Buruli-Ulkus

Es schmerzt und heilt nicht

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In Australien breitet sich eine Infektion aus, die zu peinigenden Hautgeschwüren führt.

Tiefrotes, offenes Gewebe, Wunden, die nicht heilen: Die Ausbreitung eines seltenen, gewebezerstörenden Geschwürs in Australien beunruhigt Experten für Infektionskrankheiten. Das Buruli-Ulkus ist eine Infektion, die schließlich zu einem Ausbruch schmerzhafter Hautgeschwüre führt, die nicht heilen.

Meist kommt die Krankheit in tropischen Ländern vor und tritt am häufigsten in Afrika auf. Insgesamt haben laut der Weltgesundheitsorganisation WHO mindestens 33 Länder Buruli-Fälle gemeldet. In Australien wird seit 2013 eine zunehmende Anzahl von Fällen verzeichnet. Bisher war die Krankheit auf geographisch begrenzte Regionen in den australischen Bundesstaaten Victoria und Queensland im Osten des Landes begrenzt. Sie trat im hohen Norden von Queensland zwischen Mossman und direkt hinter dem Daintree River auf sowie auf den Halbinseln Bellarine und Mornington in Victoria. Nun sind auch Fälle außerhalb dieser Gebiete aufgetreten.

Übertragungsweg unklar

Die Behörden meldeten drei Erkrankungen in den Atherton Tablelands bei Cairns. Dies bedeutet, die Krankheit zieht weiter und breitet sich unter Umständen im Land aus. Während es sich in Queensland bislang um Einzelfälle handelte und die Krankheit seltener auftritt als in Victoria, gibt es gelegentlich Spitzen, wie im Jahr 2011, als 60 Fälle registriert wurden. Victoria verzeichnete 2018 einen Rekord von 340 Fällen und nähert sich einer ähnlichen Zahl für 2019.

Paul Johnson, ein Buruli-Ulkus-Experte an der Universität von Melbourne, sagte dem Guardian, dass ihn die Ausbreitung der Krankheit trotz der vergleichsweise geringen Anzahl von Fällen beunruhige. Es sei wichtig, jede neue Verbreitung der Krankheit zu melden, „um die Ärzte darauf aufmerksam zu machen, dass sie aufpassen müssen“. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, ist sie gut mit Antibiotika behandelbar. Im späteren Stadium hingegen müssen Gliedmaßen oftmals amputiert werden.

Das erste Anzeichen einer Infektion ist normalerweise ein schmerzloser Knoten auf der Haut, der oft als Insektenstich abgetan wird. Die sich langsam bewegende Infektion gräbt sich dann in eine Fettschicht zwischen Haut und Muskeln ein. In dieser Fettschicht greift die Infektion an, breitet sich seitwärts und durch den Körper aus und zerstört dabei Gewebe, bevor sie schließlich in Form eines Geschwürs wieder durch die Haut bricht. Oftmals merken Erkrankte nicht einmal, dass sie sich infiziert haben, bis das Geschwür nicht äußerlich auftritt. Sobald es jedoch ausbricht, sind die Schmerzen oft extrem und betroffene Gliedmaßen müssen unter Umständen amputiert werden.

Bisher ist nicht erwiesen, woher die Krankheit wirklich kommt. Die WHO schreibt unter „Übertragung“: „bisher unbekannt“. Johnson glaubt jedoch, dass ein Bakterium dahinter stecken könnte, das in Victoria über Mücken und Possums, eine australische Beuteltierart, verbreitet werde.

In Australien traten die meisten Fälle bisher in Victoria auf. Die Ansteckung lässt sich dort auf zwei Strandregionen zurückführen, die beliebte Urlaubsregionen sind. Oftmals trifft es dort auch Urlauber und da die Inkubationszeit mehrere Monate beträgt, kann die Krankheit oft unentdeckt bleiben. Denn sie bricht erst aus, wenn viele bereits wieder an ihrem Heimatsort sind, wo Ärzte möglicherweise nicht mit den Symptomen vertraut sind. Johnson empfiehlt deswegen, sich während Reisen in den Osten Australiens gut vor Insektenstichen zu schützen.

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