine Lawine einen Radlader, der zur Räumung einer Gemeindestraße angerückt. Für den Lenker der Arbeitsmaschine, einen 63-jährigen Einheimischen, kam jede Hilfe zu spät.

Verletzt wurde ein 71 Jahre alter Mann in Irschen im Bundesland Kärnten: Er hielt sich gerade im Badezimmer seines Hauses auf, als eine Lawine auf das Gebäude herabstürzte, durch das Fenster eindrang und den Bewohner gegen die Tür drückte. In Bad Bleiberg mussten 35 Häuser geräumt werden, die in der roten Lawinen-Gefahrenzone liegen.

Bahnverkehr zusammen gebrochen

Kapitulieren vor den Neuschneemengen von teilweise über einem Meter mussten die Österreichischen Bundesbahnen: Sie haben am Freitag eine Reisewarnung für Kärnten und Osttirol veröffentlicht und raten allen Fahrgästen, ihrer Zugreise nach Möglichkeit abzusagen oder zu verschieben. Neben den Strecken durch das Drautal, das obere Gailtal und das Rosental haben die Bundesbahnen inzwischen auch die Tauernstrecke aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Zu groß sei die Gefahr, dass ein Zug im Schnee stecken bleibe und man die Passagiere im unwegsamen Gelände nicht mehr evakuieren könne, sagte ein Bahnsprecher gegenüber österreichischen Medien.

Internationale Fernzüge von und nach Deutschland werden weiträumig über die Steiermark umgeleitet und werden um bis zu zwei Stunden verspätet. Der nationale Fernverkehr endet von Salzburg kommend in Bad Gastein. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist wegen der tief verschneiten Straßen nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich.

Zeitweise gesperrt war auch der wichtige Bahnknoten Villach, Hunderte Fahrgäste warteten dort auf die Weiterfahrt und wurden von der Bahn mit heißen Getränken versorgt. Inzwischen hat die Bahn wieder einen eingeschränkten Notbetrieb aufgenommen.

Mit Schneeketten auf die Autobahn

Die Tauernautobahn (A10) musste für Lkw über 7,5 Tonnen im gesamten Verlauf zwischen Villach und Salzburg gesperrt werden, Schwerfahrzeuge werden bereits in Italien bzw. im Raum Salzburg von der Polizei angehalten werden. Wegen quer stehender Fahrzeuge musste im Bereich Spittal an der Drau zeitweise der komplette Verkehr auf die Drautal-Straße (B100) abgeleitet werden. Dort gab es auf den verschneiten Fahrbahnen allerdings auch kaum ein Weiterkommen.

Auf der Südautobahn (A2) gilt Schneekettenpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zwischen Klagenfurt und der italienischen Staatsgrenze, ebenso auf der Karawanken-Autobahn (A11) im gesamten Verlauf zwischen Villach und der slowenischen Grenze.

Für Verkehrsbehinderungen sorgte der starke Schneefall auch im Norden Italiens. In der Region Friaul-Julisch-Venetien sind die Räumdienste bereits seit Donnerstag im Dauereinsatz. In Südtirol mussten Räumdienste und Feuerwehren zahlreiche verlegte Straßen freimachen, durch die schweren Schneemassen und umgestürzte Bäume wurden etliche Häuser beschädigt.

Weitere Schneefälle zu erwarten

Meteorologen rechnen in den kommenden Stunden mit einer leichten Entspannung der Situation: Die Schneefälle sollen zumindest in den Tälern langsam nachlassen, mancherorts können sie in Regen oder Schneeregen übergehen. Mit dem Ansteigen der Temperaturen geht allerdings auch eine weitere Zuspitzung der Lawinengefahr einher: Erstmals seit 1999, dem Jahr der Lawinen-Tragödie im Tiroler Ferienort Galtür, könnte in Osttirol und Teilen Kärntens die höchste Warnstufe 5 erreicht werden.

Bereits für das Wochenende sagen die Meteorologen außerdem weitere teils intensive Schneefälle voraus. Schwerpunkt der Niederschläge wird einmal mehr der Süden Österreichs sein. In ganz tiefen Lagen kann allerdings auch vorübergehend Regen fallen.

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